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Jahresbericht der Deutschen Seewarte für 1905.
I. Ahonnem.-
Telegramm
II. Abomiem.-
Telegramm
Extra-
Depesche
Ergänzung«
Depesche
Januar ...
44
103
20
13
Februar . .
44
105
20
13
März
44
103
20
13
April
42
99
21
12
Mai
43
100
22
12
Juni
43
101
25
13
Juli
43
101
25
13
August . . .
43
99
25
13
September.
43
97
25
14
Oktober. . .
40
95
22
12
November .
39
92
20
12
Dezember .
39
92
21
13
c) Vereinbarung einer annähernd einheitlichen Reduktion der Barometerstände
auf den Meeresspiegel für den europäischen Wetterdienst.
Um die vorstehend angeführte, den Direktoren der meteorologischen Netze
zugewiesene Vereinbarung (Internat. Met. Kom., Sitzung Paris 1896) bei Gelegen
heit der Sitzung der Intern. Meteor. Komitees in Innsbruck, Septbr. 1905, herbei
zuführen, unterbreitete die Seewarte den meteorologischen Zentralstellen Europas
in einem Rundschreiben vom 16. Dezember 1903 diesbezügliche Vorschläge und
erbat gleichzeitig die Bekanntgabe der zur Zeit benutzten Methoden. Diese wurden
in einem zweiten Rundschreiben an die gleichen Adressen unter dem 25. Mai 1905
übersichtlich zusammengestellt und dabei eine tunlichst einfache Reduktions-
Methode unter ausführlicher Begründung zur Annahme in Vorschlag gebracht;
sie stützte sich auf die Untersuchung von Prof. Dr. Grossmann „Die baro
metrische Höhenformel und ihre Anwendung“ („Ann. für Hydr. u. Marit. Meteor.“,
Jahrg. 1905), die jenen Adressen auch zugestellt wurde.
Eine weitere Klarstellung erfolgte in der Schrift „Standpunkt der Deutschen
Seewarte gegenüber der Schrift von Nils Ekholm „Sur la réduction du baro
mètre au niveau de la mer à employer pour les cartes synoptiques journalières“,
die auf dem Kongreß zu Innsbruck zur Verteilung gelangte und den meteorolo
gischen Zentralstellen übersandt wurde.
Als ein Erfolg dieser Maßnahmen stellten sich die folgenden Beschlüsse des
Innsbrucker Kongresses dar; „Die Direktoren des Netzes werden aufgefordert,
die Reduktion des Barometers auf das Meeresniveau in der Weise zu machen,
daß die Resultate, nach welcher Methode immer sie berechnet werden, nicht
mehr als 0.3 mm abweichen von dem mit der vollständigen barometrischen Formel
gewonnenen Werte, wenn in die letztere die Temperatur und die Feuchtigkeit der
Beobachtuugsstuude eingeführt werden und als Temperaturgradient 0.5° C per 100 m
angenommen wird.“ — „Die Resolution soll am 1. Januar 1906 in Kraft treten.“
Auf Grund dieses Beschlusses erfolgt die Reduktion für die deutschen Sta
tionen des täglichen Wetterberichts der D. Seewarte seit dem 1. Januar 1906
nach der von dieser vorgeschlagenen Methode.
2. Die Normal-Beobachtungs- und Ergänzungsstationeu
der Deutschen Seewarte.
ln Swinemünde ist die Normal-Beohachtungsstation von dem Schiffahrts
amtsgebäude nach dem Hôtel „Drei Kronen“ verlegt worden; der Anemograph hat
auf einem Turm dieses Hotels, der Regenmesser auf dem geräumigen Hofe des
Wohnhauses des Beobachters Aufstellung gefunden.