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Full text: Jahresbericht 1907

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Jahresbericht der Deutschen Seewarte für 1907. 
Strahlung in der Hütte zu hohe Mittagstemperaturen. Dieses Ergebnis und das 
Verlangen, die Kontinuität der Beohachtungsreihe möglichst nicht zu stören, 
führten dazu, die Aufstellung des Thermometergehäuses vor dem Fenster beizu 
behalten. 
Im Laufe des Jahres wurden mehrere Kontroll-Anemographen (System 
Steffens) beschafft, um die an den Normalbeobachtuugsstationen aufgestellten 
Anemographen zu kontrollieren. Vergleichsbeohachtungen sind bisher auf den 
Normalbeobachtungsstationen in Hamburg, Wilhelmshaven und Rügenwaldermünde 
ausgeführt worden, wo der Stations- und ein Kontroll-Anemograph längere Zeit 
neben einander aufgezeichnet haben. Es erwies sich die Notwendigkeit, die 
Stations-Anemographen durch neue Apparate zu ersetzen resp. zu verbessern. Um 
für die notwendig werdende Neubeschaffung von Anemographen geeignetere 
Vorrichtungen als das alte Seewaftenmodell ausfindig zu machen, wurden zwei 
neue Anemographen zur Prüfung und Vergleichung mit dem Normal-Anemographen 
der Deutschen Seewarte beschafft, nämlich ein Druckluft-Anemograph nach 
Dines und ein elektrisch wirkender Anemograph für Windgeschwindigkeit 
und -Richtung nach Steffens. Eine Entschließung betreffs des zu wählenden 
Apparats ist noch nicht erfolgt, da es wichtig ist die Aufzeichnungen der Apparate 
zunächst längere Zeit zu verfolgen. 
Schließlich ist noch zu erwähnen, daß eine zeitweilige Unterbrechung der 
Registrierungen des Normal-Anemographen Beckley-Fueß der Deutschen Seewarte 
notwendig wurde, da der Turm repariert werden mußte. Bei dieser Gelegenheit 
wurde der Normal-Anemograph Beckley-Fueß einer gründlichen Reparatur unter 
zogen und das Leitergerüst des Reserve-Anemometers auf dem Süd 
turm aufgestellt, wo es dauernd stehen bleiben soll, da seine Wiederaufstellung 
auf dem reparierten Westturm unnötig erschien. Während der Haupt-Anemograph 
außer Betrieb war, dienten einer von den erwähnten Kontroll-Anemographen und 
ein Windrichtungs-Autograph (nach Steffens) für die Registrierung der 
Windgeschwindigkeit und -Richtung, die auf dem genannten Leitergerüst auf 
gestellt waren. 
c. Stumwarnungswesen an der deutschen Küste. 
Anknüpfend an den vorjährigen Bericht ist anzuführen, daß die Sturm 
warnungsstelle in Coserow seit dem 21. März nach Erneuerung des Signalmastes 
wieder Sturmwarnungen erhalten hat, und daß, entgegen der vorjährigen Angabe, 
in Stolpmünde keine Wettersäule errichtet worden ist, so daß solche nur in 
Kolbergermünde, Rügenwaldermünde und Leba bestehen. 
Neue Provinzial - Sturmwarnungsstellen sind errichtet worden in Försterei 
hei Memel am 1. März, in Karkeln am 4. Mai, in Eckernförde am 1. Juni, 
in Zoppot am 15. Juni und auf der Halbinsel Holnis bei Glücksburg 
Anfang Dezember. Sämtliche Stellen sind mit allen Tag- und Nachtsturmsignalen 
ausgerüstet; nur wird die rote Laterne auf Holnis bei Glücksburg zunächst 
noch nicht gezeigt, da erst festzustellen ist, ob die Möglichkeit einer Verwechslung 
mit anderen Signalen besteht. 
Seit Ende März wird auf der Sturmwarnungsstelle der Deutschen Seewarte 
in Pili au auch die rote Laterne gezeigt. 
Die am Abend erlassenen Sturmwarnungen gehen seit dem 7. Mai auch der 
Sturmwarnungsstelle Brüsterort noch an demselben Tage zu. 
Um die Sturmwarnungen den Eischerfahrzeugen auf den Eischgründen der 
Nordsee zugängig zu machen, wurden die Sturmwarnungen in abgekürzter Form
	        
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