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Full text: Jahresbericht 1934

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Das sechzigste Jahr der Deutschen Seewarte, 1934. 
c) Koloniale und überseeische meteorologische Beobachtungen. 
Organisation: Infolge der ungünstigen Wirtschaftslage hat sich die Zahl der 
überseeischen Beobachtungswarten nicht wesentlich geändert. Im Berichtsjahre 
waren 166 Stationen tätig (1933 157). Von diesen befanden sich 115 auf 
Pflanzungen, 27 bei Missionsstationen, 22 bei kaufmännischen Unternehmungen 
und je 1 bei einem Konsulat und einer deutschen Auslandschule. — Dank der 
selbstlosen Mitarbeit der überseeischen Beobachter und der zunehmenden Er 
kenntnis der volks- und weltwirtschaftlichen Bedeutung naturkundlicher Be 
obachtungen war es möglich, den Beobachtungsdienst auf den Stationen zu ver 
bessern und zu erweitern sowie eine Reihe von Warten zu solchen höherer 
Ordnung auszubauen. 
Die in den Vorjahren im Hinblick auf die Belange des ozeanischen Luftverkehrs 
begonnene Sammlung von Proben atmosphärischen Staubes in Meeresgebieten 
wurde fortgeführt. Die Proben wurden dem mineralogisch-geologischen Institut 
der Universität Rostock zugeleitet. Ihre Untersuchung wird auch Aufschluß 
geben über die Herkunft gewisser Bestandteile der Ablagerungen des Meeresbodens. 
In größerem Umfange als bisher konnte das volkswirtschaftlich bedeutsame 
Problem der Bekämpfung von Ladungsbeschädigungen auf Schiffen infolge 
Schweißwasser- und Fäulnisbildung in Angriff genommen werden. Mit Unter 
stützung der Wissenschaftlichen Akademikerhilfe bei der Deutschen Forschungs 
gemeinschaft und verschiedener Reedereien traten 8 Jungakademiker 4 größere 
Studienfahrten an zum Zwecke der systematischen Untersuchung des Verhaltens 
der Luft in den Laderäumen fahrender Seeschiffe. 
Herrn Dr. jur. H. Michler in Berlin, ehemaligem Schiffsoffizier, gebührt der 
Dank der Deutschen Seewarte nicht nur für die Idee dieses Unternehmens, 
sondern insbesondere dafür, daß es seiner Energie gelang, maßgebende Kreise 
von dessen volkswirtschaftlichen Notwendigkeit zu überzeugen und so die 
finanzielle Unterstützung durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft zu erwirken, 
ohne welche die Ausführung der Fahrten ausgeschlossen gewesen wäre. 
Es ist der Seewarte eine angenehme Pflicht, auch an dieser Stelle allen 
Mitarbeitern in Übersee zu danken für ihre opferbereite Beobachtertätigkeit. 
Bearbeitung der Beobachtungen: Die Verarbeitung des Beobachtungsmaterials 
für seine Verwertung in der Praxis ließ sich aus Personalmangel nicht in der 
gewünschten Weise und in hinreichendem Maße durchführen. — Aus den ein 
gegangenen Beobachtungstabellen und aus den auf Anregung des Seewarte ein 
gesandten Berichten gingen 24 Veröffentlichungen hervor, die in den „Ann. d. 
Hydr. usw.“ erschienen. 
Lehrtätigkeit iiml Unterrichtung: An dem Ausbildungskursus für den praktischen 
meteorologischen Beobachtungsdienst für Ärzte, der wie in den Vorjahren im 
Anschluß an die Übungen des Institutes für Schiffs- und Tropenkrankheiten ab 
gehalten wurde, beteiligte sich auch im Berichtsjahre eine große Zahl in- und 
ausländischer Ärzte. — Zur Unterrichtung arbeiteten als Volontäre: 
Pflanzer Reiner, Tobelo, Halmahera (Molukken); Missionar Spangenberg, 
Kobela, Abessinien; Kaufmann H. Schröder, Bata, Spanisch-Guinea; Studien 
assessor Boehm, Hamburg. 
Die Teilnehmer an den schiffsraum-meteorologischen Studienfahrten wurden 
zu einem mehrwöchigen Kursus auf der Seewarte vereinigt und in Vorträgen 
und Übungen auf ihre Aufgaben vorbereitet: Studienassessoren Edeler, Nienaber, 
Pflugbeil, Dr. Poltz, Schwieker, Steffen sowie Dr. Höller und 
Brandtner, Hamburg. 
Die Zahl der zum Zwecke der Beratung in meteorologischen und instru- 
mentellen Fragen sowie des Gedanken- und Erfahrungsaustausches die Gruppe 
W/Kl besuchenden Übersee-Mitarbeiter (Pflanzer, Kaufleute, Ärzte, Missionare, 
Offiziere der Handelsmarine usw.) hat erfreulicherweise weiter zugenommen.
	        
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