Jahresbericht der Deutschen Seewarte für 1931.
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mehrere stellungslose Kapitäne und Schiffsoffiziere freiwillig ihre Arbeit zur
Verfügung stellten.
Erschienen ist im Berichtsjahr das „Dampferhandbuch für die Ostsee“.
Es enthält die Beschreibung von etwa 130 Dampferwegen unter besonderer Be
rücksichtigung der durch die komplizierten Stromverhältnisse in der Ostsee
bedingten Gefahrenquellen für die Navigation. Im allgemeinen Teil finden sich
die in allen Dampferhandbüchern enthaltenen Darstellungen über die meteo
rologischen Verhältnisse, die Mißweisungsangaben und sonstige, für die Schiffs
führung wichtige Anhaltspunkte. Sehr eingehend behandelt sind die Eisverhält
nisse, die in der Ostsee eine hervorragende Rolle spielen, und die Sturmhäufigkeit.
An der Auswertung der meteorologischen Tagebücher ist im Rahmen
der Möglichkeit weiter gearbeitet worden. Auch hier hat freiwillige Mitarbeit
geholfen. Eine bedeutende Anzahl von Auszügen für bestimmte Zwecke ist
geliefert und eine Reihe von Beobachtungssätzen für das Lochkartenverfahren
aufbereitet worden. (Siehe unter e.)
Das meteorologische Tagebuch der Seewarte hat im Berichtsjahr eine
abermalige Änderung erfahren. Das im Vorjahre eingeführte große Tagebuch
für Seeobsschiffe ist in ein kleineres Format gebracht worden, da es sich für
den Bordgebrauch als zu unhandlich erwiesen hat. Das neue Format, das in
haltlich dem Seeobstagebuch entspricht und unter Zugrundelegung des Seeobs-
schlüssels entworfen ist, wird auf alle Schiffe gegeben. Es soll weiterhin ver
sucht werden, dieses Tagebuch der Internationalen Kommission für maritime
Meteorologie zur Einführung bei allen beteiligten Nationen vorzuschlagen.
b) Stand der Mitarbeit auf See im Jahre 1931.
283 Schiffe und 1779 freiwillige Mitarbeiter zur See, davon 321 Kapitäne
und 1458 Schiffsoffiziere. Das Verzeichnis der Schiffe und Mitarbeiter wird in
„Der Seewart“, Heft 1, veröffentlicht.
Verliehen wurde a) die silberne Seewartenmedaille:
Herrn
Kapt.
F. Schenk
Herrn Kapt. B. Voss
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E. Nadrowsky
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„ J. Schlüter
R. Karbiner
Dr. J. Georgi.
b)
Die bronzene Seewartenmedaille:
Herrn
Kapt.
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F. Erdmannsdörfer
Herrn Kapt. D. Ballehr
yy
R. Arndt
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I. Off. W. Pabst
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))
F. Goose
yy
I. „ S. Perleberg
yy
yy
H. Jalass
yy
I. „ O. Kannow
yy
yy
J. Reimers
yy
II. „ E, Lorenz
yy
yy
C. v. Appen
yy
II. „ M. Oelkers
yy
yy
C. Meyer
yy
Hafenmeister Beetz
yy
yy
H. Genenz
yy
Ob. Reg. Rat Prof. Dr. B. Schulz
V
yy
F. Michelsen
yy
Reg. Rat Prof. Dr. H. Seilkopf.
c) Meteorologische Tagebücher.
Im Laufe des Jahres 1931 gingen ein:
Von Dampfern: 444 Meteorologische Tagebücher mit 793 Monaten und
17 Tagen Beobachtungszeit = 132 842 Beobachtungssätzen gegenüber 863 Meteo
rologischen Tagebüchern mit 1408 Monaten und 9 Tagen Beobachtungszeit
= 253 700 Beobachtungssätzen im Vorjahre.
Von Seglern: 24 Meteorologische Tagebücher mit 53 Monaten und 11 Tagen
Beobachtungszeit = 9606 Beobachtungssätzen gegenüber 41 Meteorologischen
Tagebüchern mit 85 Monaten und 12 Tagen Beobachtungszeit = 15 375 Beobach
tungssätzen im Vorjahre.
Von Dampfern auf kleiner Fahrt: 23 Kleine Wetterbüch er mit 33 Monaten
und 14 Tagen Beobachtungszeit = 6024 Beobachtungssätzen gegenüber 29 Kleinen
Wetterbüchern mit 44 Monaten und 10 Tagen Beobachtungszeit = 15 375 Beob
achtungssätzen im Vorjahre.