Das sechzigste Jahr der Deutschen Seewarte, 1934.
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die engeren Wissenschaftskreise, sondern auch die weitere Öffentlichkeit zum Zweck der praktischen
Verwertung der neuen Einrichtungen rechtzeitig von ihnen Kunde erhält, wenn möglich schon
vor dem vollzogenen Ausbau. Nur dadurch wird u. a. der Feinindustrie die Möglichkeit
gegeben, sich auch ihrerseits rechtzeitig auf neue Anforderungen einzustellen und
die Ansprüche zu erfüllen, welche die internationale Sicherung von Verkehr und
Wirtschaft an sie stellt. Nur dadurch wird ferner erreicht, daß der wichtige internationale
Nachrichten- und Veröffentlichungs-Austausch [Jahrbücher, AVetterkarfen, Zeitschriften, Werke,
Atlanten usw.] nach der Neugründung von Anstalten baldigst einsetzt. Vgl. S. 8 dieses Berichtes.
Auch diese Gesichtspunkte lassen die internationale Bedeutung der berichtenden Mitarbeit der Nautiker
und der Konsulate erkennen.
c) Arbeiten für die Kriegsmarine.
Die Mitarbeit an dem hydrographischen Werk betraf in erster Linie
die 1934 erschienenen Seehandbücher [siehe Seite 12]. Abgeschlossen wurde im
Berichtsjahr die Bearbeitung der Abschnitte Lotungen, Dampfer- und Segler
wege für die Neuauflagen der Handbücher „Westindien, II. Teil“ und „Mittelmeer,
I. Teil“.
Die oben erwähnten Kapitäns- und Konsulats-Fragebogen werden für das
hydrographische Werk der Kriegsmarine ebenfalls verwandt durch Bekanntgabe
der Berichte in den „Nachrichten für Seefahrer“ bzw. in den Seehandbüchern.
Nur soweit sie Meeresgebiete betreffen, für die noch keine deutschen Seehand
bücher herausgegeben sind, erfolgt Bekanntgabe in der Zeitschrift „Der Seewart“.
d) Schriftleitung der nautischen Zeitschrift „Der Seewart“.
Die Zeitschrift erschien in ihrem dritten Jahrgang alle zwei Monate. Der
Bandumfang betrug 291 Seiten. Die Nachfrage nach der Zeitschrift nahm im
Berichtsjahr erfreulich zu; der „Nautische Verein“ zu Hamburg hat beschlossen,
über ihren Inhalt laufend berichten zu lassen. Von den insgesamt 83 Aufsätzen usw.
betrafen 17 Wetter- und Meereskunde, 18 nautische Fragen, 4 meteorologische
Navigation, 4 Seemannschaft und 11 Küstenkunde. Die restlichen Beiträge ver
teilten sich auf wichtigere Naturerscheinungen, Beobachtungswesen zur See und
sonstiges. Die Schriftleitung selbst war mit 15 Veröffentlichungen bzw. Be
arbeitungen beteiligt.
e) Hafendienst.
Besucht wurden 904 Schiffe. An Bord gegeben wurden 768 Tagebücher,
317 Kapitänsfragebogen, rund 600 Stromformulare, 220 Flaschenpostenzettel und
47 Vordrucke für Funkpeilberichte. Die während des Berichtsjahres neu hinzu
gekommenen Schiffe wurden mit den erforderlichen meteorologischen Instrumenten
ausgestattet. — Die täglichen Fahrten der Dienstbarkasse waren im Januar 1934
6 Tage wegen Eisgangs eingestellt und im Sommer 12 Tage wegen Überholungs
arbeiten. Der Nachtliegeplatz wurde am 1. November verlegt. — Am 16. No
vember wurde die bis dahin unter der Verwaltung des Reichswasserstraßen
amtes stehende Dienstbarkasse mit ihrem Führer in die eigene Verwaltung der
Seewarte übernommen.
f) Eisdienst.
Da die Vereisung der westlichen Ostsee nicht über den Küstenbereich hin
ausging, brauchte der „Eiserkundungs-“ und „Eishilfdienst“ nicht angesetzt zu
werden. Der „Eisnachrichtendienst“ war vom 8. November 1933 bis zum
29. Mai 1934 in Tätigkeit. Herausgegeben wurden 167 Presseberichte, 84 tele
graphische Ostsee-und 34 Nordsee-Eisberichte, 76 funktelegraphische und 74 funk
telephonische sowie 157 schriftliche Eisberichte. Eisübersichtskarten wurden
an 96 Tagen veröffentlicht.
g) Seekartendienst.
Der Sammlung wurden 280 neue Karten einverleibt; 726 wurden als veraltet
ausgemustert. Der Bestand umfaßte am Ende des Jahres 7579 Karten. — Die
Methode, die Kartenberichtigung nicht in der Seekarte selbst, sondern auf einer
besonderen Karteikarte vorzunehmen, hat sich bewährt. Bei den Außenstellen
der Seewarte sind gleiche Karteien angelegt worden. — Von den neu erworbenen
280 Karten sind 149 aus eigenen Mitteln beschafft worden; die übrigen sind
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