Jahresbericht der Deutschen Seewarte für 1905.
23
11) „Monatskarten des Indischen Ozeans und der ostasiatischen Gewässer“.
Vorarbeiten dazu sind in Angriff genommen.
12) „Die Oberflächenströmungen bei den dänischen Feuerschiffen im Kattegat,
Sunde, Belt und bei Gjedser-Feuerschiff, sowie bei den deutschen Feuerschiffen
im südwestlichsten Teile der Ostsee“.
13) Deckpeilungen zur Bestimmung der Deviation von Schiffen in Fahrt im
Gebiete der Vierteljahrskarten für die Nordsee und die Ostsee.
14) Dazu die sonstigen laufenden Veröffentlichungen.
c. Verschiedenes.
15) Es sind jetzt die neuen Formen des Wetterbuches, eine große und eine
kleine, allgemein eingeführt. Eine ausgiebigere Verwertung aller Wetterbücher ist
dadurch erleichtert, daß durch den Einbau großer eiserner Wandregale die Unterbringung
aller Wetterbücher innerhalb der Räume der Abteilung selbst ermöglicht
ist und nicht mehr ein Teil der älteren Wetterbücher auf dem Boden untergebracht
werden mußte, um den neuen Eingängen Platz zu machen. Die größere
Zugänglichkeit aller Wetterbücher erleichtert jetzt ihre Verwendung in hohem Maße.
16) Der Austausch von Beobachtungsmaterial mit dem Niederländischen Meteorologischen
Institut in de Bilt bei Utrecht wurde fortgesetzt; die Deutsche Seewarte
hat hierdurch im Laufe des Jahres 1905 verschiedenes Originalmaterial
erhalten, das besonders für die geplanten Monatskarten des Indischen Ozeans
wertvoll ist.
Seit Oktober 1905 liefert die Abteilung I außerdem allmonatlich ein Verzeichnis
der in der Nordsee zwei Monate vorher gemessenen Temperaturen des
Oberflächeuwassers an das Hydrographische Laboratorium der internationalen
Meeresforschung in Kopenhagen; den Grundstock zu diesem jeweils etwa
2000 Einzelmessungen umfassenden Material bilden die verdienstvollen Anschreibungen
der Mitarbeiter „auf kleiner Fahrt“ in den 1904 eingeführten kleinen
Wetterbüchern. Die Deutsche Seewarte gibt ihrer Genugtuung über diese neue
Verwendung der Beobachtungen auf See im Interesse der Fischereiuntersuchungen
Ausdruck. Die Arbeiten müssen freilich außerdienstlich geleistet werden, da das
verfügbare Beamtenpersonal sonst nicht ausreichen würde.
Das Gleiche gilt von einem dem Abschlüsse nahen Abkommen mit dem Indischen
Centi’al- Observatorium zu Simla, welches die regelmäßige Lieferung von
Schiffsbeobaohtungen aus dem Indischen Ozean bezweckt.
Auch außerdem sind die Originalbeobachtungen von See in steigendem Grade
für Arbeiten verschiedener Art von nicht zur Seewarte gehörenden Personen benutzt
worden. In erster Linie gehört hierher die das ganze Jahr 1905 umfassende
Tätigkeit zweier in Diensten der Deutschen Südpolar-Expedition stehenden Herren,
die aus den meteorologischen Tagebüchern Auszüge für die Jahre 1901 bis 1908
angefertigt haben. Die auf Anregung von Abteilung I entstandene Arbeit des
Herrn Dr. Lütgens über die Wärmeverhältnisse des Wassers des südlichen Indischen
Ozeans in 1901 bis 1903 ist in den „Annalen der Hydrographie etc.“,
1905, Seite 498 ff., erschienen.
17) Eine besondere Belastung entfiel auf den Vorstand der Abteilung I durch
die Besorgung der ozeauographischen Ausrüstung des neuen Vermessungsschiffes
der Marine „Planet“. Diese Arbeiten umfaßten das gesamte
Kalenderjahr 1905; erst im letzten Vierteljahr, als der für S. M. S. „Planet“
designirte Hülfsarbeiter bei der Deutschen Seewarte, Dr. Brennecke, der Abt, I