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Das sechzigste Jahr der Deutschen Seewarte, 1934.
wellenstation der Flugfernmeldestelle Hamburg ausgestrahlt worden, die auch
die einkommenden Wetter-, Standort- und Betriebsmeldungen vermittelt hat.
Die Kurzwellenstelle ist Ende des Jahres nach Quickborn verlegt worden.
Wetter- und Standortmeldungen von Seefliigen: Von den Südamerikafahrten
von L. S. „Graf Zeppelin“ und von den Ozeanflügen der Deutschen Lufthansa
sind regelmäßig Wetter- und Standortmeldungen übermittelt worden. Das Luftschiff
hat von den Beobachtungszeiten 0, 6, 12 und 18 Uhr MGZ., im Fahrtabschnitt
zwischen den Cap Verden und Pernambuco jedoch in zweistündigen Abständen
verschlüsselte Wetterbeobachtungen gefunkt, während von den Ozeanüberquerungen
der Flugzeuge im allgemeinen stündliche Wettermeldungen eingegangen
sind. Die drahtlos eingehenden Wetterbeobachtungen der Ozeanluftfahrzeuge
dienen der Vervollständigung der Ozeanwetterkarte und der Ozeanflugberatung.
Für die Brasilienfahrten vom Luftschiff sind auf Grund der Standortund
Wettermeldungen wiederum Wegekarten entworfen worden.
Über die drahtlosen Wettermeldungen hinaus sind sowohl vom Luftschiffbau
Zeppelin wie von der Deutschen Lufthansa wertvolle meteorologische Beobachtungen
der Seewarte zugeleitet worden.
Karten. Mit Rücksicht auf die Erweiterung des westafrikanischen Sammeltelegramms
von Dakar und auf Anregung vom Luftschiffbau Zeppelin mußte
ein neues Wetterkartenformular für den Nord- und Südatlantischen Ozean herausgebracht
werden, das bis 20° O-Lg. reicht.
d) Flugwetterwarte D. „Westfalen“.
Nach Beendigung der Weihnachts- und Neujahrsliegezeit in Las Palmas hat
D. „Westfalen“ wieder Bathurst (Gambia) aufgesucht, um von dort aus den zunächst
14 tägigen Flugdienst der Lufthansa zu bedienen. In diesem Plane ist
D. „Westfalen“ jeweils bis etwa 9° N-Br. gefahren und hat dort das ausgehende
Flugboot nach Natal abgeschleudert. Dann ist D. „Westfalen“ der Flugstrecke
weiter gefolgt, um das heimkehrende, von Natal kommende Flugzeug meist
zwischen 3° und 5° N. Br. mit Hilfe des Schleppsegels und Kranes aufzunehmen
und dort das bereitstehende Anschlußflugzeug nach Bathurst abzuschleudern.
Hierauf ist jeweils Bathurst wieder angelaufen worden. Mitte Februar und Ende
März hat D. „Westfalen“ für einige Tage SSo Vicente (Cap Verden) aufgesucht.
Als Ende Mai der 14tägige Luftverkehr nach Südamerika vorübergehend vom
Luftschiffbau Zeppelin übernommen wurde, kehrte D. „Westfalen“ zu Überholungsund
Umbauarbeiten in die Heimat zurück (6. bis 25. Juni).
Während der Werftliegezeit in Bremen ist auch eine 2. Kammer für die
Flugwetterwarte eingebaut worden, sodaß der bisherige Arbeitsraum nicht mehr
gleichzeitig als Wohnraum für die beiden Meteorologen zu dienen braucht.
Die Arbeite- und Unterkunftsmöglichkeit ist hierdurch wesentlich verbessert worden.
Am 7. Juli traf D. „Westfalen“ wieder auf dem Gambia-River ein, um in der
bisherigen Weise die Flugzeuge der Lufthansa zu bedienen. Anfang September
ist D. „Westfalen“ durch das 2. Lufthansa-Hilfsschiff M. S. „Schwabenland“ abgelöst
und auf die südamerikanische Seite der Flugstrecke beordert worden.
Dort nimmt D. „Westfalen“ bei den brasilianischen Inseln Fernando Noronha die
von Natal anfliegenden Flugboote auf und schleudert sie auf 1°—2° S-Br. nach
Bathurst ab. Hierbei berühren nur die heimkehrenden Flugzeuge D. „Westfalen“.
In den Zwischenzeiten wird Pernambuco angelaufen. Die Übernahme einer Luftpostverbindung
des 7 tägigen Dienstes durch die Weihnachtsfahrt des L. S. „Graf
Zeppelin“ hat es ermöglicht, daß D. „Westfalen“ Mitte Dezember zu kurzem Aufenthalte
Rio de Janeiro anlaufen konnte. Die Meteorologen der Flugwetterwarte
haben bei dieser Gelegenheit Fühlung mit den Condor-Syndikate und mit dem
Brasilianischen Meteorologischen Institut genommen.
Der Beobachtungsdienst ist wie im Vorjahre durchgeführt worden. Besonders
sind die Höhenwindmessungen betrieben worden. Vom Januar bis Mai sind 220,
von Juli bis zum Schluß des Jahres 202, insgesamt 422 Pilotballone aufgelassen
worden. Die schon auf der 1. Versuchsfahrt begonnenen sohiffsraum-meteorolo-