Das zweiundsechzigste Jahr der Deutschen Seewarte, 1936.
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Mitarbeit am Seekartenwerk derKriegsmarine: Für die D.Adm.-
Krt. Nr. 251 „Island und die Färöer“ und Nr. 963 „Island bis Grönland mit
Dänemarkstraße“ sind die Linien gleicher Mißweisung für 1936 bzw. 1940 neu
bearbeitet worden. Für die Kompaßorte von 19 D. Adm-Krt. sind neue Werte
für die Mißweisung und ihre jährliche Änderung für verschiedene Epochen
vorausberechnet worden. — In der Wiedergabe dieser Werte in den D. Adm-Krt.
ist während des Berichtsjahrs eine grundsätzliche Änderung eingetreten. Bis
her wurden die Mißweisungswerte und die mutmaßlichen Werte der jährlichen
Änderung in den Kompaßrosen in Graden und Minuten angegeben. Unter Be
rücksichtigung der diesen Angaben mehr oder weniger anhaftenden Unsicher
heit werden sie im allgemeinen nur noch auf Zehntelgrade abgerundet in die
Seekarten eingetragen.
Für die Luftnavigationskarte von Deutschland (Maßstab 1:1000 000) und
für das Nordwest- und das Südwest-Blatt der Navigationskarte (1:2 000 000)
sind Isogonenvorlagen für das Jahr 1938 bearbeitet ’worden.
d) Schiffsmagnetlsmus. Magnetkompasse.
Begutachtet wurde die Kompaßaufstellung auf zwei Schiffsneubauten;
ferner wurde das Sachgebiet in 9 Fällen zur Aufklärung beobachteter Kompaß
störungen in Anspruch genommen. —• Neu herausgegeben wurden die Vor
schriften über die Einrichtung und Prüfung der auf Seeschiffen zu führenden
Magnetkompasse und eine Dienstanweisung zur Untersuchung von Magnet
kompassen. — Zur Vornahme einwandfreier schiffsmagnetischer Untersuchun
gen wurde der Bau eines eisenfreien Kompaßprüfhauses in Angriff genommen.
e) Schiffslaternen und nautische Meßgeräte.
Die außerordentliche Zunahme der Laternenprüfungen während des Be
richtsjahres erforderte wiederholt das Einlegen zusätzlicher Laternenprüftage.
— Im Berichtsjahr wurde zum erstenmal der Versuch unternommen, die
Prüfung der farbigen Vorsteckgläser auf Farbwirkung durch Beamte der Deut
schen Seewarte am Herstellungsort vornehmen zu lassen. Nach Überwindung
anfänglicher Schwierigkeiten hat sich dieses Verfahren gut bewährt und trägt
wesentlich zur Vereinheitlichung und Vereinfachung des Prüfverfahrens bei.
Bisher sind auf diese Weise rund 12 000 Farbgläser untersucht worden, von
denen etwa 40—50% als unbrauchbar verworfen werden mußten. — Die Unter
suchungen zur Vereinfachung des Prüfverfahrens wurden fortgesetzt. — Die
Neubearbeitung von Prüfungsvorschriften für Barometer, Thermometer und
Winkelmeßgeräte wurde vorbereitet.
f) Technische Navigation.
Im Berichtsjahr sind unter Mitarbeit einiger Kapitäne und Schiffsoffiziere
auf dem Gebiet des Funkpeilwesens verschiedene Sonderbeobachtungen durch
geführt worden, von denen bisher 7 Arbeiten ausgewertet werden konnten. Zur
Förderung bestimmter Aufgaben auf diesem Gebiet haben verschiedene
Reedereien, deren Schiffe mit Funkpeiler ausgerüstet sind, ihre Unterstützung
zugesagt. — Das Sachgebiet wurde wiederholt zur Begutachtung und Auf
klärung von an Bord beobachteten Störungen und anderen Erscheinungen in
Anspruch genommen. — Mit dem auf dem Erweiterungsbau der Deutschen
Seewarte aufgestellten Funkpeiler sind Untersuchungen über den Einfluß
meteorologischer Elemente auf die Genauigkeit der Funkpeilungen in Angriff
genommen worden; die Messungen sind noch nicht abgeschlossen. — Die
Untersuchungen über Schiffsnebelglocken wurden abgeschlossen; die Ergeb
nisse werden in der nautischen Zeitschrift der Deutschen Seewarte „Der See
wart“ veröffentlicht werden. — Im Einvernehmen mit der See-Berufsgenossen
schaft wurde die Herausgabe eines geeigneten Funkbeschickungstagebuchs
vorbereitet.