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Das sechzigste Jahr der Deutschen Seewarte, 1934,
werden. Die seit langem geplante Sturrawarnungsstelle Karnin auf Usedom wurde
am 1. April in Betrieb genommen; sie zeigt vollständige Tag-Sturmsignale, nachts
nur die rote Laterne. Die von der Ortsbehörde unterhaltene Sturmwarnungs
stelle Freiburg/Ünterelbe ist eingegangen.
Veröffentlichungen: Der „Küstenwetterbericht“ der 10 Normal-Beobach
tungsstationen (Borkum, Wilhelmshaven, Altenwalde, Hamburg, Kiel, Warne
münde, Stettin, Rügenwaldermünde, Danzig und Königsberg i. Pr,), der bisher
laufend monatlich in den „Ann. d. Hydr. usw.“ veröffentlicht wurde, erschien mit
dem Dezember 1933 zum letzten Male; er ist eingestellt worden.
Der Jahrgang 1933 vom „Deutschen Meteorologischen Jahrbuch“
(Beobachtungssystem der Deutschen Seewarte) ist veröffentlicht worden. Als
Beiheft hierzu wurde herausgegeben: „Zusätzliche Beobachtungen der
Station Hamburg des Meteorologischen Weltnetzes während des
zweiten Internationalen Polarjahres“ (1932/1933.) — Die wertvollen und
wichtigen meteorologischen Beobachtungen der deutschen Feuerschiffe konnten
endlich erstmalig veröffentlicht werden, wenigstens von einem Teil der Feuer
schiffe. Es erschienen „Wetterkundliche Beobachtungen auf 6 deutschen
Feuerschiffen der Nordsee und Ostsee“, Jahrgänge 1932 und 1933. —
Ferner wurde herausgegeben die Veröffentlichung: „Zur Statistik der Stürme
an der deutschen Küste“, Beobaohtungsjahr 1933. — Die beiden letzt
genannten Sonderveröffentlichungen, die für die Aufgaben der Seewarte auf dem
Gebiete der maritimen und Küstenmeteorologie notwendig sind, sollen von jetzt
ab laufend jährlich erscheinen.
Für das „Hamburgische Statistische Jahrbuch“ und für den Abschnitt
„Deutscher Witterungsbericht“ in „Wirtschaft und Statistik“, hrsg. vom Sta
tistischen Reichsamt, wurde der Beitrag über die Wetterverhältnisse in Hamburg
geliefert.
Zahlreiche Auskünfte zur Küstenmeteorologie wurden erstattet. Die Ab
fassung des Kapitels Meteorologie in dem von Dr. C. Haeberlin (Wyk auf Föhr)
herausgegebenen Lehrbuch der Meeresheilkunde übernahm Dr. G. Roediger.
b) Maritime Meteorologie und Klimatologie.
Organisation: Die Zahl der am Fischdampfer-Wettermeldedienst beteiligten
Fischdampfer betrug 30. Die Meldungen liefen ein aus der Nordsee, aus den Fang
gebieten bei Island und der Bäreninsel und aus der Barentssee. Zur Ergänzung
des Instrumentenbestandes wurden 21 Schleuderthermometer und 20 Ersatzthermo
meter beschafft. Den Mitarbeitern auf den deutschen Fischdampfern, die unter
besonders schwierigen Bedingungen die meteorologischen Beobachtungen an
stellen, gebührt die volle Anerkennung der Seewarte. — Die Zahl der seit Beginn
des Fisehdampfer-Wettermeldedienstes im Februar 1932 eingegangenen Beobach
tungen hat sich um 6204 auf 13 479 erhöht. Ferner gingen nachträglich die Wetter
beobachtungen der Heringslogger aus dem Jahre 1933 ein, von denen 6000 ver
wertet werden konnten. Alle Beobachtungen wurden sofort nach Eingang in be
sondere Listen eingetragen. Ihre im Vorjahre schon begonnene statistische Be
arbeitung konnte noch nicht zu Ende geführt werden.
Zwecks Unterweisung im Entwerfen von Bordwetterkarten nach dem „Ozean
funkwetter“ der Seewarte und zur Ausrüstung für den Seeobs-Dienst wurden
sechs Besuche an Bord von Handelschiffen ausgeführt. Außerdem erhielten
mehrfach Schiffsoffiziere Anleitung im Zeichnen von Bordwetterkarten auf der
Seewarte.
Vier Handelsschiffe bekamen die neue Bordthermometerhütte (Modell IV)
der Seewarte. Die Zahl der am telegraphischen Wettermeldedienst beteiligten
Handelsschiffe schwankte zwischen 36 und 54.
Dem Seefahrtlehrer Studienrat Dr. Lüth (Elsfleth), den Studenten Extern
brink, Lüneburg und Thank, dem II. Offizier Schmegelsberg (Reederei R.
C. Rickmers) sowie den Auslandskreuzern „Karlsruhe“ und „Emden“ wurde die zur
Durchführung ihrer maritim-meteorologischen Sonderbeobachtungen auf dem
Atlantischen Ozean notwendige instrumentale Ausrüstung leihweise zur Verfügung