Das zweiundsechzigste Jahr der Deutschen Seewarte, 1936.
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Warnungen durch den Rundfunk: Bei Sturmflutgefahr wurden
dem Reichssender Hamburg etwa 38mal Warnungen im Anschluß an die
Wasserstandsvoraussagen oder auch außerhalb der festgesetzten Zeit über
mittelt und von ihm sofort und wiederholt verbreitet,
d) Lehrtätigkeit.
In dem diesjährigen Lehrgang für Seefahrtschullehrer wurde die Behand
lung der Gezeitenerscheinungen, wie auch im Vorjahre, stärker berücksichtigt.
Die Teilnehmer wurden vier Tage lang in die Gezeitenkunde, den Aufbau und
Gebrauch der „Gezeitentafeln“ und in das Gebiet der Kartennullebenen ein
geführt. Besichtigungen und Erklärungen der Gezeitenrechenmaschine und
der Pegel sowie die Vorführung von Lichtbildern der Strommesser und Hoch
seepegel ergänzten den Lehrgang.
e) Instrumente.
Tischpegel: An die Relaisanlage des Pegeltisches wurden über Post
leitungen zwei weitere Pegeltische angeschlossen, die auf Veranlassung der
Behörde für Technik und Arbeit, Strom- und Hafenbau, von den Askania-
Werken A.-G., Berlin-Friedenau, geliefert und im Oberhafenamt und im Hafen
amt 1, auf dem Wachschiff bei den St. Pauli-Landungsbrücken, aufgestellt
wurden.
Hochseepegel: Die beiden Hochseepegel nach Dr. Rauschelbach
fanden bei den Gezeitenuntersuchungen der Forschungsabteilungen in Büsum
und Husum in der Nordsee Verwendung und haben dabei wieder einen wesent
lichen Teil der erhaltenen Beobachtungen geliefert.
Ablesegerät für Hochseepegelaufzeichnungen: Auf Grund
der Erfahrungen mit dem in der Werkstatt als Versuchsinstrument erbauten
Meßtisch zur Ausmessung von Hochseepegelaufzeichnungen wurde mit dem
Bau mehrerer Ablesegeräte durch die Firma Mechanoptik begonnen.
Flachseepegel: Der erste durchgebildete Flachseepegel wurde von
den Askania-Werken fertiggestellt und zunächst noch in der Werkstatt erprobt.
Gruppe N/H. Ozeanographie.
a) Regelmäßige hydrographische Arbeiten.
Die Feuerschiffsbeobachtungen aus dem Jahre 1935 wurden im November
in Heft 11 der Reihe „Meereskundliche Beobachtungen auf deutschen Feuer
schiffen der Nord- und Ostsee“ veröffentlicht. Zum ersten Male konnten auch
die Beobachtungen der FSch. „Außenjade“, „Elbe 2“ und „Elbe 3“ aufgenommen
werden; auf den beiden ersteren wird seit dem 1. Januar 1935 das volle Be
obachtungsprogramm der Nordseefeuerschiffe durchgeführt, auf dem letzteren
erfolgen seit dem gleichen Datum Beobachtungen von Temperatur und Salz
gehalt des Oberflächenwassers zu den gleichen Terminen wie auf den übrigen
deutschen Feuerschiffen der Nordsee. — Die seit dem 1. Januar 1935 zunächst
versuchsweise eingeführte Umstellung des Strombeobachtungsdienstes der
Nordseefeuerschiffe von vier- in zweistündlichen hat sich gut eingespielt. Wäh
rend das Jahr 1935 noch als Versuchsjahr gelten kann, werden die 1936 ge
wonnenen Beobachtungen bereits vollständig zur Veröffentlichung gelangen. —
Neu aufgenommen wurde während des Berichtsjahres (vom 1. Juli ab) der
meereskundliche Beobachtungsdienst auf den beiden noch fehlenden Ostsee-
feuerschiffen „Kiel“ und „Flensburg“. Mit der Einreihung auch dieser beiden
Feuerschiffe sind nunmehr alle deutschen Feuerschiffe für den meereskund-