Jahresbericht der Deutschen Seewarte für 1912.
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e. Windsemaphorstationen der deutschen Küste.
Änderungen und längere Störungen im Betriebe sind nicht eingetreten.
f. Versuche mit vollkommeneren Nachtsturmsignalen.
Die seit dem 1. Mai 1911 bestehenden Versuche mit demjenigen Zweilaternen-
Nachtsignalsystem, das im Jahre 1909 von einer internationalen Kommission zur
Einführung empfohlen worden war (vgl. Ann. f. Hydr. 1910 S. 97 und 1911 S. 169),
sind bis über das Berichtsjahr hinaus unverändert fortgesetzt worden, nachdem
dieselbe internationale Kommission in diesem Jahre deren Einführung jetzt in
Ländern, die zwei Laternen verwenden wollen, beschlossen hat und diesen Be
schluß dem Internationalen Meteorologischen Komitee unterbreiten wird.
g. Tägliche Wetterberichte der Deutschen Seewarte.
Eine Änderung der täglichen Wetterberichte und ihrer Anlagen hat im
Berichtsjahre nicht stattgefunden. Ihre teils dauernde, teils vorübergehende Ab
gabe an Kriegsschiffe und besonders auch an Seeämter hat weiter zugenommen.
In einigen Fällen, wo ein besonderer Wert auf eine möglichst frühzeitige Kenntnis
der Wetterlage gelegt werden mußte, haben Kriegsschiffe es vorgezogen, auf die
Wetterkarten der öffentlichen Wetterdienststelle zum Preise von 50 Pf. monatlich
zu abonnieren, da diese Wetterkarten in Hamburg mit den Zügen bereits seit
9 Uhr 39 Min. V. versandt werden, während die gedruckten Wetterberichte der
Seewarte Hamburg erst gegen 4 Uhr N. mit den Zügen verlassen können. (Wegen
Wetterkarten vom Abend vgl. unter /.)
Eine Ausgabe der Wetterberichte in stark veränderter Form wurde für den
1. Januar 1913 vorbereitet.
h. Eisberichterstattung der Deutschen Seewarte.
Die Grundlage für die Eisberichterstattung der See warte boten wieder:
1) die Eissammeltelegramme von der Ostsee und der Nordsee, die von den Küsten
bezirksämtern in Kiel und Wilhelmshaven aus den Telegrammen von 27 Eis
beobachtern der Nordsee- und 35 der Ostseeküste zusammengestellt wurden,
2) die von den Eisbeobachtungsstationen erhaltenen Eismonatsbogen, die nach
mancher Hinsicht eine Ergänzung der Eistelegramme bildeten, 3) die von den
■Regierungen der Uferstaaten übermittelten Auszüge aus ihren eigenen Eisbeobach
tungen, 4) amtliche statistische Eisberichte aus Dänemark, Schweden, Finnland
und Rußland, und 5) gesammelte Zeitungsausschnitte. Eine Veröffentlichung seitens
der Seewarte erfolgte wieder: 1) als Anlage zu ihren täglichen Wetterberichten ■—
tägliche Eisberichte und zwar abweichend von früher in chiffrierter Form, Monats-
Eisberichte und ein Eisbericht für den Winter — und 2) in den Ann. f. Hydr. usw.,
wo außer dem Bericht über die Eisverhältnisse des Winters an der deutschen
Küste (S. 345) wie früher noch ein solcher Bericht für die nichtdeutschen Gewässer
der Ostsee und die holländische Küste (S. 641) erschienen ist.
i. Auskunfterteilung in Wettejangelegenheiten.
Die Häufigkeit der teils schriftlichen, teils telegraphischen Auskunfterteilung
über beobachtete oder zu erwartende Witterungsverhältnisse an Behörden wie
Private hat weiter zugenommen, und wieder kam der größte Teil der telegraphi-