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Full text : Jahresbericht 1936

Das  zweiundsechzigste  Jahr  der  Deutschen  Seewarte,  1936.

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Die  Flüge  der  Deutschen  Lufthansa  über  den  Südatlantik,  die  wöchentlich
einmal  in  jeder  Richtung  erfolgten,  wurden  auf  der  Strecke  Marseille—Bathurst
von  Hamburg  aus  beraten,  ebenso  eine  Reihe  von  Überführungsflügen.  Die
Beratung  des  eigentlichen  Transozeanflugs  erfolgte  durch  die  auf  den  Flugzeughilfsschiffen ­
  befindlichen  Wetterwarten,  denen  zu  diesem  Zweck  die  Wetterlage
und  ihre  mutmaßliche  Änderung  auf  dem  Nordatlantik  verschlüsselt  übermittelt
wurde.
Eine  entsprechende  Beratungstätigkeit  wurde  ausgeübt  für  die  Versuchsflüge ­
  der  Lufthansa  über  den  Nordatlantik  (Hamburg—Lissabon—Horta—New
York  und  zurück  nach  Europa),  die  in  der  Zeit  vom  5.  September  bis  zum
20.  Oktober  stattfanden.  Hier  erfolgte  die  unmittelbare  Flugberatung  von  Hamburg ­
  aus  bis  zu  den  Azoren.
Umgekehrt  wurden  die  Wetter-  und  Standortsmeldungen  der  Luftfahrzeuge,
die  1-,  2-  oder  6-stündlich  abgegeben  wurden,  nach  Hamburg  auf  dem  Funkwege
gemeldet  und  zur  Beurteilung  der  Wetterlage  auf  dem  Ozean  verwendet.
Die  Vorausberechnung  der  Standorte  der  Handelsschiffe,  die  für  die  Abgabe ­
  von  Wettermeldungen  an  die  über  dem  Ozean  befindlichen  Luftschiffe  und
Flugzeuge  in  Frage  kamen,  ist  in  noch  höherem  Maße  als  im  Vorjahre  durchgeführt ­
  worden.  Die  so  gewonnenen  graphischen  Schiffsfahrpläne  wurden  den
Wetterwarten  der  Hilfsschiffe  zur  Mitteilung  an  die  Luftfahrzeuge  übermittelt.
Gutachten  und  Auskünfte,  besonders  für  den  nordatlantischen  Versuchsdienst ­
  der  Lufthansa,  wurden  an  Luftfahrtgesellschaften  mehrfach  abgegeben.
2.  Ozeanflugwetter  warten.
Auf  den  Stützpunkten  für  den  Südatlantikflug  —  Bathurst  (Westafrika)  und
Fernando  Noronha  (Südamerika)  —  waren  die  Flugzeughilfsschiffe  D.  „Westfalen“ ­
  und  MS.  „Schwabenland“,  in  der  2.  Jahreshälfte  auch  MS.  „Ostmark“
abwechselnd  eingesetzt.  Den  auf  ihnen  eingesetzten  Wetterwarten  lag  die  Beratung ­
  der  Ozeanstrecke  ob  auf  Grund  der  von  der  Deutschen  Seewarte  übermittelten ­
  Übersichten,  ihrer  eigenen,  besonders  Höhenwindmessungen  und  der
von  ihnen  unmittelbar  aufgenommenen  Schiffs-  und  Landmeldungen.  Während
der  Versuchsflüge  auf  dem  Nordatlantik  führte  „Schwahenland“,  deren  Wetterwarte ­
  mit  2  Meteorologen  besetzt  war,  vom  26.  August  bis  zum  30.  Oktober  die
Fahrten  Hamburg—Lissabon—Ponta  Delgada—Horta—New  York—Bermuda—
Horta—Sydney—Bremen  aus,  um  die  unterwegs  befindlichen  Flugzeuge  zu
beraten.
Die  Ausrüstung  der  Hilfsschiffe  mit  meteorologischen  Meßgeräten  erfolgte
durch  die  Deutsche  Seewarte  während  der  Liegezeiten  der  Schiffe  in  Hamburg
oder  Bremen.

GruppeW/J.  Wetterinstrumente.
Die  im  Jahre  1936  vorgenommene  Einrichtung  der  Instrumentengruppe
im  Gebäude  der  Seewarte  selbst  hat  sich  in  hohem  Grade  bewährt.  Die  Verbringung ­
  der  Instrumente  von  den  Schiffen,  die  oft  nur  kurze  Zeit  im  Hafen
liegen,  in  die  Werkstatt  und  wieder  zurück  ist  außerordentlich  vereinfacht.
Ebenso  sind  die  Schiffe  mit  viel  kürzerem  Zeitaufwand  zu  besuchen,  wenn  der
Zustand  der  Instrumente  zu  untersuchen  ist.  Diese  Vereinfachung  und  Zeitersparnis ­
  fällt  beträchtlich  ins  Gewicht,  weil  die  Apparate  auf  Schiffen  wegen
des  Salzwassers  und  wegen  der  Gefährdung  an  Deck,  besonders  bei  stürmischem
Wetter,  einem  viel  stärkeren  Verschleiß  ausgesetzt  sind  als  an  Land.  Gerade
der  starke  Verschleiß  und  die  Möglichkeit,  die  Reparaturen  raschestens  auszuführen, ­
  machen  das  Vorhandensein  einer  gut  ausgerüsteten  Werkstätte
mit  Hilfsmitteln  für  alle  Justierungen  vorteilhaft.
            
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