36
achtungen sind sämmtlich auf das Mittel des Tages reduzirt. Die abgeleitete Mittelzeit der Beobachtung
ist 1881.6, wofür die magnetische Deklination gefunden wurde zu 10° 46.e' W.
Magnetische Inklination. Gleichzeitig mit den Bestimmungen der Deklination wurden auch Inklinations-
Beobachtungen ausgeführt. Das Mittel aus den 10 Reihen ergiebt sich zu 68° 3.e' N für 1881.6. Vergleicht
man diesen Werth mit jenen für 1880.5 erhaltenen, so ergiebt sich eine jährliche Abnahme der Inklination
von 68° 5.6'-—68° 3.6' gleich 2 Minuten. Die früheren Beobachtungen, welche in Swinemünde ausgeführt
wurden, sind mit den hier gegebenen Resultaten nicht wohl in Einklang zu bringen, so dass man annehmen
darf, dass die ersteren Beobachtungen minder zuverlässig waren, wie die zuletzt erhaltenen. Eine definitive
Entscheidung darüber muss einer späteren Diskussion Vorbehalten bleiben.
Neufahrwasser. Magnetische Deklination, Aus allmonatlichen, auf das Mittel des Beobachtungs
tages reduzirten Beobachtungen ergiebt sich für 1881.52 an dieser Hauptagentur der Seewarte die mittlere
magnetische Deklination zu 9° 21.9'W. Es hat den Anschein, als ob die Tage der Beobachtungen nicht
■frei von Störungen in diesem Elemente gewesen sind, da der obige Werth nicht in die bisher erhaltenen
Reihen passt.
Magnetische Inklination. Der Mittelwerth für die magnetische Inklination und den 12 gleichzeitig
mit den Deklinations-Bestimmungen erhaltenen Beobachtungen über dieses Element ergiebt sich für 1881.62
zu 67° 42.2' N, während derselbe im Jahre vorher 67° 44.2' war, so dass auch in diesem Falle die jähidiche
Abnahme 2 Minuten betragen würde.
Harth. Magnetische Deklination. An dieser Agentur wurden auch in diesem Jahre eine grosse
Anzahl von Bestimmungen der magnetischen Deklination ausgeführt und zwar, wie im Vorjahre, mit einem
Azimut-Kompass und einem Deviations-Magnetometer. Das Mittel aus allen Beobachtungen ergiebt für
1881.48 einen Werth gleich 11° 5B.4i' W. Wenn man diesen Werth mit jenem von 1880.6 erhaltenen ver
gleicht, so erhält man eine jährliche Abnahme der magnetischen Deklination von 5.46'. Die einzelnen
Beobachtungsreihen wurden auf das Mittel des Tages reduzirt.
Die Beobachtungen wurden alltäglich ausgeführt und die Maximal- und Minimalwerthe in diesen
Elementen daraus abgeleitet.
JRostocJt. Magnetische Deklination. Es wurden allmonatliche Beobachtungen der magnetischen
Deklination und zwar nahezu stets zu solchen Tageszeiten ausgeführt, dass eine genäherte Reduktion auf
das Tagesmittel vorgenommen und für 1881.6 der Mittelwerth der Deklination zu 12° 5.4' W erhalten werden
konnte.
Wilhelmshaven. Observatorium der Kaiserlichen 3Iarine. Die Werthe der magnetischen
Elemente werden durch den Vorsteher des Kaiserlichen Observatoriums allmonatlich in den dem Monats
hefte der Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie beigegebenen Tabellen der
meteorologischen Elemente veröffentlicht. Eine Zusammenstellung der dort mitgetheilten Werthe der
magnetischen Elemente ergiebt folgende Mittelwerthe:
Magnetische Deklination Magnetische Inklination Horizontal-Intensität
für 1881.5 14° 14.16'W 68° 1-4'N 1.7863 G.E.
Es wird eine Besprechung der sämmtlichen an der deutschen Küste erhaltenen Beobachtungen über
die erdmagnetischen Elemente für eine fernere Zeit, wenn ein grösseres Material vorliegt, Vorbehalten.
Die Hauptzwecke einer solchen Diskussion sind hier, die Sekularänderungen für die einzelnen Epochen, auf
die sich die Beobachtungen beziehen, festzustellen.
Die Reduktion der Registrir - Apparate des Hipp’schen Barographen und Thermographen
wurde bis zum 31. Mai 1881 von Seiten der Abtheilung. II ausgeführt, sodann wurden diese Arbeiten
Herrn Dr. Kleemann übertragen.
Bei der Neuaufstellung des Schreiber’schen Barothermographen im April 1881 hatte Herr
Dr. P. Schreiber die Güte sich dieser Arbeit zu unterziehen; die Äbtheilung II leistete dabei Hülfe und
führte in den Monaten April und Mai eine Neubestimmung der Reduktions-Konstanten dieses Apparates
aus, nachdem derselbe in den Tagen vom 6. bis 11. April aufgestellt worden war.