Jahresbericht der Deutschen Seewarte für 1911.
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Aus nautischen Kreisen wurde der Deutschen Seewarte eine Reihe Be
obachtungen des Kometen Brooks (1911c) zur Verfügung gestellt. Diese Be
obachtungen wurden gesammelt und ein Auszug in den „Annalen der Hydro
graphie usw.“ veröffentlicht.
Wie schon im vorigen Jahresbericht erwähnt, wurden um die Jahreswende
einige Chronometer der Deutschen Südpolar-Expedition auf ihr Verhalten bei tiefe
ren Kältegraden untersucht. Für dieselbe Expedition wurde eine Reihe von Präzi
sionstaschenuhren auf Grund eines verabredeten Programms geprüft. Weiter fand
eine Prüfung von Chronometern und Präzisionstaschenuhren statt, die Seine
Hoheit der Herzog von Sachsen-Altenburg auf einer Schlittenreise auf Spitzbergen
zu verwenden gedachte.
Im Anfang des Berichtsjahres wurde die im Vorjahre beschaffte luftdichte
Riefler’sche Pendeluhr in Gang gesetzt. Es machte keine Schwierigkeiten, das
Gehäuse (Kupferzylinder mit Lacküberzug im Innern) nach außen luftdicht
abzuschließen. Endlich wurde gegen Ende des Jahres mit dem Einbau eines
neuen Chronometer-Prüfungskastens für höhere Temperaturen begonnen.
Auch in dem Berichtsjahre trat die Abteilung IV mit einer Reihe deutscher und
ausländischer Institute wegen Chronometerangelegenheiten, Zeitballeinrichtungen
usw. in Beziehung. Weiter sprachen Forschungsreisende vor, um sich über die
Reparatur ihrer Chronometer und Taschenuhren sowie über die Unterbringung
ihrer Instrumente an Bord und auf dem Marsche Auskunft erteilen zu lassen.
Am 27. April fand unter dem Vorsitze des Direktors der Deutschen Seewarte
die übliche Besichtigung der während der Wettbewerb-Prüfung untersuchten
Chronometer durch die Fabrikanten E. Bröcking - Hamburg, W. Meier
(Chronometer-Werke-Hamburg) und E. Sackmann - Altona statt. Das Ergebnis
der Prüfung war auch in diesem Jahre ein in jeder Weise zufriedenstellendes; nur
in vereinzelten Fällen wurden geringfügige Trübungen des Öls' festgestellt, wie
solche auch unter gewöhnlichen Verhältnissen im Laufe der Zeit einzutreten pflegen.
Weiter trat zur Besichtigung der zu der 35. Wettbewerb-Prüfung einge
lieferten Chronometer am 2. November ein Sachverständigen-Ausschuß unter dem
Vorsitz des Direktors der Deutschen Seewarte in gewohnter Weise zusammen.
Als Sachverständige waren hierbei die Chronometermacher E. Sackmann-
Altona, Q. Schlesicky - Frankfurt a. M., C. W i e g a n d - Peine und der
Direktor der Uhrmacherschule in Glashütte i. Sa., Professor L. Straßer beteiligt.
Außerdem nahm der Uhrmacher der Deutschen Seewarte E. B r ö c k i n g - Ham
burg als technischer Beirat und als Ersatzmitglied an der Sitzung teil.
X. Bericht über die Tätigkeit der Abteilung V.
Beschaffung und Verwertung von Material für Küstenkunde und Hafenbeschreibung
im Interesse der Schiffahrt.
a. Sammlung von Material.
H
Die Versendung von Fragebogen-Formularen an Mitarbeiter zur See wurde
im Berichtsjahre in ähnlicher Weise ausgeführt, wie in früheren Jahren; an Kaiser