Das zweiundsechzigste Jahr der Deutschen Seewarte, 1936.
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Gruppe N/I.
Nautische Wetter-undMeereskunde^MienstimdKüstenkunde
a) Allgemeines.
Die wertvolle Steigerung der freiwilligen Mitarbeit an den Aufgaben der
Deutschen Seewarte von seiten der Kapitäne und Schiffsoffiziere der Handels
marine konnte wie in den voraufgegangenen Berichtsjahren auch im verflosse
nen Jahre beobachtet werden. Diese Feststellung ergibt die Zahl der Eingänge
an Berichten und Beobachtungen, die eine zu begrüßende Zunahme aufweisen.
Der eine Teil dieser Zunahme wird darauf zurückzuführen sein, daß es gelang,
von 35 Schiffen verschiedener Reedereien die Kapitäne und Offiziere als neue
Mitarbeiter zu gewinnen. Die Schiffe wurden mit den erforderlichen Instru
menten und Unterlagen ausgerüstet. Unter den teils recht bemerkenswerten
Berichten befanden sich auch solche, die Erfahrungen über zurückgelegte
Reisen im südlichen Indischen Ozean von Afrika nach Australien enthielten.
Sie konnten zur nochmaligen Überprüfung der Dampferwege des Dampferhand
buches für den Indischen Ozean noch verwendet werden. Hierdurch trat aller
dings eine kleine Verzögerung in der Fertigstellung des Werkes ein, die aber
für das Buch von Nutzen sein dürfte. Soweit der Stand der Arbeiten zu über
sehen ist, kann mit Herausgabe des Werkes gegen Ende März 1937 gerechnet
werden.
Mitte Mai 1936 erfolgte die Verlegung des Auswertungspersonals von den
Räumen des Hafendienstes nach den im Hauptgebäude hergerichteten Räumen,
in denen früher die Bibliothek untergebracht war. Gleichzeitig wurden in
diesen Räumen die Hollerith-Lochmaschinen aufgestellt, so daß eine einheitliche
Zusammenarbeit aller mit der Auswertung betreuten Arbeitskräfte erreicht ist.
Die Auswertung der neu eingehenden Tagebücher erfolgt nunmehr nach dem
Schlüssel des Lochkartenverfahrens und vereinfacht damit die Auszugsarbeiten.
Für anderweitige wetterkundliche Aufgaben wurden 4640 (2641) Standort
meldungen von Fischdampferkapitänen eingereicht. In anzuerkennender Weise
haben sich für diesen Dienst die Kapitäne freiwillig zur Verfügung gestellt.
Außerdem war es möglich, noch weitere 12 200 (9400) Standortmeldungen von
Heringsloggern für den gleichen Zweck zu verwenden.
Die zum Handgebrauch für Auskunftserteilung usw. in der Gruppe vor
handenen Seehandbücher und Leuchtfeuerverzeichnisse sowie die Seekarten
wurden nach den N. f. S. auf dem laufenden gehalten. Der Seekartensammlung
wurden überreicht:
59 vom Hydrographie Office, Washington,
7 „ Kungl. Sjökartenverket, Stockholm,
3 „ Kongelige Danske Sokort Archiv, Kopenhagen,
3 „ Kapitän Blunk, Hamburg.
b) Stand der Mitarbeiten zur See im Jahre 1936.
In den Dienst der freiwilligen Mitarbeit zur See haben sich gestellt 519
(446) Kapitäne und 1910 (1694) Offiziere auf 476 (357) Schiffen, darunter 16 (21)
Kapitäne und 26 (40) Offiziere von 16 (19) Fischdampfern. Die Liste der Mit
arbeiter zur See und der Schiffe erscheint in diesem Jahre in einem besonderen
Heft des „Seewärts“.
Verliehen wurde:
1. Die silberne Seewartenmedaille:
Herrn Kapitän M. Peisker | Herrn I. Offizier W. Glahn