Das einundsechzigste Jahr der Deutschen Seewarte, 1935.
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Wegekarten gezeichnet worden. Die Wettermeldungen der Ozeanluftfahrzeuge
haben sich für die Diagnose und Prognose um so wertvoller erwiesen, als die
Zahl der Schiffswettermeldungen aus dem Raume "Westafrika— Südamerika,
namentlich seit dem Herbste geringer geworden ist. Im Hinblick auf die stei
gende Bedeutung der Wettermeldungen von Ozeanluftfahrzeugen ist für die
Internationale Direktorenkonferenz in Warschau eine Denkschrift über die Ver
schlüsselung derartiger Beobachtungen ausgearbeitet worden.
Karten: Die von Reg. Rat Dr. Schumacher (Gruppe H) bearbeiteten „Größt
kreiskarten für Luftnavigation“ sind in neuer Auflage herausgegeben worden.
In den Karten der neuen Auflage sind eine Anzahl von Orten und Beispiele,
die die Anwendung der Karten für die Größtkreisnavigation und die Funkortung
erläutern, hinzugefügt worden. Außerdem sind von den mehrfarbigen Karten
Schwarzdrucke als Kartenformulare hergestellt worden. Die Größtkreiskarten
sind im Berichtsjahre in größerer Zahl abgegeben worden. — Die beiden im
Ozeanflugwetterdienst benötigten Wetterkartenvordrucke mußten ebenfalls in ver
besserter Auflage herausgebracht werden.
Bearbeitungen: Die für den Luftverkehr im westafrikanischen Monsungebiet
bedeutungsvollen Tornadowetterlagen sind von Dr. Regula bearbeitet worden.
Ebenso hat Dr. Regula auf Grund der Wetterbeobachtungen von Schiffen und
Luftfahrzeugen die periodischen und unperiodischen Veränderungen des Strom
feldes im Mallungengürtel zwischen Westafrika und Südamerika untersucht.
Für eine von Min. Rat Dr. Habermehl herauszugebende Flugmeteorologie hat
Prof. Seilkopf den maritimen Teil bearbeitet.
d) Flugwetterwarte D. „Westfalen“.
Von den beiden Flugzeughilfsschiffen der Deutschen Lufthansa versah der
D. „Westfalen“ seinen regelmäßigen Dienst fast während des größten Teiles vom
Jahre bei Fernando Noronha. Während des gemeinsamen Dienstes der Deutschen
Lufthansa mit der Deutschen Zeppelin-Reederei von Anfang April bis Ende Juni
konnte die „Westfalen" zwischen den 14 tägigen Abschüssen vom 17.—23. Mai
nach Bathurst fahren, dort an Stelle von „Schwabenland“ den Dienst durchführen
und anschließend vom 15.—20. Juni Las Palmas zur Ausrüstungsergänzung
anlaufen. Nachdem am 6. Juli die „Westfalen“ wieder bei Fernando Noronha
lag, übernahm die Lufthansa allein den 7 tägigen Postdienst. Ende September
wurden „Westfalen“ und „Schwabenland“ wiederum gegeneinander ausgetauscht.
„Westfalen“ war vom 26. September bis 19. Oktober wieder in Bathurst und fuhr
dann vom 5.—29. November zur Grundüberholung nach Bremen. Am 29. No
vember verließ „Westfalen“ wieder die Weser und traf am 12. Dezember in Bath
urst ein, wo sie bis über das Jahresende hinaus blieb.
Während ihrer Stationierung auf der südamerikanischen Seite lief „West
falen“ alle 2—3 Wochen zwischen den Flügen auf 2—3 Tage Pernambuco an.
Der Aufgabenkreis für die Flug Wetterwarte „Westfalen“ vergrößerte sich
im Laufe des Jahres. Von Mai ab übernahm die Flugwetterwarte „Westfalen“
die verantwortliche Beratung der Ozeanflüge, da die Flugwetterwarte „Schwaben
land“ nach dem Ausscheiden von Dr. Soltau nur noch mit einem Meteorologen
besetzt war. Während der Fahrten des L. S. „Graf Zeppelin“ wurde es auf dem
letzten Streckenabschnitt etwa zwischen den Kapverdischen Inseln und Pernam
buco von der Flugwetterwarte beraten, ebenfalls auch auf den Zwischenreisen
nach Rio de Janeiro. Außerdem wurden erst versuchsweise, dann regelmäßig
alle Flüge des Condorsyndikates in Südamerika meteorologisch beraten.
Als die „Westfalen“ gegen die „Schwabenland“ ausgetauscht wurde, blieb
Dr. Bullig in Pernambuco, um von Land aus oder von Bord der „Schwabenland“
aus den Beratungsdienst für das Luftschiff und für das Condorsyndikat durch
zuführen. Während der Zeit der Landaufenthalte von Dr. Bullig wurden die
Ozeanflüge jeweils von dem Meteorologen des abschießenden Schiffes beraten.
In gleicher Weise wie im Vorjahr wurde an Bord regelmäßig auf Grund
der von der Seewarte übermittelten Berichte und der selbst aufgenommenen
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