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durch das Konsulat zu San-Francisco 4 verschiedene Schiffe für 4 Reisen,
„ „ „ „ Hongkong 1 „ „ „ 1 „
„ „ „ » Singapore 2 „ „ „ 2 „
„ „ „ „ Melbourne 1 „ „ „ 1
Demnach erhielten 2B8 verschiedene Schiffe für 339 Reisen vollständige meteorologische Journale.
Doch wird von den meisten Konsulaten, wie bereits in früheren Berichten bemerkt worden ist, die Ausgabe
an Journalen der Direktion nicht regelmässig mitgetheilt und ist desshalb anzunehmen, dass die Anzahl in
Wirklichkeit höher gewesen ist.
Ausser jenen Schiffen wurden auch die Beobachtungs - Stationen auf dem Adlergrund und zu Punta
Arenas, sowie die in Neu-Guinea und in Lüderitz-Land zu gründenden Stationen, letztere zu Beobachtungen
auf Küstenfahrten, mit vollständigen meteorologischen Journalen ausgerüstet.
Durch die Agenturen II. Klasse zu Brake, Elsfleth, Flensburg, Lübeck, Wustrow, Barth und Memel
wurden im Berichts-Jahre Journale nicht ausgegehen.
Unter den 25 Kapitänen, welche im Berichts-Jahre 1885 als Mitarbeiter austraten, sind 7, die mit
Tode ahgegangen sind, zu erwähnen; nämlich die Kapitäne:
A.. Bendrat vom Segelschiffe „Betty“,
F. C. J. Föh „ „ „Amanda Elisabeth“,
C. Heimbruch „ Dampfschiffe „Fulda“,
R. Niejahr „ Segelschiffe „Hermann Friedrich“,
P. Petersen „ „ „Papa“,
A. F. Stoll „ „ „Kathinka“,
G. A. Trompetter vom „ „Stephan“.
Fast alle Genannten waren seit einer Reihe von Jahren im Interesse der wissenschaftlichen Unter
suchungen, welche als Hauptzweck der Deutschen Seewarte anzuerkennen sind, thätig gewesen. Insbe
sondere hat die Direktion den Verlust der Kapitäne Bendrat und Föh, als den langjähriger, treuer und
eifriger Mitarbeiter, schmerzlich zu beklagen. Die Genannten haben nicht nur durch die Führung des
meteorologischen Journals, sondern auch durch die Einsendung verschiedener ausführlicher und werthvoller
Berichte über die von ihnen besuchten Gewässer und Häfen ihr eifriges Bestreben erwiesen, zur Förderung
und Erleichterung des Seeverkehres nach Kräften beizutragen.
An Stelle der 28 ausgetretenen Mitarbeiter traten 30 Schiffsführer als solche ein.
Die Anzahl der von der Seewarte an Schiffsführer ausgeliehenen meteorologischen
Instrumente betrug zu Ende des Berichts-Jahres 158 Marine-Barometer, 630 gewöhnliche Thermometer,
7 Maximum-Thermometer, 9 Minimum-Thermometer und 7 Areometer gegen bezw. 146, 595, 0, 1 und 7 am
Ende des Jahres 1884. Die Vermehrungen gegen das Vorjahr rühren vornehmlich von der Ausrüstung der
überseeischen Landstatiouen her. Die grösste Anzahl der letzteren, nämlich die Stationen an der Küste
von Labrador erhielt die Instrument-Ausrüstung freilich schon früher. Erst im Laufe des Berichts-Jahres
ging die Verwaltung dieser Stationen an die Seewarte über. Die Abtheilung I wurde im Speziellen da
mit betraut.
Bei der grossen Ausdehnung, die der Beobachtungsdienst auf See gewonnen hat, und bei der häufigen
Erneuerung des Personales •—- es sind ja nicht nur die Kapitäne, sondern in vielleicht noch grösserer Zahl
die viel häufiger wechselnden Steuerleute bei der Beobachtung und Führung der meteorologischen Journale
betheiligt -— ist natürlich, um zuverlässige Resultate zu erzielen, eine unausgesetzte und strenge üeber-
wachung des meteorologischen Dienstes nothwendig. Letztere wurde Seitens der Abtheilung I in der bereits
in früheren Berichten gegebenen Weise auch in diesem Jahre durchgeführt, ünerachtet der hierauf ver
wendeten Sorgfalt und trotz der unzweifelhaft grossen Gewissenhaftigkeit, mit welcher die bei weitem grösste
Zahl der Schiffsführer ihren freiwillig übernommenen Verpflichtungen nachkommen, und die schon durch
die völlige Freiwilligkeit dieser Dienste gewährleistet wird, konnte doch nicht vermieden werden, dass auch
jetzt noch eine erhebliche Anzahl der eingelieferten Beobachtungs-Journale nicht allen Anforderungen ent
spricht. Dieser Tadel betrifft indessen fast nur die Ablesungen an den Instrumenten: Barometer und
Thermometer der Luft. Die hierin vorkommenden Fehler sind zu einem Theile auf die Mangelhaftigkeit
einiger, den Schiffen gehörender Instrumente, zu einem guten Theile aber auf die ünzweckmässigkeit der
Aufstellung derselben zurückzuführen. Die völlig entsprechende Aufstellung der Thermometer für Luft-