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Full text: Jahresbericht 1938

Das vierundsechzigste Jahr der Deutschen Seewarte, 1938. 
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Weiter wurden folgende große Chronometerprüfungen durchgeführt: Für 
die Kriegsmarine 139, für die Handelsschiffahrt und andere Auftraggeber 92, 
für Versuchszwecke 3; kleinere Prüfungen 17. Aufbewahrung und Beobachtung 
96 Chronometer. 
Die konstruktive Weiterentwicklung des Ankerchronometers machte Fort 
schritte, insbesondere wurden Versuche mit kleineren Hemmungsteilen erfolg 
reich angestellt. Weiter wurden längere Versuchsreihen mit neuen Spiralsorten 
aus Nivarox durchgeführt. 
Der 8. Wettbewerb für Präzisions-Taschenuhren fand in den Monaten März 
bis Juni statt. Geprüft wurden 16 Uhren: 2 der Sonderklasse, 5 der I. und 8 
der II. Klasse. In jeder der Klassen wurden gute Leistungen erzielt und mehrere 
Geldpreise ausgeteilt. Weitere Taschenuhrenprüfungen 315. 
Technisch wurden die Prüfungen neben der alten Methode mit Handtaster 
und Chronograph wieder zum großen Teil mit der Siemens’schen Zeitwaage 
durchgeführt. In einigen Fällen wurde außerdem eine neu beschaffte Zeitwaage 
der Fa. Gibbs, Chicago, benutzt. 
Die Aussendung der deutschen Zeitzeichen erfolgte wie im Vorjahre regeb 
mäßig über die nachstehenden Nauener Sender: 
Ü DFY (18130 m) 13 h DFY (18130 m) 
DGK ( 44.91m) DFC ( 23.10m) 
DFP ( 37.89 m) DGZ ( 20.54 m) 
Bei dem Nauener Sender DFY ist im Laufe des Berichtsjahres Vorsorge 
getroffen worden, daß die Zeitzeichen stets mit der vollen Energie von 365 kW 
ausgestrahlt werden. Das der Seewarte zur Verfügung stehende Kabel zur 
Übermittelung von Zeitzeichen zwischen Seewarte, Physikalisch-Technischer 
Reichsanstalt, Reichsrundfunkgesellschaft und Nauen wurde am 8. Juli 1938 auf 
Doppelstromtastung umgestellt; hierdurch ist eine wesentliche Steigerung der 
Betriebssicherheit in der Abgabe der Funkzeitzeichen erzielt worden. 
Der Deutschlandsender übertrug auf der Welle 1571 m wie bisher die Zeit 
zeichen l h mit und 13 1 * ohne Koinzidenzsignal. 
Der Reichssender Hamburg (331.9 m) mit seinen Sendern Hannover, Bremen, 
Flensburg, Magdeburg und Stettin (Gemeinschaftswelle 225.6 m) verbreiteten 
regelmäßig die aus 17 Punkten bestehenden Kurzzeitzeichen der Deutschen 
Seewarte zu den Zeiten 7 h , ll h , 15 h , 19 h und 23 h , der Deutschlandsender zu den 
Zeiten 7 h , 12 h , 18 h und 23 h . 
Trotz der durch den Umbau des Nebengebäudes verursachten schweren 
Beeinträchtigungen konnte die Betriebssicherheit und die Genauigkeit der aus 
gesandten Funkzeitsignale gegenüber dem Vorjahre gesteigert werden. 
Von den 1460 im Berichtsjahre auszusendenden Onogo- und Koinzidenz- 
Signalen fielen 6 = 0.4 % wiegen Störungen in der Leitung oder Apparatur aus. 
Der absolute Mittelwert aller Verbesserungen ergab sich zu 0 S .028 (Onogo- 
Signal nachts: (P.037, tags: (b.022, Koinzidenz-Signal nachts: 0 S .034, tags: 0 S .020). 
Bei der Abgabe der Signale lagen die Fehler in 98.2 % aller Fälle unterhalb des 
Betrages von OM, in 1.4% bleiben sie zwischen 0 s .l und 0 S .2, grobe Störungen 
und Ausfälle ereigneten sich in 0.4 % aller Fälle. 
Dem Bureau International de l’Heure in Paris wurden regelmäßig wöchentlich 
die Rohwerte der Signal Sendezeiten für die deutschen Funkzeitzeichen mitgeteilt. 
In der Veröffentlichung der Verbesserungen trat eine Änderung ein. Unter 
Wegfall der Verbesserungen für die Zeitsignale von Moskau RKE werden ab 
1. Januar 1938 laufend die Verbesserungen der deutschen Zeitsignale von Nauen
	        
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