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Volltext : Jahresbericht 1938

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Das  vierundsechzigste  Jahr  der  Deutschen  Seewarte,  1938.

zweite  Gruppe  nunmehr  auch  vollständig  wiedergegeben,  ebenso  wie  einige
bisher  verkürzt  gebrachte  Auslandmeldungen  nun  Raum  zur  Wiedergabe  im
vollen  Schlüssel  erhielten.
Die  Auflage  des  „Täglichen  Wetterberichts“  betrug  am  Jahresende
575  Stück.
Die  „Berichtigungen  und  Nachträge“  der  deutschen  Boden-  und  Bergbeobachtungen ­
  wurden  bis  einschl.  Juni  fertiggestellt.
Zur  maritim-synoptischen  Forschung  wurden  aus  den  Anregungen, ­
  die  die  Verknüpfung  von  praktischem  Seewetterdienst  und  wissenschaftlicher ­
  Analyse  im  „Täglichen  Wetterbericht“  bietet,  u.  a.  folgende  Arbeiten
beigesteuert;
P  o  g  a  d  e  :  Zyklolyse  und  Zyklogenese  an  nordamerikanischen  Kaltfronten.
AH  32.
R  o  d  e  w  a  1  d  :  Der  „Deutschland“-Orkan  vom  13.1.1938.  AH,  243.
In  der  Steindruckerei  wurden  außer  dem  „Täglichen  Wetterbericht“,
im  Winter  dem  „Eisbericht“  und  der  „Eiskarte“  und  den  halbmonatlichen
„Musterbordwetterkarten“  77  verschiedene  größere  Druckarbeiten  ausgeführt,
in  erster  Linie  Tafeln  für  die  AH  und  den  Seewart.
2.  Wirtschaftswetterdienst.
Das  Frühjahr  1938  brachte  mit  seinen  sehr  starken  und  zahlreichen
Nachtfrösten  ausgiebiges  Material  über  das  Auftreten  von  Nachtfrost  in
dem  Sondernetz  und  ermöglichte  dem  Wirtschaftswetterdienst  zwei  Versuche
mit  rheinischen  Brikettöfen  zur  Verhütung  von  Nachtfrostschaden.  In  beiden
Versuchen  konnte  der  Beweis  für  die  Zweckmäßigkeit  dieses  Verfahrens  —
vor  allem  in  hochstämmigen  Obstanlagen  —  erbracht  werden.  In  einer  Sonderbearbeitung ­
  wurden  1938  diese  beiden  Versuche  geschildert,  eine  Untersuchung
über  den  Wert  der  Taupunkt-Nachtfrostvorhersage  und  eine  Darstellung  des
Auftretens  von  Nachtfrost  in  32  Nächten  gegeben.  Weiter  wurden  die  Temperaturkurven ­
  der  Jahre  1936/37  und  1938  gegenübergestellt  und  die  Entwicklung
der  Obstblüten  in  diesen  drei  Jahren  in  einer  bildlichen  Folge  gezeigt.
Wetterkartenausgabe.  Seit  dem  1.  Dezember  1938  wird  mit  Wegfall ­
  der  Magdeburger  Wetterkarte  auch  der  größte  Teil  des  bisherigen  Magdeburger ­
  Dienstbezirks  mit  Wetterkarten  der  hiesigen  Dienststelle  beliefert.  In
den  Wetterkarten  sind  die  bisher  von  Magdeburg  gebrachten  Pegel-  und
Tauchtiefenmeldnngen  der  Elbe  und  ihrer  Nebenflüsse  aufgenommen.  Die  Auflage ­
  der  Wetterkarte  betrug  Ende  1938  1010.
Das  Instrumentarium  wurde  vor  allem  durch  den  Einbau  eines
registrierenden  Windmessers  auf  dem  Gebäude  des  Wasserwerks  in  Curslack
für  Zwecke  des  Nachtfrostdienstes  erweitert  und  das  übrige  Instrumentarium
ergänzt.
Im  Zeitungswetterdienst  ist  keine  wesentliche  Änderung  eingetreten. ­
  Ende  1938  wurden  beliefert:  88  Zeitungen  mit  Wetternachrichten;
darunter  37  Zeitungen  mit  Wetterkartenmatern.  Außerdem  erhalten  12  Zeitungen
anderer  Wetterdienstbezirke  die  Wetterkartenmater.
Die  Inanspruchnahme  des  Wirtschaftswetterdienstes  zur  Erteilung
von  Auskünften  über  die  bevorstehende  sowie  über  die  vergangene
Witterung  und  die  Erteilung  von  Gutachten  ist  noch  immer  sehr  groß  geblieben.
Auskunfts-Abonnements  bestanden  27.
Im  S  t  r  a  ß  e  n  w  e  11  e  r  d  i  e  n  s  t  ist  keine  wesentliche  Änderung  eingetreten.
Im  Wintersportwetterdienst  traten  die  Meldungen  aus  der  Ostmark ­
  und  dem  sudetendeutschen  Gebiet  dazu.
Ende  1938  wurde  wieder  mit  den  Beobachtungen  im  Garten  des
früheren  Wirtschafts  Wetterdienstes  am  Mittelweg  begonnen.
            
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