Das vierundsechzigste Jahr der Deutschen Seewarte, 1938.
9
Gruppe
5
6
7
8
St.
W.
E.
St. W. E.
St.
W.
E.
St. W. E.
Januar—Mai . .
23
62
29 54 ;
29
54
27 54
Juni—Dezember
17
36
30
21 34 27
21
33
26
21 36 28
(Gruppeneinteilung: 1: Ostpreußische Küste, 2: Ostpommersche Küste,
3: Pommersche Bucht, 4: Seebereich Rügen, 5: Westliche Ostsee, 6: Westküste
Schleswig-Holsteins nördlich Büsum, 7: Helgoländer Bucht, 8: Oldenburgisch-
Ostfriesische Küste westlich Bremerhaven.)
Der Orkan warndien st für die deutschen Feuerschiffe trat viermal in
Tätigkeit: am 29. Januar für alle Feuerschiffe, am 3. April für die der Nordsee,
am 3. Oktober für alle, am 23. November für die der Nordsee.
Sonderwetterdienst: Für Auslandreisen von Kriegsmarine-Schul
schiffen wurden ausführliche Wetterlageberichte und Fahrtstreckenvorhersagen
gegeben.
Wiederum wurden bei Gelegenheit der alljährlichen Burnham-Regatta, für
die Nordsee-Regatta zu Pfingsten und für die große Ostsee-Regatta Helgoland
—Christiansand—Kopenhagen—Warnemünde—Bornholm—Arkona—Kiel Son
derwetterberatungen ausgeführt.
Der Auskunftdienst über künftiges Seewetter war weiterhin rege.
Bord Wetterdienst: In immer größerem Umfange gingen an Bord
nach dem „Ozeanfunk“ gezeichnete Wetterkarten zur kritischen Durchsicht
ein. Zur Unterstützung dieses Dienstes werden seit dem 15. September halb
monatlich sog. „Musterbordwetterkarten“ herausgegeben, die in verkleinertem
Maßstab die Wetterlage vom 1. und 15. jedes Monats so wiedergeben, wie sie
nach dem Ozeanfunk richtig zu zeichnen wäre. Die Karten haben gute Auf
nahme gefunden.
Wie alljährlich wurden die Teilnehmer am Seefahrtlehrerkursus
theoretisch und praktisch an mehreren Tagen in den Erfordernissen eines neu
zeitlichen Bordwetterdienstes unterwiesen.
c) „Täglicher Wetterbericht“.
Einige wesentliche Fortschritte sind im Berichtsjahr zu verzeichnen. Seit
dem 15. Januar werden F r o n t e n in die 8-, 14- und 19-Uhr-Karten eingedruckt.
Am 1. November wurden die Frontsymbole erweitert.
Die steigende Zahl der deutschen Schiffswettermeldungen führte
am 7. März zu einer Erweiterung des dafür vorgesehenen Tabellenraumes, in
den statt SO nun 13 6 Meldungen aufgenommen werden konnten.
Nachdem schon am 1. April eine Vermehrung der deutschen Meldungen
durch Hinzunahme der 2-Uhr-Beobachtungen vom Binnenlande erfolgt war,
trug ein Neudruck seit dem 3. Juni dem politischen Geschehen durch Aufnahme
von 6 ostmärkischen Stationen auf der ersten Seite Rechnung, von denen
eine — zuvor schon aufgelassene — am 31. Oktober durch die Sudeten-
stadt Eger ersetzt wurde.
Am 1. November erfuhr der gesamte Bericht eine durchgreifende Ver
änderung. Die in der Verarbeitung des aerologischen Materials gesammelten
Erfahrungen gestatteten, die Höhen Wetterkarten nach Westen auf den
Ozean genau so weit wie die 8-Uhr-Karte auszudehnen. Gleichzeitig wurde eine
Vergrößerung der „synoptischen Übersicht über die Höhenaufstiege“ um fast
30 v. H. unumgänglich notwendig. Die Wiedergabe der Aufstiegmeldungen
selbst konnte nun für alle Aufstiege nach einheitlicher Schlüsselform erfolgen.
Bei den deutschen Bodenbeobachtungen von 5, 11, 17 und 23 Uhr wurde die