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Jahresbericht der Deutschen Seewarte für 190S.
c. Prüfung von Präzisions - Taschenuhren.
An den im Jahre 1907 abgehaltenen Prüfungen von Präzisions-Taschenuhren
beteiligten sich 12 Fabrikanten durch Einsendung von 24 Uhren, von denen 6 in
die große und 18 in die kleine Prüfung eingestellt worden sind. Eine Uhr der
großen und 4 Uhren der kleinen Prüfung wurden ohne Zeugnis zurückgegeben,
weil die beobachteten Gangwerte die im „Regulativ“ festgesetzten Schwankungs
grenzen überschritten.
cl. Übersicht über die laufenden Arbeiten der Abteilung IV.
Als Gesamtergebnis wurden im Jahre 1908 zusammen 349 Beobachtungsreihen
an Uhren aller Art (gegen 330 im Vorjahre) erhalten. Nicht eingeschlossen sind
hierbei einzelne gelegentliche Standbestimmungen von Chronometern und Taschen
uhren, welche auf Wunsch von Kapitänen und Uhrmachern ausgeführt wurden.
e. Wissenschaftliche Arbeiten und Chronik.
In der Zeit von Anfang Januar bis Ende März wurde Kapitänleutnant
von Trotha in den astronomischen Ortsbestimmungen ausgebildet. Auf dem
selben Gebiet begann am 1. Oktober für den Kapitänleutnant Matthaei und
den Oberleutnant z. See von der Lühe ein auf ein halbes Jahr berechneter
Lehrkursus.
Von Deckoffizieren waren die Vermessungssteuerleute Mowitz und Tietz
vom 1. April bis Ende September zur Deutschen Seewarte kommandiert worden
Dieselben wurden ebenfalls in den astronomischen Ortsbestimmungen ausgebildet.
An diesem Kursus nahm außerdem der seit Anfang Oktober des Vorjahres zur
Deutschen Seewarte kommandierte Vermessungssteuermann Dittmann teil. —
Die Leitung des Unterrichts in Astronomie fand wie in früheren Jahren durch
den Abteilungsvorstand Prof. Dr. Stechert statt.
Mehrere Beobachtungsreihen, welche von Offizieren und Decksoffizieren der
Schiffe „Planet“ und „Panther“ ausgeführt worden waren, wurden in der Ab
teilung IV berechnet. Diese Beobachtungen beziehen sich auf die Festlegung von
Küstenpunkten in Südwest-Afrika und Neu-Guinea.
Auch in dem Berichtsjahre trat die Abteilung IV mit einer Reihe deutscher
und ausländischer Behörden und Institute wegen Chronometer-Angelegenheiten,
Zeitballeinrichtungen u. s. w. in Beziehung; ferner sprach eine Anzahl Forschungs
reisender in der Abteilung IV vor, um sich über die Reparatur ihrer Chronometer
und Taschenuhren sowie über Unterbringung ihrer Instrumente an Bord und auf
dem Marsche Auskunft erteilen zu lassen.
Am 24. April fand unter dem Vorsitze des Direktors der Deutschen Seewarte
eine Besichtigung der während der 31. Wettbewerb-Prüfung untersuchten Chrono
meter seitens der beteiligten hiesigen Fabrikanten E. Bröcking-Hamburg, A. Kittel-
Altona und A. Meier-Hamburg (in Firma Th. Knoblich) statt. Auf Wunsch der
Deutschen Seewarte nahm an dieser Besichtigung außerdem der Chronometer-
Fabrikant E. Sackmann sen.-Altona teil. Auch in diesem Jahre war das Ergebnis
der Besichtigung ein für die Prüfungsart durchaus günstiges; nur in vereinzelten
Fällen wurden geringfügige Trübungen des Öls festgestellt, wie solche auch unter
gewöhnlichen Verhältnissen im Laufe der Zeit einzutreten pflegen.
Gleichfalls unter dem Vorsitze des Direktors der Deutschen Seewarte trat
am 27. Oktober eine Sachverständigen-Kommission zu der Besichtigung der zu der
32. Wettbewerb-Prüfung eingelieferten Chronometer zusammen. Diese Kommission