accessibility__skip_menu__jump_to_main

Full text : Jahresbericht 1934

38

Das  sechzigste  Jahr  der  Deutschen  Seewarte,  1934.

wellenstation  der  Flugfernmeldestelle  Hamburg  ausgestrahlt  worden,  die  auch
die  einkommenden  Wetter-,  Standort-  und  Betriebsmeldungen  vermittelt  hat.
Die  Kurzwellenstelle  ist  Ende  des  Jahres  nach  Quickborn  verlegt  worden.
Wetter-  und  Standortmeldungen  von  Seefliigen:  Von  den  Südamerikafahrten
von  L.  S.  „Graf  Zeppelin“  und  von  den  Ozeanflügen  der  Deutschen  Lufthansa
sind  regelmäßig  Wetter-  und  Standortmeldungen  übermittelt  worden.  Das  Luftschiff ­
  hat  von  den  Beobachtungszeiten  0,  6,  12  und  18  Uhr  MGZ.,  im  Fahrtabschnitt ­
  zwischen  den  Cap  Verden  und  Pernambuco  jedoch  in  zweistündigen  Abständen ­
  verschlüsselte  Wetterbeobachtungen  gefunkt,  während  von  den  Ozeanüberquerungen ­
  der  Flugzeuge  im  allgemeinen  stündliche  Wettermeldungen  eingegangen ­
  sind.  Die  drahtlos  eingehenden  Wetterbeobachtungen  der  Ozeanluftfahrzeuge ­
  dienen  der  Vervollständigung  der  Ozeanwetterkarte  und  der  Ozeanflugberatung. ­
  Für  die  Brasilienfahrten  vom  Luftschiff  sind  auf  Grund  der  Standortund
  Wettermeldungen  wiederum  Wegekarten  entworfen  worden.
Über  die  drahtlosen  Wettermeldungen  hinaus  sind  sowohl  vom  Luftschiffbau
Zeppelin  wie  von  der  Deutschen  Lufthansa  wertvolle  meteorologische  Beobachtungen ­
  der  Seewarte  zugeleitet  worden.
Karten.  Mit  Rücksicht  auf  die  Erweiterung  des  westafrikanischen  Sammeltelegramms ­
  von  Dakar  und  auf  Anregung  vom  Luftschiffbau  Zeppelin  mußte
ein  neues  Wetterkartenformular  für  den  Nord-  und  Südatlantischen  Ozean  herausgebracht ­
  werden,  das  bis  20°  O-Lg.  reicht.
d)  Flugwetterwarte  D.  „Westfalen“.
Nach  Beendigung  der  Weihnachts-  und  Neujahrsliegezeit  in  Las  Palmas  hat
D.  „Westfalen“  wieder  Bathurst  (Gambia)  aufgesucht,  um  von  dort  aus  den  zunächst ­
  14  tägigen  Flugdienst  der  Lufthansa  zu  bedienen.  In  diesem  Plane  ist
D.  „Westfalen“  jeweils  bis  etwa  9°  N-Br.  gefahren  und  hat  dort  das  ausgehende
Flugboot  nach  Natal  abgeschleudert.  Dann  ist  D.  „Westfalen“  der  Flugstrecke
weiter  gefolgt,  um  das  heimkehrende,  von  Natal  kommende  Flugzeug  meist
zwischen  3°  und  5°  N.  Br.  mit  Hilfe  des  Schleppsegels  und  Kranes  aufzunehmen
und  dort  das  bereitstehende  Anschlußflugzeug  nach  Bathurst  abzuschleudern.
Hierauf  ist  jeweils  Bathurst  wieder  angelaufen  worden.  Mitte  Februar  und  Ende
März  hat  D.  „Westfalen“  für  einige  Tage  SSo  Vicente  (Cap  Verden)  aufgesucht.
Als  Ende  Mai  der  14tägige  Luftverkehr  nach  Südamerika  vorübergehend  vom
Luftschiffbau  Zeppelin  übernommen  wurde,  kehrte  D.  „Westfalen“  zu  Überholungsund ­
  Umbauarbeiten  in  die  Heimat  zurück  (6.  bis  25.  Juni).
Während  der  Werftliegezeit  in  Bremen  ist  auch  eine  2.  Kammer  für  die
Flugwetterwarte  eingebaut  worden,  sodaß  der  bisherige  Arbeitsraum  nicht  mehr
gleichzeitig  als  Wohnraum  für  die  beiden  Meteorologen  zu  dienen  braucht.
Die  Arbeite-  und  Unterkunftsmöglichkeit  ist  hierdurch  wesentlich  verbessert  worden.
Am  7.  Juli  traf  D.  „Westfalen“  wieder  auf  dem  Gambia-River  ein,  um  in  der
bisherigen  Weise  die  Flugzeuge  der  Lufthansa  zu  bedienen.  Anfang  September
ist  D.  „Westfalen“  durch  das  2.  Lufthansa-Hilfsschiff  M.  S.  „Schwabenland“  abgelöst ­
  und  auf  die  südamerikanische  Seite  der  Flugstrecke  beordert  worden.
Dort  nimmt  D.  „Westfalen“  bei  den  brasilianischen  Inseln  Fernando  Noronha  die
von  Natal  anfliegenden  Flugboote  auf  und  schleudert  sie  auf  1°—2°  S-Br.  nach
Bathurst  ab.  Hierbei  berühren  nur  die  heimkehrenden  Flugzeuge  D.  „Westfalen“.
In  den  Zwischenzeiten  wird  Pernambuco  angelaufen.  Die  Übernahme  einer  Luftpostverbindung ­
  des  7  tägigen  Dienstes  durch  die  Weihnachtsfahrt  des  L.  S.  „Graf
Zeppelin“  hat  es  ermöglicht,  daß  D.  „Westfalen“  Mitte  Dezember  zu  kurzem  Aufenthalte ­
  Rio  de  Janeiro  anlaufen  konnte.  Die  Meteorologen  der  Flugwetterwarte
haben  bei  dieser  Gelegenheit  Fühlung  mit  den  Condor-Syndikate  und  mit  dem
Brasilianischen  Meteorologischen  Institut  genommen.
Der  Beobachtungsdienst  ist  wie  im  Vorjahre  durchgeführt  worden.  Besonders
sind  die  Höhenwindmessungen  betrieben  worden.  Vom  Januar  bis  Mai  sind  220,
von  Juli  bis  zum  Schluß  des  Jahres  202,  insgesamt  422  Pilotballone  aufgelassen
worden.  Die  schon  auf  der  1.  Versuchsfahrt  begonnenen  sohiffsraum-meteorolo-
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.