accessibility__skip_menu__jump_to_main

Contents : Jahresbericht 1884

37

X.  Bericht  über  die  Thätigkeit  der  Abtheilung  IV.
Chronomelcr-Prüfungs-InstUut.
Inanspruchnahme  des  Institutes  von  Seiten  der  Chronometer-Fabrikanten  und  Schiffskapitäne.
Es  wurden  dem  Chronometer-Prüfungs-Institute  24  Marine  -  Chronometer  von  Schiffsführern  der  Handels-Marine
  zur  Beobachtung  übergeben.  Von  Uhrmachern  erhielt  die  Abtheilung  14  Chronometer.  Diese
Uhren  wurden  sämmtlich  einer  umfassenden  Prüfung  unterzogen  und  erhielten  durchgehends  die  Prädikate
„befriedigend“  oder  „gut“,  beziehungsweise  auch  „recht  gut“.  Ferner  wurden  der  Abtheilung  von  der
Deutschen  Polar-Kommission,  sowie  von  wissenschaftlichen  Instituten  5  Marine-Chronometer,  5  Präzisions-Taschenuhren,
  sowie  1  Pendeluhr  zur  Untersuchung  zugestellt.
Die  Chronometer-Konkurrenz-Prüfung.  An  der  am  13.  Oktober  1884  begonnenen  YIII.  allgemeinen
Konkurrenz-Prüfung  haben  sich  6  deutsche  Fabrikanten  durch  Einlieferung  von  im  Ganzen  28  Marine-Chronometern
  betheiligt.  Diese  Konkurrenz-Prüfung  wird  am  11.  April  1885  beendigt  werden  und  werden
ihre  Ergebnisse  alsdann,  wie  früher,  in  den  „Annalen  der  Hydrographie  und  Maritimen  Meteorologie“  veröffentlicht ­
  werden.
Nach  den  im  Vorstehenden  angegebenen  Zahlen  hat  im  Berichts-Jahre  die  Zahl  der  an  dem  Institute
untersuchten  Chronometer  im  Vergleiche  zu  den  beiden  vorhergehenden  Jahren  etwas  abgenommen.  Mit
Bezug  darauf  lässt  sich  eine  Erklärung  in  dem  Umstande  finden,  dass  sowohl  die  Unternehmungen  in
Verbindung  mit  der  Beobachtung  des  Vorüberganges  der  Venus  vor  der  Sonne  im  Jahre  1882,  als  auch  die
Aussendung  und  die  Rückkehr  der  Deutschen  Expeditionen  im  Systeme  der  internationalen  Polar-Forschung
die  Thätigkeit  des  Chronometer-Prüfungs-Institutes  ungewöhnlich  stark  in  Anspruch  nahm.  Allein,  vergleicht ­
  man  diese  Thätigkeit  mit  jener  früherer  Jahre,  so  ist  es  unverkennbar,  dass  dieselbe  nicht  nur  nicht
zu-,  sondern  abgenommen  hat  und  verursacht  es  einige  Schwierigkeit,  die  Gründe  für  diese  Erscheinung
klar  zu  legen.  Wir  haben  in  früheren  Jahres-Berichten  schon  darauf  hingewiesen,  dass  es  im  Interesse
sowohl  der  Schifffahrt  überhaupt,  wie  namentlich  auch  der  llhedereien  wünschenswert!!  sein  würde,  wenn
sowohl  die  Prüfung  aller  im  Handel  verkehrenden  Chronometer,  wie  namentlich  auch  der  Ankauf  derselben
auf  dem  Chronometer-Institute  statlfinden  würde,  bezw.  durch  Vermittelung  desselben  geschähe.  Im  gegenwärtigen ­
  Momente  lässt  sich  zur  Realisirung  dieser  Bedingungen  für  ein  erspriesslich  wirkendes  Chronometer-Prüfungs-Institut
  nur  sehr  wenig  thun.  Im  Uebrigen  verweisen  wir  auf  die  in  den  verschiedenen  Jahres-Berichten
  niedergelegten  Ausführungen.
Der  Bestand  des  Institutes  an  Apparaten  und  Modellen  wurde  im  Laufe  des  Berichts-Jahres  nicht
wesentlich  verändert;  auch  wurden  eingehendere  Untersuchungen  spezieller  Natur  mit  den  vorhandenen
Apparaten  nicht  ausgeführt.
Immerhin  darf  die  Wirksamkeit  des  Institutes  angesichts  der  im  vorigen  Jahre  schwer  darniederliegenden ­
  Verhältnisse  der  deutschen  Rhederei  als  ziemlich  befriedigend  bezeichnet  werden.
Wir  können  nicht  umhin,  auch  in  diesem  Jahres-Berichte  die  schon  zu  öfteren  Malen  hervorgehobene
Klage  zu  wiederholen,  dass  die  Theilnahme  unserer  Handels  -  Marine  an  den  Arbeiten  der  Abtheilung  noch
sehr  Vieles  zu  wünschen  übrig  lässt  und  erblicken  wir  in  erster  Linie  in  dem  Umstande,  dass  die  Führung
eines  regelmässigen  Chronometer-Journales  bis  heute  noch  keine  Aufnahme  gefunden  hat,  den  wesentlichsten
Grund  für  die  noch  mangelnde  Einsicht  in  die  grossen  Vortheile,  welche  eine  strengere  Untersuchung  der
zu  kaufenden  und  der  im  Gebrauche  befindlichen  Chronometer  für  die  Sicherheit  der  Schiffsführung  zu  gewähren ­
  vermag.
Es  besteht  die  Absicht,  am  Schlüsse  des  ersten  Dezenniums  der  Thätigkeit  der  Deutschen  Seewarte
einen  zusammenfassenden  Bericht  zu  veröffentlichen,  in  welchem  auch  die  Resultate  der  Arbeiten  und  Bestrebungen ­
  der  Abtheilung  IV  eine  volle  Berücksichtigung  erfahren  sollen;  es  ist  aus  diesem  Grunde  wohl
gerechtfertigt,  nicht  näher  auf  die  im  Obigen  nur  im  Allgemeinen  angedeuteten  Punkte  einzugehen.  So  viel
sei  nur  noch  erwähnt,  dass  ein  ausführlicher  Bericht  über  die  wissenschaftlichen  Ergebnisse  der  V.,  VI.
und  VII.  in  den  Jahren  1881—1884  in  der  Abtheilung  IV  der  Deutschen  Seewarte  abgehaltenen  Konkurrenz-Prüfung
  von  90  Marine-Chronometern  in  Arbeit  begriffen  ist  und  in  dem  Jahrgange  1888  (VI)  des  Werkes:
„Aus  dem  Archiv  der  Deutschen  Seewarte“  veröffentlicht  werden  wird.
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.