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Jahresbericht der Deutschen Beewarte für 1932.
c) Bearbeitung der Beobachtungen.
Aus den im Archiv des Referates gesammelten Beobachtungen gingen 12 Be
richte hervor, die in den „Ann. d. Hydr. usw.“ veröffentlicht wurden.
d) Für Forschungszwecke verliehene Instrumente.
Je ein Aspirations-Psychrometer an;
Herrn Priv.-Doz. Dr. H. Kinzl, Heidelberg, für die Cordillera Bianca-Expedition
nach Peru;
Herrn Studienrat Dr. Fink, Seefahrtschule Altona, für schiffsraum-meteorologische
Untersuchungen auf M. S. „San Francisco“ (Hapag);
D. „Wameru“, Kapt. Striesow (Woermann-Linie), für schiffsraum-meteorologische
Untersuchungen.
e) Zur Information arbeiteten als Volontäre bei Kol:
Kapt. H. Reiß, Hamburg; Kapt. H. D. Harries, Rügen; U. Hild, Pflanzungs-
Dir., Tiko, Kamerun; Dr. Kaden, Pflanzenpathologe, Säo Thome; Missionar
P. Hettasch, Nain, Labrador; Dr. Muhammed Bahrami, Teheran, Persien.
VIII. Bericht über die Tätigkeit der Abteilung IV (Astronomie).
a) Chronometer- und Taschenuhrprüfungen.
Im Chronometerprüf betrieb waren wesentliche Änderungen gegenüber
dem Vorjahre nicht zu verzeichnen. Die 55. Wettbewerbprüfung für Chrono
meter wurde Anfang März beendet. Von den 32 eingelieferten Instrumenten
bestanden 29. Zur 56. Prüfung, beginnend am 1. November, wurden 30 Instru
mente eingeliefert, davon 1 außer Wettbewerb; 2 Instrumente wurden inzwischen
zurückgezogen. Einer großen Temperaturprüfung wurden ferner 13 Chronometer
unterworfen, einer kleinen Prüfung 6.
Der Erfolg und das allgemeine Interesse, das der ersten Taschenuhr-
Wettbewerbprüfung entgegengebracht war, veranlaßte die Veranstaltung einer
2. Prüfung, beginnend Anfang Mai und endend im September. In den zukünftigen
Jahren sollen die Prüfungen bereits am 1. April beginnen, d. h. sich den Wett
bewerbprüfungen für die Seechronometer unmittelbar anschließen. Von den ein
gelieferten 39 Uhren gehörten 10 der Sonder- und der I. Klasse an, d. h. waren
für wissenschaftliche und Luftfahrt-Zwecke bestimmt. Von den übrigen Uhren
wurden 9 nicht zugelassen, jedoch außer Wettbewerb mitgeprüft. Die besten
der teilweise ganz vorzüglichen Leistungen konnten wieder mit Geldpreisen aus
gezeichnet werden. Ferner sind 8 Beobachtungsuhren, meist für die Luftfahrt,
längeren Prüfungen unterzogen worden.
An Gebühren für Prüfung der Chronometer und Taschenuhren wurden
832.50 RM vereinnahmt.
b) Die Zeitsignale der Deutschen Seewarte.
Die Verbreitung der Zeitsignale der Seewarte erfolgte zunächst wie
bisher über Nauen (18130 m) und Norddeich (26.455 m). Ab 1. März wurden die
Signale auch über den Weltrundfunksender verbreitet, zunächst einheitlich auf
Welle 31.38 m, später 0 Uhr auf Welle 31.38, 12 Uhr auf Welle 19.73 m. Da
gegen fielen vom gleichen Tage an die Übertragungen des Onogo-Signals durch
die deutschen Rundfunksender fort. Nur der Deutschlandsender Königs Wuster
hausen übertrug weiterhin auf Welle 1635 in mittags das Hauptsignal. Ebenso
wurde von diesem Sender die bis dahin nachts von Norddeich auf gleicher Welle
vorgenommene Übertragung des ganzen Signals übernommen.
Mit der Inbetriebstellung des neuen Signalgebers am 1. Juli bekamen die
Signalminuten 56, 56, 57 (das frühere Vorsignal) unter dem Gesichtspunkt mög-