Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, November 1901.
Um die Beobachtung gleicher Sonnenhöhen zur Bestimmung der Richtung
des Meridians zu verwerthen, mufßs man den Einflußfs der Abweichungsänderung
auf das Azimut ermitteln.
Lad
‘3
A
f
Yig. 2
In der nebenstehenden Fig. 2 sei wieder
ZGP das sphärisch - astronomische Grund-
dreieck mit derselben Bedeutung wie in Fig. 1,
GG, = 40, G,Gg, sei ein Stück des Ab-
weichungsparallels von G,, also senkrecht auf
dem Stundenkreise PG, GG, sei ein Stück
des Höhenparallels, so dafs ZG — ZG, =
90°— h ist.
Alsdann wird einer Abweichungsände-
rung 40 — GG, die Azimutänderung 4a =—
GZG, entsprechen.
Nun ist
4du =— GG, sech
oder, da
GG, = 20
SI 7
ist, ergiebt sich
Ad
du= —.-sech
SINN”
Ferner ist
sint __ sinGZ _ cos h
sin sinPZ cose
oder
sech SEC
sinz sint
Mithin
(5)
da = Ad SCH
810 |
Hat nun die Vormittagsbeobachtung der Sonne in dem Azimut « die
Kreisablesung des Universalinstrumentes K,, die Nachmittagsbeobachtung in der-
selben Höhe in dem Azimut 360° — & + Aa die Kreisablesung K. ergeben, so
ist, wenn bei rechts gedrehtem Fernrohr gröfsere Werthe abgelesen werden:
5 (Kr + Ka) = z (« + (360° — « + 4 «)) = 180° +5"
* (Kr + Ku) — =— 180° (Richtung des Meridians)
Man hat also an die halbe Summe der beiden Kreisablesungen eine Be-
richtigung
da 40 sec
KK 7 U it
anzubringen, um die der Richtung des Meridians entsprechende Kreisablesung zu
erhalten.
Setzt man auch hier wieder
1d=— 2:4
U’
30
wırd
4K:
ad
4 sint
er uw (—')
re
Mittags-Meridianberichtigung !)
AK' = uw Psece für das Mittel der beiden
rechtsum wachsenden Kreisablesungen.
2) Will man, wie es im „Lehrbuch der Navigation“, herausgegeben vom Reichs-Marine-
Amt, 1901, Band III, Seite 45, geschehen ist, eine besondere Regel für das Vorzeichen dieser Be-
richtigung angeben, so mufs diese lauten: Die Korrektion ist unabhängig von der Breite positiv,
wenn sich die Sonne vom Nordpol entfernt, negativ, wenn sie sich ihm nähert, falls die Bezifferung
jes Horizontalkreises bei Drehung des Fernrohres nach rechts wächst.
Auch die durch Fig. 26 erläuterten Betrachtungen auf Seite 44 ebendaselbst sind nicht einwandfrei.