Das sechzigste Jahr der Deutschen Seewarte, 1934.
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Gruppe N/IV.
Astronomie.
a) Chronometer- und Taschenuhrprüfungen.
Der 57. Wettbewerb für Seechronometer wurde Anfang März 1934 beendet.
Von 21 eingelieferten Instrumenten bestanden 18. Zum 58. Wettbewerb, beginnend
am 1. November, wurden 18 Instrumente eingeliefert. Einer großen Prüfung
(in Temperaturen) wurden 10 Instrumente unterworfen, einer kleinen 5.
Die Bestrebungen, ein einfacheres und billigeres Chronometer zu schaffen,
führten zur Herstellung eines Modells mit Ankergang und 36stündigem Gang
(ohne Schnecke und Kette, jedoch mit Auf- und Abwerk) durch die Fa. A. Lange
& Söhne in Glashütte. Die Gangleistungen dieses neuen Instrumentes fielen
überraschend gut aus; sie waren nicht geringer als die der allerbesten in den
Wettbewerben geprüften Chronometer.
Die 4. Wettbewerbprüfung für Präzisions-Taschenuhren fand in den
Monaten April bis Juli statt; es wurden 14 Uhren verschiedener Bauart ein
geliefert; Sonderklasse 10, I. Klasse 3, II. Klasse 1. Die Ergebnisse waren meist
sehr gut; sie wiesen gegenüber den früheren erhebliche Fortschritte auf. Ein
deutig zeigte sich, daß der Ankergang dem Chronometergang überlegen
ist und daß umlaufende Hemmungen (Tourbillons, Drehganguhren) keine über
zeugenden Vorteile bieten. Wie bei den Wettbewerben für Seechronometer ließ
sich auch bei den Taschenuhren eine Auszeichnung der besten Leistungen durch
Geldpreise ermöglichen. Für den Allgemeinen Deutschen Automobilklub
wurden sechs Uhren mit Stoppzeigerwerk geprüft.
Der häufig geäußerte Wunsch nach einer geeigneten Beobachtungsuhr für
Luftnavigation gab Anlaß, sich mit dieser Frage eingehender zu befassen.
b) Die Zeitzeichen der Deutschen Seewarte.
Die Nauener Welle (DFY 18130 m) wurde wegen Umbauarbeiten in Nauen
(Erhöhung der Sendeenergie) vorübergehend (1. II. —16. IV. und 20. VIII. — 31. X.
1934) auf DFW 13000 m umgestellt. Der Deutschlandsender übertrug das Zeit
zeichen wie bisher und zwar bis 16. I. auf 1635 m, seitdem auf 1571 m. Auch
die Übertragung durch die Hauptfunkstelle Norddeich DAN auf Welle 26.455 m
blieb bestehen. Weggefallen sind dagegen die Aussendungen über den Welt
rundfunksender DJA 31.38 m (0 h ) und DJB 19.73 m (12 h ), da diese bei der Ab
wicklung des Programms störten. Statt dessen gibt der Nauener Kurzwellen
sender DGH seit Mitte Oktober das Zeitsignal 0 h auf Welle 28.74 m; die Kurz-
wellen-Aussendung 12 h über Nauen soll zu Beginn des Jahres 1935 folgen. Da
das Signal von Hamburg aus, parallel der langen Welle, getastet wird, ist hier
mit eine bedeutend bessere Aussendung als bisher — frei von Gewitter- und
anderen Störungen — erzielt worden. Der Reichssender Hamburg mit seinen
angeschlossenen Sendern Hannover, Bremen, Flensburg, Magdeburg und Stettin
verbreitete wie bisher regelmäßig das Kurzzeitzeichen der Seewarte zu den
Stunden 7, 11, 15, 19 und 23 Uhr.
Bei der Veröffentlichung der Verbesserungen wurde zwischen vorläufigen
(abgerundet auf 0.01 8 ) und endgültigen Verbesserungen (angegeben auf 0.001 9 )
unterschieden. Jene wurden einschl. der Signale von Paris (FLE) durch Zirku
lare der Seewarte, das Beobachtungszirkular der Astronomischen Nachrichten
und die Uhrmacherfachzeitschriften bald nach Monatsende verbreitet; die end
gültigen einschließlich der Signale von Bordeaux (FYL), Paris (FLE) und Rugby
(GBR) wurden durch Zirkulare der Seewarte und durch die Astronomischen
Nachrichten bekanntgegeben. Die Verbesserungen der Kurzwellenzeitzeichen
(abgerundet auf 0.01 8 ) wurden, in Halbjahrestabellen zusammengefaßt, in gleicher
Weise veröffentlicht; es sind Pontoise (FYB), Monte Grande (LSF, ab 1. März
LQC), Norddeich (DAN), Cavite (NPO) und Moskau (RKD). Der Berechnung
der Verbesserungen lagen 212 Zeitbestimmungen am Durchgangsinstrument zu
grunde, die an jedem klaren Abend angestellt wurden. Die starke Häufung der