Jahresbericht der Deutschen See warte für 1932.
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Funker der Flughafen-Funkstelle als Beobachter mitflog und Versuche zu Stand
ortsermittlungen und Peilversuche ausführte.
Das Jahresergebnis sind 294 Aufstiege, und zwar 281 Höhenflüge und 12
kleinere Wettererkundungsflüge und ein Sonderflug.
Monat
I
II
III
IV
V
VI
VII
VIII
IX
X
XI
XII
Jahr
Höhenaufstiege bei:
heiterem oder wolkenlosem
Himmel
3
3
2
2
1
1
1
13
bei lockerer Wolkendecke
3
8
12
11
9
13
13
18
10
10
12
13
132
bei geschlossener Wolken
decke
12
11
8
13
15
10
12
12
12
10
12
9
136
Wettererkundungsfliige
2
3
2
2
—
—
—
—
—
—
3
—
12
Summe
17
25
25
26
24
25
27
31
23
20
27
23
293
Wie aus obiger Zusammenstellung zu ersehen ist, mußten 136 Flüge bei einer
oder mehreren geschlossenen Wolkendecken, das sind 48 1 / 2 °/ 0 der ausgeführten
Höhenaufstiege, durchgeführt werden. 47°/ 0 fanden bei einer lockeren Wolken
decke statt, so daß ab und zu noch Erdsicht vorhanden war, nur 41/ 2 % der
ausgeführten Höhenflüge fanden bei heiterem oder wolkenlosem Himmel statt.
XIII. Bericht über den Flugwetterdienst der Seewarte.
A. Seeflugabteilung (S).
a) Allgemeines.
Zur weiteren Erfahrungssammlung der Meteorologen von S hat der Luft
schiffbau Zeppelin an der 7. Brasilienfahrt vom L. S. „Graf Zeppelin“ Dr. Wagner
teilnehmen lassen, wofür dem Luftschiffbau auch an dieser Stelle aufrichtigster
Dank zum Ausdruck gebracht sei.
Die Flugwetterwarte Norderney, die bisher — mit Personal von S — in den
Sommermonaten zur Beratung des Bäderluftverkehrs tätig war, ist 1932 nicht
wieder besetzt worden.
b) Maritime Aerologie (S/A).
1. Forschungsfährten.
Die Knappheit der Haushaltsmittel hat dazu gezwungen, im Berichtsjahre von
Forschungsfahrten abzusehen. Jedoch konnte sich die Abteilung an den zur Ein
richtung des Wetterdienstes und zur Sammlung meteorologischer Beobachtungen
dienenden Fischdampferfahrten durch eine Reise von cand. E. Prager an Bord
des Fischdampfers „Weser“ nach dem Barentsmeer weiter beteiligen. Für die
geplanten meteorologischen Untersuchungen an Bord des Hilfsschiffs D. „Westfalen“,
das im Jahre 1933 am Luftwege nach Südamerika eingesetzt werden soll, waren
weitergehende Vorarbeiten notwendig.
2. Laufende Höhenwindmessungen auf Handelsschiffen.
Die Depression in der Schiffahrt hat sich auch auf die atlantischen Höhen
windmessungen der Handelsschiffe in erheblichem Maße ausgewirkt. Von den
drei Schiffen der New York-Fahrten, auf denen Höhenwindmeßstellen eingerichtet
waren, lagen M. S. „Milwaukee“ (Meßstelle „D“) und M. S. „St. Louis“ (Meßstelle „E“)
längere Zeit, D. „Cleveland“ (Meßstelle „B“) während des ganzen Jahres auf. In
folgedessen sind 2 dieser Meßstellen auf den einen regelmäßigen Dienst ver
sehenden Schiffen der „Ballin“-Klasse eingesetzt worden, und zwar „B“ von Ende
April an auf D. „Deutschland“ und „D“ ab Juni auf D. „Albert Ballin“. M. S.
„St. Louis“ mit Meßstelle „E“ konnte außer Messungen auf der New York-Fahrt