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Full text: Jahresbericht 1934

Das sechzigste Jahr der Deutschen Seewarte, 1934, 
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und -Vorhersagen versorgt worden. Zur Vorbereitung der Fahrt sind die 
typischen Wetterlagen im mittleren und südlichen Südamerika untersucht worden, 
wobei sich einige neue Gesichtspunkte zur Vorhersage der Pamperos und an 
derer Kaltluftstürme Südamerikas ergeben haben. Auf der Ausreise von Rio 
nach Buenos Aires hat das Luftschiff am 29. Juni einen Pampero angetroffen, 
in dem der Wind bis 16 m/sec auffrischte und der sich dann bis zum nordöstlichen 
Brasilien verfolgen ließ. Auch diese Wetterlage ist für den Luftschiffbau 
Zeppelin bearbeitet worden. 
Der planmäßige zunächst 14 tägliche Flugverkehr der Deutschen Lufthansa 
nach Südamerika ist am 3. Februar aufgenommen, worden. Seit Beginn des 
wöchentlichen Dienstes Ende Juli ist mit Ausnahme der Donnerstage an allen 
Tagen mindestens ein deutsches Luftfahrzeug auf der T-O-Strecke; während der 
Fahrten des L. S. „Graf Zeppelin“ in dem gemeinsamen Flugplan traf dies auch 
für die Donnerstage zu. Der Beratungsdienst hat sich infolgedessen gegenüber 1933 
nahezu verdoppelt. Die Beratung der Flüge zwischen Sevilla (Cadiz) und Las 
Palmas erfolgt durch die Seewarte unmittelbar. Ebenso werden die heimkehren 
den Flugzeuge Sevilla—Marseille beraten und auch die ausgehenden Marseille— 
Sevilla, soweit sie mit Kurzwellengerät ausgerüstet sind. Die Flugzeuge auf den 
Strecken Las Palmas—Bathurst—Natal werden von den Flugwetterwarten M. S. 
„Schwabenland“ und D. „Westfalen“ beraten. Beide Flugwetterwarten werden 
aber laufend mit verschlüsselten Übersichten über die Wetterlage auf dem Ozean 
versorgt, die außerdem Vorhersagen über die Änderung der Lage enthalten. 
Außer den Planflügen war eine Reihe von Überführungsflügen zwischen 
Travemünde und Cadiz zu beraten sowie ein Verkehr er kundungsf lug nach Irland 
(Cork) im September. 
Wie in den Vorjahren sind die Schleuderstartflüge der Deutschen Lufthansa 
von den Schnelldampfern „Bremen“ und „Europa“ nach Southampton beraten 
worden. 
Außerplanmäßig sind für eine größere Anzahl von sonstigen Seeflügen 
Wetterübersichten und Vorhersagen abgegeben worden. 
Ende August und Anfang September ist wieder ein Ostasienflug der 
Deutschen Lufthansa beraten worden, der Überführungsflug des Flugzeugs 
Ju 52 D—ABAN nach Schanghai für den Flug von Athen nach Karatschi und 
längs der chinesischen Küste. Für den letzten Streckenabschnitt ist das Flug 
zeug am 5. und 6. September über einen durch die Formosastraße wandernden 
Taifun drahtlos unterrichtet worden. 
Wetterfernmeldedienst für Ozeanflüge: Die wahrscheinlichen Schiffsstandorte 
aus dem Raume Südwesteuropa bis Südamerika mußten für den Ozeanflugwetter 
dienst wieder vorausberechnet werden. Ihre Zahl war doppelt so groß wie im 
Vorjahre. Für die 12 Südamerikafahrten von L. S. „Graf Zeppelin“ sind die 
Schiffsstandorte in Karten eingetragen worden, die dem Luftschiffbau zugestellt 
worden sind. Für den Südamerikaflugdienst der Deutschen Lufthansa sind die 
Standorte in graphischen Fahrplänen dargestellt worden, die die Flugwetter 
warten D. „Westfalen“ und M. S. „Schwabenland“ laufend erhalten haben. 
Der nunmehr während des ganzen Jahres aufrechterhaltene Flugdienst nach 
Südamerika hat zu einer ständigen Erweiterung des Seeobs-Dienstes der Schiffe 
auf der Südamerika-, West- und Südafrikafahrt geführt, wobei sich die weitere 
Ausrüstung der Schiffe mit Kurzwellengerät vorteilhaft ausgewirkt hat. Ein 
großer Teil der Seeobs-Meldungen aus dem Raume südlich der Ganaren ist durch 
M. S. „Schwabenland“ oder D. „Westfalen“ gesammelt worden. 
Für die Buenos Aires-Fahrt (3. Südamerikafahrt) des L. S. „Graf Zeppelin“ 
hat das Gondor-Syndikat auf Anregung der Seewarte den südamerikanischen 
Sammelfunkspruch um eine Anzahl von Beobachtungen aus Argentinien, Chile 
und Peru erweitert, die vom Brasilianischen Meteorologischen Zentralinstitut 
zur Verfügung gestellt worden sind. 
Die Wetterfunksprüche an die beratenen Luftfahrzeuge, an die Flugwetter 
warten M. S. „Schwabenland“ und D. „Westfalen“ und an die Schnelldampfer 
„Europa“ und „Bremen“ für die Schleuderstartflüge sind wieder durch die Kurz
	        
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