Jahresbericht der Deutschen Seewarte für 1905,
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22. bis 25. Wettbewerb-Prüfung 1898/02
durchschnittlich 13 Chronometer oder 28% der Gesamtzahl,
26. bis 28. Wettbewerb-Prüfung 1902/05
durchschnittlich 29 Chronometer oder 47% der Gesamtzahl,
29. Wettbewerb-Prüfung 1905/06. . . 85 » » 53% » »
c. Prüfung von Präzisions-Taschenuhren.
An den im Jahre 1905 abgehaltenen 6 Prüfungen von Präzisions-Taschenuhren
beteiligten sich 7 Fabrikanten durch Einsendung von 46 Instrumenten (gegen 18
im vorhergehenden Jahre), von welchen 18 in die große und 28 in die kleine
Prüfung eingestellt worden sind. Zwei Uhren der großen und neun Uhren der
kleinen Prüfung wurden ohne Zeugnis zurückgegeben, weil die beobachteten Gang
werte die im „Regulativ“ festgesetzten Schwankungsgrenzen überschritten.
d. Uebersicht über die laufenden Arbeiten der Abteilung IV.
Als Gesamtergebnis wurden 1905 zusammen 453 Beobachtungsreihen an Uhren
aller Arten (gegen 327 im Vorjahre) erhalten. Nicht eingeschlossen sind hierbei
einzelne gelegentliche Standbestimmungen von Chronometern und Taschenuhren,
welche auf Wunsch von Kapitänen, Uhrmachern und Forschungsreisenden ausge
führt wurden.
Es sind während des Berichtsjahres 262 Buchnummern (gegen 304 im vorher
gehenden Jahre) seitens der Abteilung IV bearbeitet worden.
e. Wissenschaftliche Arbeiten und Chronik.
Die Führung der von der Deutschen Seewarte vorgeschlagenen Chronometer-
Journale auf den Schiffen der Handelsmarine hat auch im Berichtsjahr sowohl
bezüglich der Verbreitung als auch bezüglich der sorgfältigen Ausführung erfreu
liche Fortschritte gemacht. Aus den zahlenmäßigen Angaben ist allerdings diese
Tatsache nicht ohne Weiteres erkennbar; Während im Jahre 1904 245 Journale
zur Einlieferung kamen, wurden während des Jahres 1905 nur 221 Jounale der
Abteilung IV zur Durchsicht übergeben. Es ist aber in dem vorigen Jahresberichte
ausdrücklich betont worden, daß die Anzahl der journalführenden Schiffe geringer
sei als die Anzahl der eingelieferten Journale, weil eine Reihe dieser Journale
mehrfach zur Einlieferung gelangte. Inzwischen haben die Grundsätze der Jornal-
führung in den beteiligten nautischen Kreisen allmählich mehr Eingang und Billigung
gefunden; die den Schiffsinspektionen mitgeteilten Berichte über die Einsichtnahme
sind im Laufe der Zeit immer günstiger ausgefallen, und infolgedessen haben die
Schiffsinspektionen ihrerseits die Einlieferung der Journale in immer größeren
Zwischenräumen erfolgen lassen.
Die für die Abteilung IV mit der Durchsicht der Chronometer-Journale ver
bundene Mühewaltung ist wegen der längeren Zeiträume der Journalführung trotz
des kleinen numerischen Rückgangs im Laufe des Berichtsjahres tatsächlich eine
bedeutend größere geworden. — Von den Inspektoren der größeren Reedereien
ist der Abteilung IV gerade während der letzten Monate wiederholt die Versicherung
gegeben worden, daß in ihren Betrieben die Vorteile einer sorgfältigen Führung
des Chronometer-Journals unverkennbar gewesen seien, und daß die mit der
Journalführung verbundene Mühewaltung als eine ganz unerhebliche bezeichnet
werden müsse, wenn die Eintragungen regelmäßig an jedem Tage vorgenommen
würden. Es wäre zu wünschen, daß diese Erkenntnis auch in denjenigen nau
tischen Kreisen, welche außerhalb der großen Reedereien stehen, an Verbreitung
gewönne.