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Full text: Jahresbericht 1911

26 Jahresbericht der Deutschen Seewarte für 1911. 
gegeben, weil sie die nach dem „Regulativ für die Prüfung von Präzisions-Taschen 
uhren“ zulässigen Schwankungsgrenzen der Qangwerte überschritten hatten. 
Außer diesen Präzisionsuhren wurden 8 Uhren einer Prüfung nach abgeändertern 
Programm unterzogen. 
d. Übersicht über die laufenden Arbeiten der Abteilung IV. 
Als Gesamtergebnis wurden im Jahre 1911 zusammen 484 Beobachtungs 
reihen an Uhren aller Art erhalten. In dieser Gesamtzahl sind nicht eingeschlossen 
gelegentliche Standbestimmungen von Chronometern und Taschenuhren, welche 
auf Wunsch von Interessenten verschiedener Berufsklassen ausgeführt wurden. 
Für sämtliche Chronometer, welche je nach der zur Verfügung stehenden 
Zeit einer kürzeren oder längeren Temperaturuntersuchung unterzogen wurden, 
erfolgte eine Ableitung der beiden Temperatur-Koefficienten nach der Methode 
der kleinsten Quadrate, Herstellung einer Temperaturtabelle und eines Qang- 
zeugnisses. Weiter wurde mit jedem dieser Chronometer eine Klassifizierung nach 
den für die Wettbewerb-Prüfung geltenden Bestimmungen vorgenommen, um dem 
Einlieferer durch die Angabe der Klassenzahl sofort ein klares Bild über die 
Leistungen seines Chronometers zu geben. Mehreren Einlieferern wurde eine Gang- 
tabelle für die ganze Untersuchungszeit mitgegeben. 
Für die Chronometer der 34. Wettbewerb-Prüfung wurde die Einreihung in 
Klassen sofort nach Abschluß der Prüfung vorgenommen. Die Temperaturwerte 
wurden für diese Chronometer ebenfalls nach der Methode der kleinsten Quadrate 
abgeleitet. 
Der Stand der Normaluhren wurde, wie in früheren Jahren, durch regel 
mäßige Zeitbestimmungen am Bamberg’schen Durchgangsinstrument festgestellt. 
Im Berichtsjahre wurden im ganzen 74 Zeitbestimmungen ausgeführt, so daß im 
Durchschnitt auf jeden fünften Tag eine Beobachtung entfällt. An den übrigen 
Instrumenten wurden gelegentlich Beobachtungen astronomischer Phänomene 
(Finsternisse, Sternbedeckungen usw.) ausgeführt. 
Die telephonische Zeitübertragung nach der Königlich Preußischen Biolo 
gischen Anstalt auf Helgoland (für seismographische Zwecke) und die tele 
graphische Übertragung nach der Hauptagentur der Deutschen Seewarte in 
Stettin konnte ohne größere Störungen durchgeführt werden. 
e. Wissenschaftliche Arbeiten und Chronik. 
Der Unterrichtskursus für Offiziere wurde wie in den früheren Jahren ab 
gehalten. (Siehe Abschnitt I b, Seite 1). 
Die bereits im vorigen Jahresbericht erwähnte Prüfung eines Stativ-Sextanten 
führte zu dem Ergebnis, daß die mit diesem Instrument erhaltenen Bestimmungen 
an Genauigkeit wesentlich gegenüber den Beobachtungen am Universalinstrument 
zurückstehen. 
Auf Grund einer Verfügung des Reichsmarineamts wurden weiter mehrere 
längere Beobachtungsreihen aus Togo und aus der Südsee durch den Abteilungs 
vorstand durchgesehen und teilweise neu berechnet.
	        
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