accessibility__skip_menu__jump_to_main

Full text: Jahresbericht 1910

Jahresbericht der Deutschen Seewarte für 1910. 
45 
e) Wissenschaftliche Arbeiten und Chi’onik. 
Der im Oktober 1909 begonnene Unterricht in geographischen Orts 
bestimmungen für zwei zur Deutschen Seewarte kommandierte Seeoffiziere, 
Kapitänleutnant v. d. Lühe und Oberleutnant z. See Herr mann (Max) wurde 
bis Mitte April bezw. Mitte Februar fortgesetzt. In der Zeit vom 1. April bis 
zum 20. September wurde der Vermessungssteuermann Telke auf dem gleichen 
Gebiet ausgebildet. 
An dem neuen Lehrkursus, der am 1. Oktober begann, nahmen Kapitän 
leutnant Groos und Oberleutnant zur See Herrmann (Max) teil. Korvetten 
kapitän Habenicht beteiligte sich vorübergehend (im Oktober) an diesem 
Kursus. 
Auf Verfügung des Reichs-Marine-Amtes wurden längere Beobachtungs- 
Reihen an einem Stativ-Sextanten ausgeführt, um festzustellen, ob dieses Instrument 
geeignet sein würde, an Stelle des bis jetzt benutzten astronomischen Universal 
instrumentes für die Zwecke der Küstenvermessung eingeführt zu werden. Die 
endgültige Berechnung und Diskussion der erhaltenen Beobachtungswerte hat 
allerdings wegen anderer Arbeiten und wegen des häufigen Personenwechsels 
in der Abteilung IV noch nicht zu Ende geführt werden können, doch ließ sich 
schon aus den bisher erhaltenen Ergebnissen erkennen, daß das Universal bei 
Weitem genauere Bestimmungen als der Sextant liefert, und daß auch die 
wahrscheinlichen Fehler bei dem ersteren Instrumente erheblich geringer als 
bei dem letzteren ausfallen. 
Weiter wurden auf Grund von Verfügungen des Reichs-Marine-Amtes 
mehrere längere Beobachtungsreihen, welche in der Südsee und in Deutsch- 
Südwestafrika ausgeführt worden waren, durch den Abteilungsvorstand durch 
gesehen und teilweise neu berechnet. 
Im Berichtsjahre bot sich Gelegenheit, den neu beschafften Prüfungskasten 
für die Untersuchung von Chronometern bei tiefen Temperaturen auf seine 
praktische Brauchbarkeit hin zu erproben, indem seitens der Leitung der Deutschen 
Südpolar-Expedition der Wunsch auf Prüfung von 3 Chronometern bei Kälte 
graden geäußert wurde. Es gelang ohne Schwierigkeit, die Prüfung bis -4-10° C. 
durchzuführen. 
Der Bestand an Pendeluhren wurde durch die Beschaffung eines Riefler- 
schen luftdichten Pendels vergrößert. Die Aufstellung konnte jedoch in dem 
Berichtsjahre nicht mehr erfolgen, da zunächst noch eine bauliche Veränderung 
vorgenommen werden mußte. 
Nach der Königl. Preußischen Biologischen Station auf Helgoland fand wie 
in Vorjahren wöchentlich einmal eine telephonische Zeitübertragung statt, die 
allerdings im Spätherbst infolge Kabelbruches eine längere Unterbrechung erlitt. 
Nachdem im März die Abteilung IV an das Reichstelegraphennetz an 
geschlossen war, wurde von diesem Zeitpunkt an eine regelmäßige, wöchentliche 
Zeitübertragung an die Hauptagentur der Deutschen Seewarte in Stettin aus 
geführt. 
Auch in dem Berichtsjahre wurde mit einer Reihe deutscher und aus 
ländischer Institute wegen Chronometer-Angelegenheiten, Zeitballeinrichtungen 
usw. in Beziehung getreten. Weiter sprachen Forschungsreisende vor, um sich
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.