Jahresbericht der Deutschen Seewarte für 1911.
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cs mit dem dafür vorhandenen Personal der Abteilung möglich war, verarbeitet
und in den Annalen der Hydrographie veröffentlicht. Die in den 12 Heften dieser
Zeitschrift ohne Zusammenhang veröffentlichten Arbeiten sind am Schlüsse des
Jahres unter dem Titel „Beiträge zur Küstenkunde Nr. 2“ gesammelt erschienen.
Der 10 Druckbogen umfassende Band enthält 31 vollständige Hafenbeschreibungen,
10 kürzere Berichte über Häfen oder Reeden und 10 Artikel über Segelanweisurigcn
oder sonstigen Inhalts für Schiffahrtszwecke. Er enthält ferner 3 Tafeln mit
Hafenplänen und 5 Textfiguren.
Von den Veröffentlichungen in den Annalen der Hydrographie usw. wird eine
große Anzahl von Sonderabdrücken hergestcllt und kostenlos an Mitarbeiter zur
See und Interessenten verteilt. Das Sammelheft „Beiträge zur Küstenkunde Nr. 2“
wird ebenfalls an Mitarbeiter zur See verteilt, ist aber auch im Buchhandel
zu haben.
d. Rat- und Auskunfterteiiung.
Auch im Berichtsjahre gingen, wie in den Vorjahren, viele mündliche, tele
phonische, sowie schriftliche Anfragen ein bei der Abteilung um Auskunfterteiiung
über Hafen-, Ladungs-, Wind- und Wetter-, Gezeiten- und sonstige, die Schiffahrt
betreffenden Verhältnisse für heimische und auswärtige Gegenden. Diese vor
wiegend von Reedern, Kapitänen, Assekuradeuren, Schiffsmaklern, Seeämtern,
Gerichten und Rechtsanwälten, gelegentlich auch von außerhalb der Schiffahrt
stehenden Personen stammenden Anfragen konnten mit Hilfe des vorhandenen
reichlichen Materials ausnahmslos in befriedigender Weise beantwortet werden.
e. Ausrüstung der Hauptagenturen und Agenturen mit Büchern und Seekarten.
Die systematische Ergänzung der Ausrüstung der Hauptagenturen und Agen
turen mit Büchern und Seekarten nach dem vom Reichs-Marine-Amt genehmigten
Ausrüstungsplan wurde auch im Berichtsjahre durch laufende Zusendungen neuer
und Zurückziehung veralteter Werke und Seekarten durchgeführt.
XI. Bericht über die Tätigkeit der meteorologischen Abteilung.
a. ürachenstation.
Die Einschränkung der Drachenaufstiege wegen der benachbarten Hoch
spannungsleitungen dauert fort. Um einen gewissen Ersatz zu verschaffen, wurden
Aufstiege mit Fesselballons an windstillen Tagen ins Arbeitsprogramm der
Drachenstation aufgenommen. Hierzu wurden im März neben dem vorhandenen
Gebäude ein Ballonschuppen erbaut und in den folgenden Monaten zwei Ballons
von der in Lindenberg gebräuchlichen Größe beschafft; der eine derselben, von
14 m 3 Inhalt, ist von Qoldschlägerhaut und wurde bei Lachambre in Paris bestellt;
der zweite, aus Seide und von 17 m 3 Inhalt, wurde auf der Station selbst, nach
freundlichst vom Lindenberger Observatorium erteilten Anweisungen hergestellt.
Die Kosten für die Ballons, Instrumente und Wasserstofflaschen trug das Ham-
burgische Physikalische Staatslaboratorium. Daneben wurden die im vorigen Jahr
aufgenommenen Aufstiege von Pilotballons fortgesetzt.