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Full text: Jahresbericht 1904

Jahresbericht der Deutschen Seewarte für 1901. 
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Eine Reihe von Malen sind auch die Dracheuaufstiege dadurch vorzeitig be 
endet worden, daß die Drachen durch massenhaften Ansatz von Rauhreif oder 
Glatteis au ihnen und an dem Draht zu Boden gedrückt wurden. Auch dabei 
sind mehrfach Verluste von Draht zu beklagen gewesen. Es scheint, daß dieses 
Vorkommnis in Hamburg, seinem maritimen Klima entsprechend, häufiger cin- 
tritt als in Berlin und Pawlofsk, den einzigen Stationen, die ebenfalls tägliche 
Aufstiege im Programm haben. Ebenso scheinen liier die orkanartigen Wind 
geschwindigkeiten von 30 bis 35 m p s in den höheren Luftschichten häufiger zu 
sein als an jenen Orten. Es ist in der Tat unerwartet, daß so schwache Gebilde, 
wie diese Drachen, stundenlang solche Windgeschwindigkeiten aushalten können; 
doch lassen die oft wiederholten Vergleichungen .des Drachen-Anemometers mit 
demjenigen auf dem Stationsdache keinem Zweifel Raum, wenn sie auch freilich 
nur bis 18 m p s direkt ausgeführt und weiterhin extrapoliert werden konnten. 
Daß diese Geschwindigkeiten in der Höhe ertragen werden, während am Erdboden 
schon bei Geschwindigkeiten von 10 bis 15 m p s die Drachen oft die wildesten 
Kopfsprünge machen, erklärt sich wohl zum größten Teil durch die weit gleich 
mäßigere und geradlinigere Bewegung der Luftteilcheu in der Höhe, zum kleineren 
Teile auch durch die geringere Dichte der Luft oben, bleibt aber trotzdem über 
raschend. 
b) Internationaler Dekadenbericht. Der Internationale Dekadenbericht 
erfuhr im Berichtsjahre eine Umgestaltung und Erweiterung dadurch, daß seit 
dem 1. April an die Stelle der graphischen Darstellung der Reisen zwischen Nord 
amerika und dem Kanal tägliche (8 11 a. m.) synoptische Wetterkarten von dem 
ganzen Raume zwischen Kanzas und Berlin getreten sind, nebst einer Uebersicht 
über die Bewegungen der barometrischen Maxima und Minima während der 10 
bezw. 8—11 'Page. Der Versuch, solche Karten jeweils nur 8 Wochen nach Ab 
lauf des betr. Zeitraums herauszugeben, mochte kühn erscheinen, ist aber als ge 
lungen zu betrachten. Denn wenn man absieht von dem bedauerlichen Kehlen 
der Nachrichten aus Island und Grönland, so haben die eingelaufenen Schiffs 
beobachtungen für die Einzeichnung der großen Züge der Druckverteilung stets 
ausgereicht. Vieles vom Detail wird sich freilich bei der Bearbeitung derselben 
Tage in den späteren definitiven „Synoptischen Karten vom Nordatlantischen Ozean 
u. s. w.“, welche die D. Seewarte im Verein mit dem Dänischen Meteorologischen 
Institut herausgiebt, anders darstellen, besonders weil bei manchen der Schiffs- 
barometer bezw. Aneroide die nach Vergleich mit benachbarten Schiffen ange 
nommenen Korrektionen sich nach dem größeren Material vielleicht anders heraus- 
stelleu werden. 
Der Dekadenbericht nimmt infolge dieser Aenderung nunmehr statt 2 Folio- 
seiten deren 4 ein. Der übrige Inhalt des Berichts ist unverändert geblieben, 
ebenso wie die Termine seines Erscheinens. 
XIII. Bericht über die Tätigkeit ausserhalb der einzelnen 
Abteilungen. 
ä) Der Tätigkeit des Direktors, die als unabhängig von den einzelnen Ab 
teilungen angesehen werden muß, geschieht hier keine Erwähnung. 
b) Die Stellung des Direktionsmitgliedes und Vorstandes der Zeutralabteilung 
war während des ganzen Jahres unbesetzt. Die Geschäfte der Zentral-Abtcilung 
wurden von den Beamten derselben unter der Leitung des Direktors weitergeführt. 
Die Abteilung erledigte im Berichtsjahr 972 Journal-Nummern.
	        
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