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Das zweiundsechzigste Jahr der Deutschen Seewarte, 1936.
Im Berichtsjahr wurden die Prüfanlagen überholt und verbessert. Die Be
lüftung und der Strahlungsschutz der oben auf S. 10 erwähnten Bord-Schleuder-
thermometer wurden auf breiterer Grundlage untersucht mit dem Ziel, das
Instrument noch zu vereinfachen. Es wurde weiterhin ein Kipp-Aspirations-
psychrometer gebaut, das z. B. für die Messung von Temperatur und Feuchte
an der Mastspitze verwendet werden soll. Im übrigen sind die Außenstellen,
z. B. die Feuerschiffe, instrumenten betreut worden; mehrere wurden, wie oben
erwähnt, mit selbstschreibenden Windmessern ausgerüstet.
Neu ausgerüstet wurden 2 Bordpilotstationen und 3 Schiffswetterwarten
(s. S. 12).
Geeicht wurden im Berichtsjahr 52 Windmeßgeräte, IS Geräte für Druck
messung, 8 für Temperatur- und Feuchtemessung.
Gruppe W/MYA. Meteorologische Versuchsanstalt.
In engster Arbeitsgemeinschaft mit dem Meteorologischen Institut der
Hansischen Universität wurden vor allem die aerologischen Aufgaben gepflegt,
und zwar in dreifacher Weise:
1. Durch Wahrnehmung der von der Internationalen Aerologischen Kom
mission angesetzten Termine für Registrierballon-Auf stiege;
2. durch instrumentelle Entwicklungsarbeiten, insbesondere an Radiosonden;
3. durch sonstige aerologische Untersuchungen.
1. Registrierballon-Aufstiege zu den internationalen Terminen.
Im Berichtsjahr 1936 wurden sämtliche von der Internationalen Aero
logischen Kommission festgesetzten Termine wahrgenommen. Im Juli wurden
6 Registrierapparate gestartet, im internationalen Monat November 33. Für die
November-Aufstiege stellte das Aeronautische Observatorium, Lindenberg,
6 Apparate zur Verfügung, die an der MVA nur gestartet wurden, deren Aus
wertung jedoch in Lindenberg erfolgte, so daß die MVA 33 Aufstiege vor
bereitet und, soweit zurückgekehrt, ausgewertet hat. Bisher liegen 17 Registrie
rungen ausgewertet vor. 3 Aufstiege waren wegen beschädigter Registrierung
nicht auswertbar. Die hohe Verlustziffer erklärt sich zum Teil aus ungünstigen
Windverhältnissen, zum Teil liegt sie darin begründet, daß die Wahrscheinkeit,
einen Apparat zu finden, im Winter erheblich geringer ist als im Sommer.
Außerdem wurden ausgewertet: 1 Aufstieg vom März 1936 und die rest
lichen Aufstiege von 1933.
2. Instrumentelle Entwicklungsarbeiten.
a) Bimetalluntersuchungen.
Die Untersuchungen an Bimetallen wurden fortgesetzt. Es wurden 7 Sorten
Bimetalle durch systematische und oft wiederholte Massen-Eichungen unter
sucht auf Unterschiede der verschiedenen Bimetalle gegeneinander und vor
allem auf die Beständigkeit der Eichkonstanten jedes einzelnen Bimetalls. Es
zeigte sich vor allem, daß Bimetalle erst nach mehrmaliger Eichung zur
Messung in der Atmosphäre verwendet werden können, und daß die Beständig
keit der Eichkonstanten auch dann noch sehr verschiedenartig ist. Neben an
deren Ergebnissen wurde eine neue Eichmethode entwickelt. Die bisherigen
Ergebnisse werden demnächst im Rahmen einer Dissertation veröffentlicht
werden.
b) Radiosondenentwicklung.
Die im letzten Jahresbericht angegebenen Entwicklungsziele wurden weiter
verfolgt. Trotz anfänglich großer Schwierigkeiten mit den Sendern (die Sender