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Full text: Jahresbericht 1938

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Das vierundsechzigste Jahr der Deutschen Seewarte, 1938. 
Der „Seewart“ erschien im 7. Jahrgang regelmäßig monatlich mit einem 
Bandumfang von 424 Seiten und 37 Tafeln, welch letztere in der Gruppe ge 
zeichnet wurden. Neben der umfangreichen redaktionellen Arbeit wurden von 
der Gruppe 49 Beiträge geliefert, von den übrigen Gruppen der Abteilung 
10 Beiträge. 
2. Instrumenten-Prüfung und Attestierung, Agenturen 
(Gruppe N/II). 
Der Umfang der Prüftätigkeit der Gruppe und ihrer Außenstellen wird in 
der nautischen Zeitschrift „Der Seewart“ veröffentlicht werden. 
Auf Anregung des Reichsverkehrsministers wurde die Herstellung einiger 
Seitenlaternen aus Leichtmetall (Hydronalium) zur Untersuchung der See 
wasserbeständigkeit dieses Metalls in die Wege geleitet. 
Begutachtet wurde ein Modell der von dem Schweden Dr. Westmann er 
fundenen, neuartigen Seitenlichter. 
Mit Gruppe N/VI zusammen wurde ein neuer Magnetkompaß der Firma 
W. Ludolph untersucht. Ferner wurde die Beeinflussung des Magnetkompasses 
auf dem gestrandeten Fischdampfer „August Böhm“ durch Erschütterungen 
untersucht. Der Entwurf zu einem elektrischen Kompaß von Ing. Passarge 
wurde begutachtet. 
Am 1. April wurde die neue „Gebührenordnung für die Prüfung von In 
strumenten und Positionslaternen“ (vom 10. Juni 1937) in Kraft gesetzt. Neue 
Prüfungsvorschriften für Barometer und Thermometer mit entsprechender 
Dienstanweisung sind in Arbeit und sollen im Laufe des Jahres 1939 erscheinen. 
Die Vorarbeiten zur Herausgabe eines Handbuches für Magnetkompasse wurden 
fortgesetzt. An der Revision des von der Seeberufsgenossenschaft eingeführten 
Deviations-Tagebuches war die Gruppe beteiligt. 
Auch auf dem Gebiet des Funkpeilwesens hat die Tätigkeit zugenommen. 
Es gingen 95 Bordfunkpeilberichte ein. Soweit sie von dem vorhandenen Per 
sonal bearbeitet werden konnten, wurden die Ergebnisse den einsendenden 
Schiffen und Reedereien mitgeteilt. Die Erfahrungen über Funkbeschickungs 
änderungen wurden im „Seewart“ (1938, S. 135) der Allgemeinheit zugänglich 
gemacht. In zunehmender Zahl besuchten Kapitäne, Offiziere und Seefahrt 
lehrer die Seewarte, um sich in der Handhabung des Funkpeilers zu vervoll 
kommnen und sich über Fortschritte auf dem Gebiet des Funkpeilwesens und 
der Echolotung zu unterrichten. Gutachten wurden angefordert über die Funk 
peilanlagen auf „Baldur“, „Leverkusen“, 3 Neubauten und mehreren Fisch 
dampfern. Mehrfach waren vorgekommene Funkpeilstörungen aufzuklären. 
Auf einer mehrtägigen Reise des „Schulschiffes Deutschland“ in der Ostsee 
wurden die peiltechnischen Verhältnisse an Bord und die Arbeitsweise des 
eingebauten Richtungssuchers E 388 N untersucht. 
An der vom Reichsverkehrsministerium und Reichspostministerium ver- 
anlaßten Abnahmefahrt zur Erprobung und Freigabe des Peilgeräts E 404 N 
und des Richtungsflnders E 129 N für die Handelsschiff ah rt auf dem Tonnen 
leger „Weser“ war auch Gruppe N/H beteiligt. 
Die gemeinsam mit der Nachrichtenmittelversuchsanstalt durchgeführte 
Erprobung des Goniometers auf dem Dampfer „Europa“ wurde beendet; die 
Ergebnisse sollen veröffentlicht werden. 
Die Untersuchungen über die atmosphärische Beeinflussung der Funk 
peilung wurden mit der eigenen Peilanlage fortgesetzt. Das von der Gruppe 
entworfene Funkbeschickungstagebuch wurde durch die Seeberufsgenossen 
schaft als Anhang zum Schiffstagebuch obligatorisch eingeführt.
	        
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