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Deutschen Seewarte“ erscheinen. Die eingehende Untersuchung eines einzelnen Phänomens nach möglichst
reichhaltigem Materiale hat sich als zweckmässig gezeigt, indem es an der Hand dieses Materiales gelungen
ist, in den Vorgang und ursächlichen Zusammenhang des Phänomens einen ziemlich klaren Einblick zu
erhalten.
An ferneren Arbeiten des Meteorologen, welche als Mittheilungen der Seewarte in den „Annalen der
Hydrographie und maritimen Meteorologie“ erschienen, sind zu nennen : eine über Barometer-Schwankungen
(mit zwei Karten) und eine über Häufigkeit und Zugstrassen der barometrischen Minima (eine Karte), welche
beide das Resultat schon im vorigen Jahres-Bericht erwähnter Untersuchungen sind ; ferner ein Aufsatz über
den Einfluss der Temperatur-Vertheilung auf die oberen Luftströmungen und auf die Fortpflanzung der
Minima, welcher Gesichtspunkte darlegt, die gegenwärtig mit gutem Erfolg bei den Prognosen der Seewarte
angewendet werden; die Frage der oberen Luftströmungen uud das Studium der Wolken haben überhaupt
die Aufmerksamkeit des Meteorologen in diesem Jahre besonders in Anspruch genommen. Ebenso wie in
früheren Jahren, wurde vom Meteorologen ein Resumé über die Beobachtungen in Tanger und über den
Temperatur-Charakter des abgelaufenen Jahres über Nordamerika und Europa für die „Annalen“ zusammen
gestellt, letzteres in Anlehnung an die „Vergleichende Uebersichten der Witterung“, an deren Abfassung
er sich ebenso wie früher betheiligte.
In den Zwischenräumen zwischen diesen Arbeiten wurde diejenige an dem Abschnitt über Stürme für
das Segelhandbuch vom Atlantischen Ozean fortgesetzt, welcher indessen erst im Jahre 1883 beendigt
wurde. Der meteorologische Theil des Segelhandbuches für die Nordsee wurde vor der definitiven Ueber-
gabe an das Hydrographische Amt nochmals durchgesehen und ergänzt, und wird 1888 zur Veröffentlichung
kommen.
Von der im vorigen Jahres-Berichte erwähnten Arbeit über die Abhängigkeit der Witterung in Deutsch
land von der Vertheilung des Luftdrucks ist der erste Theil insofern erledigt, als die Abhängigkeit des
Wetters von der Windrichtung, der Höhe des Luftdrucks und der Form der Isobaren für Hamburg unter
Leitung des Meteorologen vom Assistenten a. D. Herrn Reinert in umfassenden und sorgfältig ausgearbei
teten Tabellen niedergelegt ist; es bleiben noch einige Zusammenstellungen über das Verhältniss des Windes
selbst zur Druckvertheilung übrig, um alsdann die Arbeit für die norddeutsche Küste zum Abschluss und
zur Veröffentlichung bringen zu können; ob dieselbe alsdann auch auf das Innere Deutschlands ausgedehnt
werden wird, hängt zur Zeit noch von verschiedenen Umständen ab.
Von privaten Arbeiten des Meteorologen aus diesem Jahre ist hier namentlich ein Aufsatz „Ueber die
vertikale Vertheilung des Luftdrucks“ (Zeitschr. für Meteorologie, Band 17, Seite 81) zu erwähnen, als das
Ergebniss von Betrachtungen, zu denen er bei seiner amtlichen Arbeit über den Gewittersturm angeregt
wurde, und welche weiter zu der schon erwähnten Mittheilung der Seewarte im Novemberheft der „Annalen“
führten.
Die Thätigkeit des persönlichen Assistenten des Direktors. Die Arbeiten in Verbindung mit der
Anfertigung eines ausführlichen Kataloges über den Inhalt der zahlreichen Sammelbände der Dove’schen
Bibliothek nahm die Thätigkeit des persönlichen Assistenten in den ersten Monaten des Berichts-Jahres
sehr in Anspruch. Sobald diese Arbeit beendet war, hatte der persönliche Assistent sich mit Untersuch
ungen der Instrumente, magnetischen Beobachtungen p. p. bis zum 31. Mai zu beschäftigen. Am 1. Juni
übernahm Dr. Kleemann die Vertretung des ersten Assistenten der AbtheilungIII, des Herrn Dr. A. Sprung,
welcher zu Zwecken des Treffens vorbereitender Einrichtungen in Verbindung mit der Reorganisation des
meteorologischen Dienstes in den Reichslanden auf Vorschlag der Direktion nach Strassburg berufen worden
war. Herr Dr. 0. Krümmel übernahm die Vertretung des persönlichen Assistenten bis sum 31. August
und beschäftigte sich während dieser Zeit, als er zugleich an dem Lehrkurse thätig war, mit Arbeiten,
welche sich auf den physikalischen Theil des Segel-Handbuches für den Atlantischen Ozean bezogen. Am
1. September nahm Dr. Kleemann bis zum Ende des Jahres seine Thätigkeit als persönlicher Assistent
wieder auf und verwendete den grössten Theil seiner Zeit auf eine Arbeit über ein meteorologisches Thema,
welche er mit der Einwilligung des Direktors unter seinem eigenen Namen herauszugeben beabsichtigte.
Der Zeichner des Institutes, Herr Denys, wurde im Laufe des Berichts-Jahres wieder mit der
fortlaufenden Ausführung der Karten-Korrekturen betraut, während er gleichzeitig die täglichen autographirten
Wetter-Berichte und Wetter-Karten der Seewarte, die Minima-Karten für die „Monatliche Uebersicht der
Witterung“ und einige andere grössere und kleinere Arbeiten auszuführen hatte. In der Person des Herrn