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Volltext : Jahresbericht 1938

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Das  vierundsechzigste  Jahr  der  Deutschen  Seewarte,  1938.

2.  Meeresgeologie.
Die  Grundprobensammlung  wurde  organisiert  und  hat  bis  Ende  Dezember
über  2000  Proben  erbracht.  Es  haben  25  Reedereien,  JO  Behörden  und  Institute
und  19  Marine-Fahrzeuge  mitgearbeitet.  Die  Proben  verteilen  sich  auf  alle
Meere,  nur  die  australischen  Meere  fehlen  vorläufig.  Die  Proben  sind  zunächst
geordnet  untergebracht  und  karteimäßig  erfaßt.
Das  meeresgeologische  Laboratorium  ist  eingerichtet  worden.  Infolge  der
langen  Lieferfristen  wird  erst  zu  Beginn  des  neuen  Jahres  die  serienmäßige
Arbeit  aufgenonunen  werden  können.
Es  wurden  zwei  größere  Unternehmungen  durchgeführt:  im  Mai  die  Ablotung ­
  der  westlichen  Ostsee  mit  dem  Fischdampfer  „H.  A.  W.  Müller“  und  im
September  die  Ablotung  der  Danziger  Bucht  und  eines  Streifens  bis  Bornholm
mit  dem  D.  „Hecht“.
Auf  diesen  Fahrten  wurde  das  Piggotlot  und  ein  neuer  holländischer
Greifer  erprobt.
3.  Strom-  und  Wasserstandsmessung.
In  der  südlichen  Ostsee  wurden  wieder  während  einer  Periode  von  14  Tagen
synoptische  Strom-  und  ozeanographische  Beobachtungen  an  drei  Punkten
durchgeführt.  Das  Netz  von  Registrierpegeln  entlang  der  Ostseeküste  wurde
um  die  Pegel  Arkona  und  Heringsdorf  vermehrt.  Die  Anlage  in  Zoppot  wurde
umgebaut.
Der  örtliche  Sturmflutwarndienst  wurde  regelmäßig  durchgeführt.
Auf  zwei  Reisen  der  „Europa“  wurde  ein  neues  Gerät  zur  stereophotogram ­
  metrischen  Wellenaufnahme  erprobt.
4.  Nautisch-Methodisches  Yersuchswesen.
Die  Untersuchungen  über  künstliche  Horizonte  wurden  durch  praktische
Erprobung  auf  Kriegs-  und  Handelsschiffen  und  durch  Laboratoriumsversuch
der  Einwirkung  bekannter  periodischer  Beschleunigungen  auf  Libellen  fortgesetzt. ­
  Ferner  wurde  ein  Gerät  und  eine  Methode  zur  Messung  von  Azimutdifferenzen ­
  entwickelt  und  erprobt.  Die  Untersuchungen  über  die  Strahlenbrechung ­
  in  den  untersten  Luftschichten  wurden  durch  Meßreihen  bei  Kiel,  auf
Rügen  und  im  Atlantischen  Ozean  erweitert,  die  gewonnenen  Beobachtungen
befinden  sich  in  abschließender  Bearbeitung.
Für  die  Auswertung  astronomischer  Höhenbeobachtungen  wurde  die  Notwendigkeit ­
  vier-  oder  fünfstelliger  Rechnung  untersucht,  ferner  wurde  eine
Tafel  zur  vereinfachten  Berechnung  mit  angenommener  statt  der  gegißten  Breite
hergestellt.  Die  Erprobungen  von  Tafeln  und  Auswertegeräten  auf  Kriegs-  und
Handelsschiffen  werden  fortgeführt.  Das  Aeronautische  Jahrbuch  wurde  auf
4  Vierteljahrsbände  erweitert,  um  auch  eine  große  Zahl  von  Fixsternen  in  der
gleichen  Form  wie  Sonne,  Mond  und  Planeten  angeben  zu  können.
4.  Zeltdienst  (Gruppe  N/IV).
Der  61.  Wettbewerb  für  Seechronometer  wurde  Ende  Februar  beendet.
2  Instrumente  der  Fa.  A.  Lange  &  Söhne  und  eins  der  Fa.  P.  N.  Tietz  konnten
mit  Geldpreisen  ausgezeichnet  werden.  Eins  dieser  Chronometer  hatte  Ankergang.
Zum  62.  Wettbewerb,  beginnend  am  1.  November,  wurden  30  Chronometer
eingeliefert,  wozu  noch  ein  außer  Wettbewerb  zu  prüfendes  Versuchschronometer ­
  der  Deutschen  Uhrmacherschule  Glashütte  kommt.  Dieses  sowie  weitere
18  der  eingelieferten  30  Instrumente  sind  mit  Ankergang  ausgerüstet.
            
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