und die neuen Bundesländer. Das Projekt wurde
von der DFG unterstützt, im Zusammenhang mit
der Vermessung standen Stationsvergleiche mit
den beteiligten Observatorien.
Der Wingster Standard wurde während einer
internationalen Interkalibration in Chambon-Ia-
Foret, Frankreich, geprüft. Aus den Ergebnissen
konnten Rückschlüsse auf die Stabilität der Be
zugsniveaus des Observatoriums abgeleitet wer
den. Insbesondere ergab sich, daß nach dem
Wechsel des Deklinationsstandards Anfang des
Jahres keine Ablage mehr in die Mißweisung ein
gerechnet werden muß.
Um die durch unerkannte Basisschwankun
gen der Registrierinstrumente bedingte Unsicher
heit der Epochenwerte (Jahresmittel) zu verrin
gern, wurden hochstabile Variometer beschafft.
Die Installation der Geräte wurde vorbereitet.
Unter Federführung des BSH wurde der Mo
mentanwertvergleich mit europäischen Observa
torien fortgesetzt und ausgewertet. Die beteilig
ten Stationen erhielten die Monatsmittel der Diffe
renzen und eine Übersicht der von den Säkular
variationen befreiten maximalen Schwankungen
dieser Monatsmittel. Zwei neue Stationen konn
ten hinzugewonnen werden, so daß in Zukunft
25 Observatorien beteiligt sind. Je größer die
Zahl der Stationen ist, desto sicherer sind Rück
schlüsse auf mögliche Fehler der eigenen Instru
mente.
Aus den vorliegenden Minutenwerten der
Variationen wurden in Wingst vorläufige Tages
und Monatsmittel berechnet und veröffentlicht.
Mikrofilme der analogen Registrierungen der Va
riationen und Pulsationen wurden den Weltdaten
zentren zugesandt. Verschiedene Institutionen
Dienste
erhielten regelmäßig oder auf Anforderung Ko
pien der Magnetogramme.
Die Erdmagnetischen Jahrbücher Nr. 29
(1983), Nr. 30 (1984) und Nr. 31 (1985) wurden
bearbeitet und stehen vor dem Druck. Die Weltda
tenzentren erhielten Magnetbänder der endgülti
gen Minutenwerte derselben Jahre. Ebenso wur
de ein Magnetband für das Jahr 1991 erstellt und
das für 1992 vorbereitet. Damit konnte die beste
hende Lücke in der Folge der Jahrbücher des
Observatoriums und in den Minutenwerten für die
Weltdatenzentren verringert und die angestrebte
verzögerungsfreie Veröffentlichung endgültiger
Daten eingeleitet werden.
Wie in den Vorjahren wurde monatlich ein
Bericht über die magnetische Aktivität (Kennzif
fern und Effekte) herausgegeben. Die Kennzif
fern wurden außerdem im „Monthly Report“ des
Forschungs- und Technologiezentrums der Deut
schen Bundespost Telekom veröffentlicht und
über BTX verbreitet. Die Zusammenarbeit inner
halb der „Arbeitsgemeinschaft Ionosphäre“ der
deutschen geophysikalischen Institute und der
Union Radio Scientifique Internationale (URSI)
wurde fortgesetzt.
In Abb. 13 ist der langfristige Verlauf der De
klination seit Bestehen des Observatoriums in
Form von Jahresmitteln dargestellt (linke Skala,
in Bogengrad). Ebenfalls abgebildet ist die jährli
che Änderung der Deklination (Säkularvariation,
rechte Skala, in Bogenminuten). Der messenden
Erfassung und Berechnung dieses Voraussage
wertes in Wingst folgt die kartographische Bear
beitung für die Seekarten und Seehandbücher
(s. u.). Der vorläufige Charakter jüngerer Jahres
mittel macht sich in einer Streuung der Werte
bemerkbar.