28
Das zweiundsechzigste Jahr der Deutschen Seewarte, 1936.
liehen Beobachtungsdienst tätig. Vom 1. November ab wurde das Beobachtungs
programm der Ostseefeuerschiffe erheblich erweitert, indem von diesem Tage
ab die Stromangaben sechsmal täglich erfolgen statt dreimal, wie es bis dahin
der Fall war; außerdem wird seitdem täglich 8 Uhr eine hydrographische Serie
gewonnen zur Bestimmung von Temperatur und Salzgehalt in 5 m Tiefen
abstand. — Das auf allen Feuerschiffen benutzte Strommeßgerät ist im Laufe
des Jahres weiter verbessert worden, insbesondere durch allgemeine Einführung
eines Peilquadranten am Heck zur genaueren Bestimmung der Stromrichtung.
Die regelmäßige Sammlung von Temperaturwerten und Oberflächenproben
auf der Strecke Hamburg—New York wurde in der bisherigen Weise fortgesetzt.
b) Besondere Untersuchungen und Arbeiten.
Die Zusammenarbeit mit der Deutschen wissenschaftlichen Kommission für
Meeresforschung führte zur Ausführung hydrographischer Beobachtungen auf
zwei Fahrten des Reichsforschungsdampfers „Poseidon“ in die südliche Nord
see, und zwar vom 31. Januar bis zum 22. Februar und vom 26. April bis zum
4. Mai (vgl. AH 1936 und 1937 je im Märzheft).
Für die Sammlung der Schiffsversetzungen aus den westindischen Ge
wässern sind nunmehr alle hydrographisch-meteorologischen Tagebücher bis
zum Ende des Jahres 1934 ausgezogen. Die Sammlung kann damit als ab
geschlossen gelten; mit ihrer genauen Auszählung ist begonnen worden. —
Die Statistik der Seegangsstärken wurde auch für die Ostseefeuerschiffe
„Adlergrund“ und „Fehmarnbelt“ nahezu durchgeführt und im Berichtsjahre,
zumal im Anschluß an die Herbststürme, wieder mehrfach für Auskünfte an
Behörden und Einzelinteressenten verwendet. Für ihre weitere Auswertung in
me rische Angaben ist wertvoll die Zusammenarbeit mit dem Institut für See
flut T esen der Deutschen Versuchsanstalt für Luftfahrt (Leiter Dipl.-Ing.
Mev. '), das auf einigen Feuerschiffen ein Seegangsmeßgerät nach W. Pabst
in ve esserter Form in Betrieb hält. Das Gerät, das sich durch Handlichkeit
besonn s auszeichnet, wurde in einem Exemplar auch von der Deutschen
Seewarte beschafft zwecks Mitnahme auf ozeanographischen Untersuchungs
fahrten. (Es kann nur vom verankerten oder treibenden Schiff aus verwendet
werden.) Neben diesen genauen Messungen werden seit Herbst dieses Jahres
für einige Zeit von den Kapitänen aller Feuerschiffe möglichst sorgfältige
Schätzungen über Wellendimensionen und -perioden nach besonderer Anleitung
ausgeführt. Zwecks Besprechung über diese Sonderbeobachtungen besuchte
Dr. Schumacher zusammen mit Dipl.-Ing. Mewes im Laufe des Sommers und
Herbstes die Wasserbauämter. Dem im März d. J. gegründeten Ausschuß für
Seegangsuntersuchung in der Lilienthal-Gesellschaft für Luftfahrtforschung
gehört Dr. Schumacher als Mitglied an.
Gruppe N-A/B.
Schriftwaltung der „Annalen der Hydrographie usw.“ und
der Sammelreihe „Aus dem Archiv der Deutschen Seewarte“.
Der Jahrgang 1936 (Band 64) der „Annalen der Hydrographie und Mari
timen Meteorologie“ umfaßt 640 Textseiten mit 79 Textflguren und -abbildungen
sowie 81 Anhangstafeln einschließlich 11 Tabellentafeln. Als Beiheft zur
Septembernummer der Zeitschrift wurde anläßlich des 90. Geburtstages von
Wladimir Koppen das „Zweite Köppenheft der Ann. d. Hydr.
u. maritim. Met.“ herausgegeben in einer Stärke von 94 Seiten mit 40 Text
figuren und 8 Anhangstafeln. — Die 160 Abhandlungen und Mitteilungen der