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Full text: Jahresbericht 1934

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Das sechzigste Jahr der Deutschen Seewarte, 1934. 
c) Windstauvorhersage- und Sturmflutwarnungsdienst. 
Dem Reichssender Hamburg wurden regelmäßig täglich vormittags und 
abends Angaben über den an der deutschen Nordseeküste, in den Flußgebieten 
und in Hamburg zu erwartenden Windstau zur Verbreitung übermittelt. 
Eine große Hilfe bei der schnellen Beurteilung der gegebenen Windstau 
voraussagen wird dem Windstauvorhersagedienst durch die Übermittlung der 
vom Wasserbauamt Emden in Borkum, vom Marineobservatorium in Wilhelms 
haven, vom Reichsneubauamt in Helgoland, von der Wasserbauabteilung in Cux 
haven und vom Wasserbauamt Husum beobachteten Hoch- und Niedrigwasser 
geleistet. 
Bei Sturmflutgefahr wurden die fernmündlichen Anfragen außerhalb der 
Dienstzeit, auch nachts, sowohl vom Gezeitendienstzimmer aus durch den wöchent 
lich wechselnden Diensthabenden als auch von der Wohnung Dr. Rauschelbachs 
aus erledigt. 
Warnungen durch Fernsprecher: Sturmflutwarnungen wurden an etwa 
15 durch Fernsprecher leicht erreichbare Behörden, Baustellen oder Privatfirmen 
in Hamburg und Umgegend wiederholt erlassen. Ferner wurden Warnungen an 
die beiden Warnungsstellen in Neuengamme und Curslack gegeben, die durch 
eine der vorausgesagten Erhöhung entsprechende Anzahl von „Kanonenschlägen“ 
die Warnung weiterverbreiten. 
Warnungen durch Wobs-Telegramme; Es wurden 35 Wasserbaubehörden 
oder deren Baustellen, Deichverbände und Gemeinden durch Wobs-Telegramme 
wiederholt vor Sturmfluten gewarnt. 
Warnungen durch den Rundfunk: Bei Sturmflutgefahr wurden dem 
Reichssender Hamburg Warnungen im Anschluß an die Wasserstandsmeldungen 
oder auch außerhalb der festgesetzten Zeit übermittelt und von ihm sofort und 
wiederholt verbreitet. 
d) Instrumente. 
Gezeitenrechenmaschine: Die gesamte Relaisanlage für den Zeitgeber 
und für die Betätigung des Druckwerks wurde in doppelter Ausführung neu ge 
schaffen, so daß beide Anlagen durch Umlegen eines Hebels unabhängig von 
einander eingeschaltet werden können. — Schaltbilder, die das Hintereinander 
arbeiten der einzelnen Relais verdeutlichen sollen, wurden in ausführlicher Weise 
angefertigt. 
Tischpegel: Ein älterer, dem Tischpegel parallel geschalteter Zahlenpegel 
wurde umgebaut und in Betrieb genommen. 
Hochseepegel: An der Kassette des Hochseepegels nach Rauschelbach 
wurden mehrere Verbesserungen vorgenommen; ferner wurden umfangreiche 
Versuche mit verschiedenen Papierarten angestellt. Ein Meßtisch zur Ausmessung 
der Pegelaufzeichnungen wurde fertiggestellt. — Der Hochseepegel fand bei den 
Gezeitenuntersuehungen der Marine in der Nordsee Verwendung und hat dabei 
den wesentlichsten Teil der Hochseepegelbeobachtungen geliefert. 
Flachseepegel: Zur Entwicklung eines auch für das Wattengebiet ge 
eigneten, elektrisch übertragenden Flachseepegels wurde eine Versuchsanordnung 
geschaffen. 
Strommesser; Das Schreibwerk eines älteren Strommessers nach Rauschel 
bach wurde aufgearbeitet und ein anderes Instrument überholt. — Für die Ent 
wicklung eines Druckwerks für den Strommesser wurden Einzelteile für eine 
Versuchsanordnung her gestellt. 
Zur Wartung eines der Marine gehörenden Strommessers hat der technische 
Assistent H. Riemann sieben Wochen lang an den Gezeitenuntersuchungen in 
der Nordsee teilgenommen.
	        
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