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Full text: Jahresbericht 1934

Das sechzigste Jahr der Deutschen Seewarte, 1934. 
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Entwicklung von Radiosonden: Mißerfolge mit Radiosonden im Polarjahr 
wurden Veranlassung zu versuchsweisen Arbeiten mit neuartigen Radiosonden. 
Engültige Ergebnisse konnten, da diese Arbeiten erst im Dezember 1934 auf 
genommen wurden, noch nicht erzielt werden, doch ließ sich bereits feststellen, 
daß durch instrumenteile Vereinfachungen sich die Betriebssicherheit steigern 
und die Betriebskosten herabsetzen lassen. 
Pilotaufstiege: Im Berichtsjahr wurden 132 Höhenwindmessungen ausgeführt, 
deren mittlere Höhe 10725 m betrug. Die drei höchsten Aufstiege waren 21000 m 
am 30. Mai, 21000 m am 13. Juni und 20300 m am 11. Mai. Der Notgemeinschafts- 
Stipendiat Dr. W. Piersig hatte eine kritische Sichtung des vorliegenden Materials 
an hohen Pilotaufstiegen und eine Neubearbeitung der Strömungsverhältnisse 
in der Stratosphäre begonnen. 
Wolkenbeobachtung: Der im Rahmen des II. Internationalen Polarjahres ent 
wickelte automatische Wolkenbildner mit Kugelspiegel (Georgi, Met. Z. 1923 S. 459) 
wurde im Berichtsjahr weiter verbessert. Die Aufnahmen erfolgen nur zu be 
liebigen vollen Stunden, jedoch stets nur als Doppelaufnahme im Abstand von 
60 9 , um auf diese Weise fortlaufend Material zur Bestimmung von Richtung und 
Geschwindigkeit des Wolkenzuges zu gewinnen. Der Apparat kann durch Druck 
aut mehrere im Hause verteilte Handkontakte jederzeit in Tätigkeit gesetzt werden. 
c) Werkstatt und Instrumentenprüfung. 
Neben der laufenden Instandhaltung der zahlreichen Instrumente der MVA, 
der Beobachtungsgeräte der Wetter dienst-Abteilung sowie der Bordpilotenaus 
rüstungen der sechs Höhenwindmeßstellen und der beiden schwimmenden Flugwetter 
warten „Westfalen“ und „Schwabenland“ der Seewarte wurden die Versuche zur 
Verbesserung des Bord-Instrumentariums fortgesetzt. Sie erstreckten sich vor 
wiegend auf die Entwicklung eines Wasserschöpf-Thermometers für die Ober 
fläche, das geringere Beeinflussung der geschöpften Wassermenge durch Wind 
und Strahlung zulassen sollte als das im Gebrauch befindliche Modell. Versuchs 
reihen im Windkanal wurden durch Dr. W. Paap durchgeführt. Ferner wurden 
Versuche zur Herstellung eines strahlungsfreien, also auch in den Tropen an Stelle 
des „Assmann“ zu verwendenden Schleuderthermometers angestellt. 
Die Zahl der Prüfungen wissenschaftlich-meteorologischer Instrumente belief 
sich auf 253. Im Berichtsjahr erfolgte als Abschluß von Erörterungen, die in 
das Jahr 1933 zurückgehen, eine Neuregelung der Prüfung dieser Instrumente. 
In Zukunft werden Prüfungen einer größeren Anzahl gleicher Instrumente durch 
die Physikalisch-Technische Reichsanstalt in Charlottenburg, sog. Typenprüfungen, 
hingegen nach wie vor bei der Meteorologischen Versuchsanstalt der Deutschen 
Seewarte vorgenommen. 
d) Klimatologische Termin-Beobachtungen. 
Nachdem infolge des Erweiterungsbaues der Seewarte die bisherige In 
strumentenwiese nordöstlich neben dem Hauptgebäude in Fortfall gekommen war, 
hat dieGruppeMVAdie bisher dort durchgeführten klimatologischenBeobachtungen 
und Registrierungen für die Gruppe Kl übernommen.
	        
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