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Full text: Jahresbericht 1909

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Jahresbericht der Deutschen Seewarte für 1909. 
erneuert. Nach Rückgabe des Intrumentes fand eine sorgfältige Bestimmung 
aller Instrumental-Werte statt; zur Ermittelung; der Fadenahstände wurden die 
Durchgänge von 60 Polsternen beobachtet. 
Während der Reparatur des erwähnten Passage-Instrumentes wurden die 
regelmäßigen Zeitbestimmungen an dem großen Universal Bamberg Nr. 7310 
nach der Methode gleicher Zenithdistanzen ausgeführt. Zur Berechnung der 
Beobachtungen wurde eine Reihe von Tabellen hergestellt. 
Zu erwähnen ist noch, daß seitens des Reichs-Marine-Amtes ein Stativ- 
Sextant übersandt wurde, um zunächst einer Prüfung auf Brauchbarkeit im 
Vermessungsdienste unterzogen zu werden. 
Nachdem im Frühjahr 1909 der Anschluß der Deutschen Seewarte an 
das Kabelnetz der Hamburger Elektrizitätswerke ausgeführt worden war, wurden 
die Beobachtungsräume mit elektrischem Ficht versehen, und auch die Faden 
beleuchtung der astronomischen Instrumente wurde in gleicher Weise eingerichtet. 
Weiter wurde ein Akkumulatorenbetrieb für die Registrierapparate eingeführt und in 
einem Kellerraum eine Ladestelle (zugleich für den Bedarf der Abteilung 111) hergestellt. 
Der Bestand an Pendeluhren wurde durch Überführung der Nieberg’schen 
Uhr aus dem Keller des Hauptgebäudes in das Dienstgebäude der Abteilung IV 
vergrößert. Das Instrument wird als Registrieruhr bei den täglichen Ver 
gleichungen benutzt. 
Seit Ende 1908 wurde wöchentlich einmal eine telephonische Zeitübertragung 
an die Königlich Preußische Biologische Anstalt auf Helgoland für die Zwecke 
der mit diesem Institut verbundenen seismographischen Station ausgeführt. 
Auch in dem Berichtsjahre wurde mit einer Reihe deutscher und aus 
ländischer Institute wegen Chronometer-Angelegenheiten, Zeitballeinrichtungen 
u. s. w. in Beziehung getreten. Weiter sprach eine Anzahl Forschungsreisende, 
u. a. Kapitän Spring und Bernhard Hantzsch, vor, um sich über die Reparatur 
ihrer Chronometer und Taschenuhren, sowie über die Unterbringung ihrer 
Instrumente an Bord und auf dem Marsche Auskunft erteilen zu lassen. 
Am 17. April fand unter dem Vorsitzedes Direktors der Deutschen Seewarte die 
übliche Besichtigung der während der Wettbewerb-Prüfung untersuchten Chrono 
meter durch die Fabrikanten W. Brocking-Hamburg, W. Meier (Chronometer 
Werke-Hamburg) und A. Meier (in Firma Th. Knoblichj-Hamburg statt. An dieser 
Besichtigung nahmen auf Wunsch der Deutschen Seewarte die Chronometermacher 
F. Dencker-Hamburg und E. Sackmann jun.-Altona teil. Das Ergebnis dieser 
Prüfung war auch in diesem Jahre ein in jeder Weise befriedigendes; nur in 
vereinzelten Fällen wurden geringfügige Trübungen des Öls festgestellt, wie 
solche auch unter gewöhnlichen Verhältnissen im Laufe der Zeit einzutreten pflegen. 
Ferner trat unter dem Vorsitze des Direktors der Deutschen Seewarte am 
1. November ein Sachverständigen-Ausschuß zusammen, um die zur 83. Wett 
bewerb-Prüfung eingelieferten Chronometer zu besichtigen. Als Sachverständige 
waren hierbei tätig die Chronometerfabrikanten A. Meier aus Hamburg, E. Sack 
mann jun. aus Altona, Hof-Uhrmacher G. Schlesicky-Frankfurt a. M. und der 
Direktor der Uhrmacherschule in Glashütte i. Sa. Professor L. Straßer. Außer 
dem nahm der Uhrmacher der Deutschen Seewarte E. Bröcking-Hamburg als 
technischer Beirat, sowie als Ersatzmitglied an der Sitzung teil.
	        
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