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Full text: Jahresbericht 1934

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Das sechzigste Jahr der Deutschen Seewarte, 1934. 
Zeitbestimmungen gegen früher ist notwendig, um die hervorragende Gang 
konstanz der Quarzuhren der Physikalisch-Technischen-Reichsanstalt für den 
Zeitdienst ausnutzen zu können. Die Kontakte der 4 Quarzuhren wurden 12 h , 
später ll h 30 m , über das der Seewarte für Steuerung des Nauener Zeitzeichens 
zur Verfügung stehende Kabel geleitet. 
c) Zeitdiensteinrichtungen und Werkstatt. 
Alle Signalgeber, Chronographen, Uhren usw. arbeiteten einwandfrei; ins 
besondere gaben die im Keller aufgestellten Hauptuhren zu Eingriffen keinen 
Anlaß. Mit einem freundlicherweise von den Hamburgischen Elektrizitätswerken 
für mehrere Tage zur Verfügung gestellten Oszillographen wurde eine größere 
Zahl von Aufnahmen von Zeitzeichen, Uhr- und Relaiskontakten gemacht, durch 
die Einblick über bisher unbekannte Zusammenhänge gewonnen wurde. Zur 
Verbesserung des Zeitsignalempfanges konnten — vorwiegend erst gegen Ende 
des Jahres — angeschafft werden: 1 Telefunkenempfangsgerät für alle Wellen 
E 381 H, 1 Netzanschlußgerät, 1 Drehspulenschnellschreiber von Siemens und 
1 Oszillograph von Siemens (tragbares Modell). 
In der Werkstatt wurde außer zahlreichen kleineren Arbeiten der 2. Signal 
geber und der im vorigen Jahresbericht erwähnte Schreibchronograph fertig 
gestellt. Die aus räumlichen Gründen bisher zurückgestellte Inbetriebnahme steht 
jetzt bevor. Für die Hauptagentur Bremen sind die Auslöseuhr überholt und 
die Kontakteinrichtungen umgebaut worden; für die Hauptagentur Kiel wurden 
die Hauptuhr und die Auslöseuhr überholt und mit neuen Pendelkontakten 
versehen. 
Für den Bau von 2 Quarzuhren wurden die Materialien und Instrumente 
beschafft. Mit der Herstellung nach dem Muster der in der Physikalisch-Tech- 
nischen-Reichsanstalt von A. Scheibe gebauten Uhren konnte begonnen werden, 
nachdem ein Raum für die Aufstellung freigemacht worden war. 
d) Nautische und Aeronautische Astronomie. 
Der Jahrgang 1935 des Nautischen Jahrbuchs erschien im April. Das 
Manuskript des Nautischen Jahrbuchs 1936 wurde fertiggestellt. Die Einleitung 
wurde überarbeitet und die Tafel: „Azimut des Nordsterns“ nach Vorschlag von 
nautischer Seite umgearbeitet. Für den Jahrgang 1937 wurde das Manuskript 
der Seiten 1—169 hergestellt. 
Ende Februar wurden für die Monate März bis Dezember „Astronomische 
Ephemeriden für die Luftfahrt für das Jahr 1934“ herausgegeben; der 
zweite Jahrgang dieser Sammlung folgte unter dem Titel „Aeronautisches 
Jahrbuch 1935“ im Oktober. Diese Zusammenstellung in handlicher und zweck 
mäßiger Form stellt einen Versuch dar zur Erprobung durch Fliegerschulen 
usw. Um die Durchführung überhaupt zu ermöglichen, mußte die einfachste 
Form gewählt werden. Die Genauigkeit der Angaben 0.1° und 0.1 m paßt sich 
der durch Libellensextanten erreichbaren Genauigkeit an. Um eine schnelle Aus 
wertung der Beobachtungen sicherzustellen, müssen dem Flieger geeignete Hilfs 
mittel zur Verfügung stehen. Es wurden daher die zahlreichen Vorschläge der 
Amerikaner auf diesem Gebiet bearbeitet und besonders die Frage geprüft, in 
wieweit graphische oder mechanische Hilfsmittel die Auswertung erleichtern können. 
Das Ergebnis war, daß keine Hilfsmittel sicherer und schneller zum Ziele führen 
können als direkte Rechnung, wenn diese auf die erforderliche Genauigkeit von 0.1° 
beschränkt wird; daher wurden dreistellige „Aeronautische Hilfstafeln“ 
zusammengestellt und im Oktober herausgegeben. Dr. Freiesieben erprobte 
Ephemeriden und Tafeln auf einigen Flügen mit dem Höhenflugzeug der Wetter 
flugstelle Hamburg und bei einem Nachtflug des Deutschen Luftsport-Verbandes. 
e) Andere astronomische Arbeiten. 
Das im Vorjahr während der internationalen Längenvermessung ge 
wonnene Material wurde eingehend bearbeitet. Die dabei gemachten Erfahrungen 
für die Aufnahme vor allem der Kurzwellensignale wurden für den laufenden
	        
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