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Volltext : Jahresbericht 1883

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lieber  Weise  entwickelte.  Hier  mag  schon  erwähnt  werden,  dass  namentlich  nach  einer  Richtung  hin,  der
Prüfung  von  ärztlichen  Thermometern,  die  Inanspruchnahme  des  Institutes  zu  einem  Grade  anwuchs,  dass
auf  Abhülfe  gedacht  werden  musste,  wenn  nicht  ernstliche  Störungen  in  dem  Wirken  der  Abtheilung  II
sich  bemerkbar  machen  sollten.
Leider  sollte  die  gehegte  Hoffnung  auf  eine  baldige  Organisation,  beziehungsweise  Reorganisation  der
Meteorologie  in  den  Reichslanden,  wozu  im  vorigen  Jahre  Dr.  Sprung  speziell  delegirt  war,  und  ebenso
in  Preussen  nicht  erfüllt  werden.  Es  wurde  dadurch  bedingt,  dass  die  erspriessliche  und  gemeinsame  Einrichtung ­
  eines  Witterungs-  und  Prognosen-Dienstes  für  den  Bereich  des  Kaiserlichen  Post-  und  Telegraphen-Gebietes
  gegen  die  Vorjahre  nicht  erheblich  gefördert  werden  konnte.

II.  Zur  Geschichte  der  Deutschen  Seewarte.
1.  Allgemeines.
Wir  haben  in  der  obigen  Einleitung  einige  der  wesentlichsten  Momente  in  der  Geschichte  der  Seewarte
während  des  Berichts-Jahres  dargelegt  und  wollen  nun  in  diesem  Abschnitte  ebenso,  wie  in  den  vorhergegangenen ­
  Jahres-Berichten  im  Einzelnen  ausführen,  wie  sich  das  Institut  entwickelte.
Zunächst  ist  es  der  Direktion  eine  Pflicht,  zu  erwähnen,  dass  um  die  Mitte  des  Monats  März  die
Seewarte  durch  den  Rücktritt  vom  Amte  Sr.  Excellenz  des  Herrn  von  Stosch,  Chef  der  Admiralität,  einen
hohen  Gönner  und  wahrhaften  Förderer  ihrer  Ziele  verloren  hat.  Se.  Excellenz  hat  sich  um  die  Schaffung
eines  Institutes  wie  die  Seewarte,  um  deren  Entwickelung  die  tiefgreifendsten  Verdienste  erworben;  die
gesummte  Kauffahrtei-Marine  muss  Sr.  Excellenz,  ganz  abgesehen  davon,  wie  Hochdieselbe  mit  reger  Sorgfalt
ihre  Interessen  in  allen  Meeren  durch  die  Kaiserl.  Marine  zu  schützen  bestrebt  war,  mit  Rücksicht  auf  die
Schaffung  gleichsam  eines  hydrographischen  Amtes  für  ihre  Zwecke  den  wärmsten  Dank  schulden.
Im  März  des  Berichts-Jahres  übernahm  Se.  Excellenz,  Herr  General-Lieutenant  von  Caprivi  als  Chef
die  Leitung  der  Kaiserl.  Admiralität  und  damit  auch  die  Ober-Leitung  der  Deutschen  Seewarte.  Der  Chef
der  Admiralität  bekundete  sein  Interesse  am  Gedeihen  der  Seewarte  zunächst  dadurch,  dass  er  am  1.  Juni
dieselbe  in  allen  Theilen  inspizirte.
Die  in  der  Einleitung  bereits  angedeuteten  Aenderungen  in  der  Verwaltung  und  dem  Kassenwesen
der  Deutschen  Seewarte  fanden  darin  zunächst  den  äusseren  Ausdruck,  dass  der  seit  Jahresfrist  an  der
Seewarte  thätige  expedirende  Sekretär,  Herr  0.  Heydrich,  die  Kassen-Geschäfte  übernahm,  während  der
bisher  mit  denselben  betraute  Sekretär  G.  Koch  mit  der  Verwaltung  der  Bibliothek  und  der  Modell-Sammlung ­
  beauftragt  wurde.  Der  Sekretariats-Gehülfe  und  bisherige  Bibliothekar  der  Seewarte,  Herr  E.  Schulze,
wurde  an  die  Kaiserl.  Marine-Intendantur  nach  Wilhelmshaven  versetzt.  Mit  diesen  Veränderungen,  zu
welchen  noch  hinzugefügt  werden  muss,  dass  das  Verwaltungs-Personal  um  einen  Sekretariats-  und  Registratur-Assistenten,
  Herrn  Schwandt,  vermehrt  wurde,  war  neues  Leben  in  den  Verwaltungszweig  der  Seewarte
gebracht;  da,  wo  früher  durch  Ueberbürdung  der  einzelnen  Beamten  Stockungen  aller  Art  den  erspriesslicheu
  Fortgang  der  Geschäfte  hinderten,  und  die  vielgegliederte  Thätigkeit  des  Institutes  der  wünschenswerthen
  Ordnung  entbehrte,  konnte  sich  nun  auch  das  Geschäftsleben  des  Institutes  im  engeren  Sinne  in
erfreulicher  Weise  gestalten.  Dieser  Umstand  ist  von  solcher  Tragweite  für  das  gedeihliche  Wirken  der
Seewarte,  dass  es  zweckmässig  erschien,  schon  an  dieser  einleitenden  Stelle  dessen  Erwähnung  zu  thun.
Wenn  in  dem  letzten  Jahres-Berichte  erwähnt  wurde,  dass  Herr  Dr.  Sprung  nach  Elsass-Lothringen
berufen  worden  war,  um  die  Organisation  der  Meteorologie  für  die  Reichslaude  vorzubereiten,  so  geschah
das  in  der  Hoffnung,  es  würde  in  dem  gegenwärtigen  Berichts-Jahre  mit  der  wirklichen  Organisation  unter
Leitung  des  genannten  jungen  Gelehrten  vorgegangen  werden.  Diese  Hoffnung  hat  sich  nicht  verwirklicht
und  in  Folge  davon  verblieb  Herr  Dr.  A.  Sprung  in  der  von  ihm  innegehabten  Stellung  eines  ersten
Assistenten  der  Abtheilung  III.
Auch  mit  Beziehung  auf  die  noch  ausstehende  Organisation  der  Meteorologie  in  Preussen  ist  im
Berichts-Jahre  ein  Fortschritt,  soweit  dieser  die  See  warte  berührt  hätte,  nicht  zu  verzeichnen.  Es  hat  dies
            
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