Jahresbericht der Deutschen Seewarte für 1931.
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d) Sturmwarnungswesen und Windsignalstellen.
Die bisherige Sturmwarnungs-Nebenstelle Ost-Deep wurde in eine Sturmwarnungsstelle
mit vollständigen Tagsignalen umgewandelt; nachts zeigt sie nur
die rote Laterne. Die Einrichtung einer vollständigen Sturmwarnungsstelle in
Karnin a. d. Peene ist im Gange.
Die Signalgebung der Windsemaphore an der deutschen Küste (Weser-Leuchtturm,
Cuxhaven und Pillau) wird einheitlich geregelt.
e) Klimatologie.
Die Monatstabellen von Borkum, Wilhelmshaven, Altenwalde, Hamburg, Kiel,
Warnemünde, Stettin, Rügenwaldermünde und Königsberg sowie die des Observatoriums
Danzig wurden in den „Annalen“, letzte Seite, laufend als Küstenwitterungsbericht
veröffentlicht. Drei Jahrgänge des Meteorologischen
Jahrbuches (Beobachtungssystem der Deutschen Seewarte), 1927, 1928 und 1929,
wurden bearbeitet und veröffentlicht. Für das „Hamburgische Statistische Jahrbuch“
wurde der Beitrag über die hamburgischen Wetterverhältnisse geliefert.
Der „Verein deutscher Badeärzte an der Nordsee“ und der „Nordsee-Bäder-Yerband“
sind mit der Deutschen Seewarte in Fragen heilklimatischer Art in
Verbindung getreten. Die Zusammenarbeit verspricht Förderung auf beiden
Seiten, wie bereits Anfragen und Gutachten ergeben haben.
Der Auskunftsdienst über vergangenes Wetter erforderte eine große Zahl
von Bearbeitungen und Gutachten über Wetter Verhältnisse auf See, an der deutschen
Küste und besonders im Hamburger Gebiet.
f) Mitarbeit am deutschen Seekartenwerk und an den Seehandbüchern
der Reichsmarine.
Für die von der Reichsmarine (Marineleitung) herausgegebenen Seehandbücher
wurden die Abschnitte „Wind und Wetter“ neu bearbeitet. Im Berichtsjahr
waren es folgende fünf Bücher:
1. Seehandbuch für die West- und Nordküste Norwegens,
2. „ „ „ Nordsee, östlicher Teil,
3. „ „ das Mittelmeer II, Tyrrhenisches Meer,
4. „ „ den Ostindischen Archipel,
5. „ „ Westindien.
g) Lehrtätigkeit.
Für Lehrzwecke wurden Übungswetterkarten hergestellt.
Es wurde mehreren Schiffsoffizieren und Studenten Gelegenheit gegeben zur
eingehenden praktischen Mitarbeit am Wetterdienst.
Im Zweigverein Hamburg der Deutschen Meteorologischen Gesellschaft
wurden auf der Seewarte unter dem Vorsitz von Professor Kuhlbrodt
folgende Vorträge gehalten:
13. Jan.
10. Febr.
3. März.
7. April.
19. Mai.
20. Okt.
Hentschel: Demonstration über die biologischen Untersuchungen
und Ergebnisse der „Meteor"-Expedition.
Schub art: Die Sturmhäufigkeit auf den Meeren und deren Einteilung
nach Freibordzonen.
Herrmann: Referat über die meteorologischen Ergebnisse der Grönland-Expedition
Koch-Wegener 1912-1913.
Frankenberger: Über einige hohe Registrierballon - Fahrten bei
Hamburg.
Scherhag: Über die atmosphärischen Zustände bei Gewittern.
Vogel: Referat über A. Wagner: Zur Aerologie des Indischen
Monsuns.
Kuhlbrodt: Bildung von Cirrus-Wölkchen beim Platzen von Pilot-Ballonen
in großen Höhen in den Tropen.