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Full text : Jahresbericht 1934

Das  sechzigste  Jahr  der  Deutschen  Seewarte,  1934.

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gischen  Beobachtungen  sind  weitergeführt  worden.  Ebenso  sind  die  Verdunstungsmessungen ­
  fortgesetzt  worden.
Der  Wetterdienst  ist  bis  zum  Einsatz  der  Flugwetterwarte  M.  S.  „Schwabenland“ ­
  an  der  afrikanischen  Seite  in  der  bisherigen  Weise  durchgeführt  worden,
indem  die  Flugwetterwarte  D.  „Westfalen“  die  Strecke  Las  Palmas—Bathurst—
D.  „Westfalen“—Natal  beraten  hat.  Nachdem  D.  „Westfalen“  dann  auf  der  südamerikanischen
  Seite  (Fernando  Noronha—Pernambuco)  eingesetzt  worden  ist,
ist  die  Hauptberatungstätigkeit  auf  die  Flugwetterwarte  M.  S.  „Schwabenland“
konzentriert  worden,  während  die  Flugwetterwarte  D.  „Westfalen“  die  Beratung
für  den  Nordostbrasilien  vorgelagerten  Ozeanraum  übernommen  hat.  Auch
L.  S.  „Graf  Zeppelin“  ist  für  den  letzten  Teil  der  Ozeanstrecke  bis  Pernambuco
mit  Wettervorhersagen  versorgt  worden.
e)  Flugwetterwarte  M.  S.  „Schwabenland“.
In  dem  zum  2.  Flugstützpunkt  umgebauten  M.  S.  „Schwabenland",  dem  früheren
M.  S.  „Schwarzenfels“  der  Hansa-Linie  (8000  Br.-Reg.-T.),  sind  für  die  Flugwetterwarte ­
  ein  Arbeitsraum  und  zwei  Wohnkammern  für  die  beiden  Meteorologen
eingebaut  worden.  Instrumenteil  ist  die  Flugwetterwarte  in  gleicher  Weise  wie
die  auf  D.„Westfalen“  ausgerüstet  worden;  auch  ist  eine  Anlage  zur  Registrierung
von  Windrichtung  und  -geschwindigkeit  (Kontaktschalenkreuzanemometer)  aufgestellt ­
  worden.
Die  Ausreise  erfolgte  von  Bremerhaven  am  23.  August.  In  den  Flugdienst
ist  M.  S.  „Schwabenland“  in  der  Weise  eingeschaltet,  daß  es  nach  Übernahme
der  von  Las  Palmas  eingetroffenen  Flugpost  von  Bathurst  aus  mit  einem
Walflugboot  an  Bord  in  See  geht,  zwischen  9°  und  13°  N-Br.  das  Flugboot
nach  Natal  abschleudert  und  dann  nach  Bathurst  zurückkehrt.  Mithin  werden
nur  die  ausgehenden  Flugzeuge  von  „Schwabenland“  katapultiert.  Während
über  Bathurst  des  Gelbfiebers  wegen  Quarantäne  verhängt  wurde,  hat  M.  S.
„Schwabenland“  vom  16.  bis  27.  November  diesen  Dienst  über  Porto  Praja  (Cap
Verden)  versehen;  die  Flugstrecke  wurde  von  Las  Palmas  über  Porto  Praja—
M.  S.  „Schwabenland“  nach  Natal  geführt.  Als  in  der  Zeit  der  Weihnachtsfahrt
vom  L.  S.  „Graf  Zeppelin“  je  ein  Postflug  ausfiel,  konnte  M.  S.  „Schwabenland“
Mitte  Dezember  für  einige  Tage  Las  Palmas  anlaufen.  Die  Aufenthalte  auf  dem
Cap  Verden  und  den  Ganaren  boten  den  beiden  Meteorologen  eine  notwendige
klimatische  Abwechselung  gegen  das  ungesunde,  erschlaffende  Küstenklima  von
Bathurst.
Die  Beobachtungstätigkeit  entspricht  der  auf  D.  „Westfalen“.  Von  der  Ausreise ­
  bis  zum  Schluß  des  Berichtsjahres  sind  142  Höhenwindmessungen  durchgeführt ­
  worden.  Besondere  Aufmerksamkeit  ist  bei  den  regelmäßigen  Fahrten
von  Bathurst  nach  SW  und  zurück  der  Änderung  der  Wind-  und  Wetterverhältnisse
beim  Durchfahren  des  kühleren  Küstenstroraes  gewidmet  worden.  Zur  Beobachtung ­
  und  Untersuchung  des  Staubgehaltes  des  Luft  in  der  Harmattanzeit  ist
ein  Staubmesser  von  Zeiß  (Konimeter)  erprobt  worden.
Als  die  Deutsche  Lufthansa  nach  dem  vorübergehenden  Auflegen  von
L.  S.  „Graf  Zeppelin“  im  November  den  wöchentlichen  Flugdienst  übernahm,
wurde  die  Beratungstätigkeit  der  Flugwetterwarte  M.  S.  „Schwabenland“  stark
vermehrt;  sie  hat  nicht  nur  die  Flüge  zwischen  Las  Palmas  und  Bathurst  und
von  M.  S.  „Schwabenland“  nach  Natal  zu  beraten,  sondern  auch  der  Flugwetterwarte ­
  D.  „Westfalen“  die  Unterlagen  für  die  Beratung  der  Flüge  von  D.  „Westfalen“ ­
  nach  Bathurst  zu  liefern.
            
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