Das vierundsechzigste Jahr der Deutschen Seewarle, 1938.
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Sonderflugberatungen (meist von Hamburg aus) fanden statt für deutsche,
italienische und einen polnischen Langstreckenflug.
Die südamerikanischen, besonders brasilianischen Strecken werden durch
den seit 1936 zum Condor-Syndikat in Rio beurlaubten Dr. Bullig beraten.
Während dessen Informationsreise nach Peru und Bolivien erfolgte die Beratung
der Flugstrecken Natal—Rio—Buenos Aires und Rio—Cuyaba vom Juli bis
Oktober täglich durch die Seewarte.
Seit April befindet sich auch Dr. Wölcken in Südamerika, der zum Meteorol.
Institut in Buenos Aires beurlaubt wurde.
Dem weiteren Ausbau des südatlantischen Wetterdienstes und somit der
Sicherung der südamerikanischen Flugstrecken dient auch die Verfolgung des
antarktischen Wettergeschehens. Nach der Teilnahme von Ref. Zech an der
Fahrt des Walfangmutterschiffes „Walter Rau“ bis zum Mai 1938 nahm Dr.
Regula an der Deutschen Antarktischen Expedition auf MS „Schwabenland“
ab Dezember 1938 teil. Während der Fangzeit gingen wieder regelmäßig von
den deutschen Walfangmutterschiffen Wettermeldungen ein.
3. Flugwetterdienst für Ostasienllüge.
Die planmäßig jede Woche stattfindenden Flüge der DLH nach Kabul
wurden von Athen an (und heimkehrend bis Athen) von hier aus beraten. Für
diesen Beratungsdienst wurde eine besondere „Wetterkarte für Ostasienflüge“
entworfen, die ganz Europa und Asien wie Nordafrika umfaßt.
Sonderflüge wurden beraten bis Tokio—Manila („Condor“, Fw 200), Karachi
und für einen Langstreckenflug der Arado-Werke von Benghasi bis nach
Kalkutta. Z. T. umfangreiche flugklimatologische Gutachten gingen diesen
Flügen voran.
5. Maritime Klimatologie.
Die Beobachtungen der am Wetterdienst beteiligten Handels
schiffe auf dem Ozean sowie der Nord-Ostsee -Schiffahrt und der
Fisch da mpfer konnten erweitert werden (s. S. 8 über Wetterraeldedienst).
Die Beobachtungsausrüstung der Schiffe wurde in verstärktem Maße verbessert.
Über den Umfang des von See erhaltenen Wetter-Beobachtungs
materials vgl. die Zusammenstellung über den Eingang der meteorologisch
hydrographischen Tagebücher auf S. 16 ; die Zahl der insgesamt erhaltenen
Beobachtungssätze konnte gegenüber dem Vorjahr um etwa 10 v. H. ge
steigert werden.
Die aus der Nordsee eingegangenen und die von den Fischdampfern
auf den Fangreisen im Nordmeer gewonnenen Wetterbeobachtungen sind
wie bisher von der Gruppe laufend kontrolliert und nach Ein-Grad-Feldern
zusammengestellt worden.
Für die „Monatskarten für den Nordatlantischen Ozean“
ist im Berichtsjahr für die Monate Januar bis Mai der meteorologische Inhalt
neu bearbeitet worden.
Uber die Beteiligung der Gruppe an den 1938 von der Kriegsmarine
herausgegebenen Seehandbüchern s. S. 17. Es sind die Abschnitte über
„Klima und Wetter“ folgender bis zum Schluß des Berichtsjahres noch nicht
erschienener Handbücher bearbeitet worden: „Westindien III“ und „Ceylon
und Malakkastraße“.
Ausgew’ählte Schiffe führten weiter Sonderbeobachtungen der
Luftfeuchtigkeit auf See mit dem Aßmannschen Aspirationspsychrometer aus.
Durch die deutschen Feuerschiffe wurde der Wetterbeobachtungs
dienst im allgemeinen unverändert fortgesetzt. Auch F-Sch. Elbe 1 (Ersatz)
beobachtet jetzt wie die anderen Feuerschiffe zu den acht synoptischen Ter