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Full text : Jahresbericht 1936

Das  zweiundsechzigste  Jahr  der  Deutschen  Seewarte,  1936.

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litten  an  einer  sehr  starken  Inkonstanz  der  Wellenlänge)  konnten  4  Radiosonden ­
  mit  Erfolg  gestartet  werden.
Mit  Hilfe  einer  Umkonstruktion  konnte  das  Gewicht  der  Sonde  auf  500  bis
550  gr  (einschl.  Sender,  Antennen  und  allem  Zubehör  ohne  Fallschirm)  heruntergesetzt ­
  und  dabei  die  Stabilität  der  Konstruktion  noch  gesteigert  werden.
Die  Entwicklungsarbeiten  werden  fortgesetzt.
Es  ist  anzunehmen,  daß  die  Radiosonde  im  Laufe  des  Jahres  1937  reif  zum
Einsatz  wird.
3.  Sonstige  aerologische  Untersuchungen.
a)  Verstrahlungen  in  der  Stratosphäre.
Die  Bearbeitung  einer  Serie  von  10  Registrierballon-Aufstiegen,  welche  im
Mai  1934  im  Laufe  von  24  Stunden  gestartet  waren,  wurde  abgeschlossen.  Diese
Serie  gab  vor  allem  einen  Überblick  über  die  Fehlerhaftigkeiten,  mit  welchen
bei  Registrierballon-Aufstiegen  gerechnet  werden  muß,  insbesondere  zeigten
sich  in  der  Stratosphäre  Yerstrahlungsfehler  bis  zu  6°  C  zwischen  8  und  16  Uhr.
b)  Dissertationen.
Mehrere  Dissertationen,  welche  im  Meteorologischen  Institut  der  Hansischen ­
  Universität  ausgeführt  wurden,  bezogen  sich  auf  die  Verwertung  aerologischen
  Materials.

Gruppe  W/Kol.
Koloniale  und  überseeische  Meteorologie  und  Klimatologie.
Organisation:  Die  anhaltende  ungünstige,  teilweise  schwierige  Wirtschaftslage ­
  in  Ubersee  hat  wie  in  den  Vorjahren  leider  bei  einzelnen  Beohachtungswarten
  zu  einer  vorübergehenden  oder  völligen  Einstellung  ihrer  Beobachtertätigkeit ­
  geführt.  Wenn  trotzdem  die  Zahl  der  freiwillig  und  unentgeltlich ­
  für  die  naturkundlichen  Aufgaben  der  Anstalt  in  Übersee  arbeitenden
Deutschen  gegenüber  dem  Vorjahre  nicht  gesunken  ist,  so  dankt  die  Deutsche
Seewarte  diese  erfreuliche  Tatsache  in  erster  Linie  der  selbstlosen,  keine  Opfer
scheuenden  Hilfsbereitschaft  aller  ihrer  Mitarbeiter.  Im  Berichtsjahre  gingen
die  regelmäßigen  Beobachtungen  von  186  Stationen  (1935:  184)  ein.  Von  diesen
befanden  sich  u.  a.  139  auf  deutschen  Pflanzungen,  31  bei  Missionsstationen,
6  bei  kaufmännischen  Unternehmungen.  Die  in  den  Vorjahren  begonnene  Verbesserung ­
  und  Erweiterung  des  Beobachtungsdienstes  konnte  dank  der  Bereitwilligkeit ­
  und  des  Verständnisses  der  Mitarbeiter  fortgeführt  werden.  Auch
wurde  wieder  eine  Reihe  von  Warten,  besonders  auf  Pflanzungen,  zu  solchen
höherer  Ordnung  ausgebaut.
An  der  vom  4.  Februar  bis  16.  April  1936  durch  den  Reichskolonialbund
Ortsgruppe  Hamburg,  die  Landesunterrichtsbehörde  und  den  Nationalsozialistischen ­
  Lehrerbund  Gau  Hamburg  veranstalteten  Kolonialausstellung  beteiligte ­
  sich  die  Deutsche  Seewarte  durch  die  Gruppe  W/Kol  mit  einer  Sonderschau ­
  „Klimaforschung  in  Ubersee“.  In  Auswahl  und  an  Beispielen  wurde
neben  einem  Überblick  über  die  deutsche  klimatologische  Forschung  der  Vorkriegszeit ­
  in  den  alten  Schutzgebieten  die  gegenwärtige  freiwillige  Mitarbeit
von  deutschen  Pflanzern,  Kaufleuten,  Missionaren,  Ärzten  und  Schulen  in  Ubersee ­
  an  der  Durchführung  der  Aufgaben  zur  wissenschaftlichen  Aufschließung
der  Welt  für  die  Bedürfnisse  des  Weltverkehrs  und  der  Weltwirtschaft  aufgezeigt. ­

Im  Rahmen  der  umfassenden  Aufgaben  des  Amtes  „Schönheit  der  Arbeit“
in  der  N.  S.  Gemeinschaft  „Kraft  durch  Freude“  (Deutsche  Arbeitsfront)  wurden
zur  Feststellung  der  gesundheitlichen  Arbeits-  und  Wohnverhältnisse  an  Bord
            
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