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Volltext : Jahresbericht 1932

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Jahresbericht  der  Deutschen  Seewarte  für  1932.

wegen  der  ständigen  Vermehrung  der  Sender  einer  Verbesserung  seiner  Selektivität. ­
  Mit  den  hierfür  notwendigen  Arbeiten  konnte  begonnen  werden.
Eine  so  weitgehende  Leistung  der  Werkstatt,  einschließlich  Anfertigung  der
notwendigen  Konstruktions-  und  Schaltpläne,  wurde  nur  dadurch  ermöglicht,  daß
sich  die  Abteilung  der  freiwilligen  Mitarbeit  der  arbeitslosen  Ingenieure  Jürgensen
und  Gölitzer  zu  erfreuen  hatte.
d)  Nautisches  Jahrbuch  und  andere  astronomische  Arbeiten,
Am  1.  April  ging  die  Oberaufsicht  über-  das  Nautische  Jahrbuch  an  die
Deutsche  Seewarte  über.  Die  Herstellung  des  Manuskriptes  für  den  Jahrgang
1934  und  die  angemessene  Vorbereitung  des  Jahrgangs  1935  lag  jedoch  noch
in  den  Händen  des  bisherigen  Bearbeiters  Prof.  Peters,  Berlin-Lichterfelde.  Da
ab  1.  April  1933  auch  die  Herstellung  des  Manuskriptes  der  folgenden  Jahrgänge  auf
der  Seewarte  zu  leisten  ist,  wurde  schon  jetzt  mit  Vorarbeiten  hierzu  begonnen,
um  eine  Verzögerung  bei  der  endgültigen  Übernahme  zu  vermeiden.  Form  und
Inhalt  des  Jahrbuches  wurden  im  Hinblick  auf  eine  mögliche  Vereinfachung  und
Verbilligung  des  Werkes  in  Zusammenarbeit  mit  maßgebenden  Kreisen  der
Schiffahrt  eingehend  geprüft.  An  den  Rechenarbeiten  nahm  wieder  einer  der
arbeitslosen  Ingenieure  (Jürgensen)  teil.
Ferner  wurden  mit  Unterstützung  erfahrener  Vertreter  der  Luftfahrt  Vorschläge ­
  für  ein  vereinfachtes  Jahrbuch  für  die  Zwecke  der  astronomischen
Ortung  in  der  Luft  ausgearbeitet.  Die  Methoden  dieser  Navigation  wurden
eingehend  in  ihrer  Beziehung  zu  den  Arbeiten  der  nautischen  Praxis  untersucht.
Auf  dem  Gebiete  des  Zeitdienstes  wurden  die  begonnenen  Untersuchungen
über  die  Genauigkeit  der  Zeitbestimmungen  abgeschlossen  und  der  Vergleich  des
Zeitdienstes  der  Seewarte  mit  dem  von  Potsdam,  Greenwich  und  Paris  weitergeführt. ­
  Auch  die  Untersuchung  der  Uhren  der  Seewarte  wurde  fortgesetzt,  vor
allem  auch  Material  der  zurückliegenden  Jahre  bearbeitet.  Ferner  wurde  eine
ausführlicheüntersuchung  desDurchgangsinstrumentes  der  Seewarte  vorgenommen.
Die  wissenschaftlichen  Zeitdienstarbeiten  wurden  dadurch  sehr  gefördert,  daß
die  Notgemeinschaft  eine  Stipendiatenstelle  bewilligte,  die  am  1.  März  von
Dr.  E.  Lange  aus  Leipzig  angetreten  wurde.  Herr  Dr.  Lange  setzte  die  Untersuchungen ­
  der  Seewarte  fort  und  unternahm  besonders  eine  Ausgleichung  der
Gänge  der  besten  Uhr  der  Seewarte,  Riefler-Uhr  Nr.  223,  und  begann  an  einer
anderen  Uhr  mit  experimentellen  Untersuchungen  von  Schwingungsbögen.  Ferner
beteiligte  er  sich  an  den  Untersuchungen  des  Durchgangsinstrumentes  der  Seewarte ­
  und  führte  Untersuchungen  mit  dem  Prismenastrolab  als  Vorbereitung  für
die  internationale  Längenvermessung  1933  durch.  Auch  sonst  wurden  durch  ihn
die  Vorarbeiten  für  diese  Vermessung  weitestgehend  gefördert.
Zahlreiche  Auskünfte  und  Gutachten  aus  den  Gebieten  der  nautischen  und
reinen  Astronomie  wurden  wie  bisher  ausgeführt.
e)  Zeitdienst  der  Hauptagenturen,  Lichtzeitsignale.
Die  sechs  Lichtzeitsignal-Anlagen  in  Emden,  Bremen,  Bremerhaven,  Cuxhaven,
Stettin  und  Swinemünde  sowie  das  telephonische  Zeitzeichen  und  der  Mittagsschuß ­
  in  Kiel  haben  —  von  vorübergehenden  Ausfällen  wegen  Reparaturen  abgesehen ­
  —  vorschriftsmäßig  innerhalb  der  Genauigkeitsgrenzen  von  wenigen
Zehntelsekunden  gearbeitet.  Die  Hauptuhr  der  Hauptagentur  Bremerhaven  versagte ­
  und  mußte  vollständig  überholt  werden.  Die  Erneuerungsarbeiten  an  der
Zeitdienstanlage  in  Kiel  mußten  wegen  anderer  Inanspruchnahme  der  Werkstatt
unterbrochen  werden.
Der  Chronometerdienst  der  Hauptagenturen  wurde  wie  früher  überwacht.
            
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