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Object: 9, 1886

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des Lustrums 1876/80 lagen für diese Situation nur 5 geeignete Fälle vor, von denen 3 auf den ausser 
ordentlich kalten Winter 1879/80 entfielen. Aus diesen Thatsaclien sowie aus dem bekannten Verhalten 
der Maxima in der kälteren Jahreszeit zur Temperatur wurde diese Situation als durch strenge Kälte 
charakterisirt angegeben. Aus dem Lustrum 1881/85 liegen mir nun weitere 12 Fälle vor, welche diese 
Angabe durchaus nicht bestätigen: in 7 Fällen lag die Temperatur bei allen Positionen der Depressionen 
in Deutschland durchschnittlich über, in 4 Fällen unter der Normalen, während sie einmal normal war. 
Dieses Resultat erscheint um so merkwürdiger, als auch für Süddeutschland, welches bei dieser Situation 
doch sehr häufig auf der Südseite des Maximums liegt, genau dasselbe gilt, wie für die nördlicheren Ge- 
bietstheile. In dieser Beziehung vergleiche man die Wetterkarten vom 10. November 1884, 24. bis 26. De 
zember 1883, 18. Januar 1883, 20. Januar 1884 und 30. März 1885, in welchen Fällen allerdings der Nebel 
der Ausstrahlung meistens ein grosses Hemmniss entgegenstellte. Sehr häufig findet im Gebiet des 
Maximums im Winter beträchtliche Erwärmung statt, selbst dann, wenn die Temperatur über dem Normal- 
werthe lag, ohne dass man sich diese Erscheinung als Folge eines Lufttransportes erklären könnte. Auch 
in dem strengen Winter 1879/80 kam dieses oft in sehr auffallender Weise vor. Zur Erklärung dieses 
Phänomens sind wir berechtigt obere Luftströme anzunehmen, welche durch das Herabsinken sich er 
wärmen und nicht selten die Erdoberfläche berühren. Hierhin gehört vor allem die allgemeine Luftströmung, 
welche in grosser Höhe fast beständig über unsere Gegenden hinwegzieht. 
An der deutschen Küste kamen in diesem Lustrum viel häufiger stürmische Winde zur Entwicklung 
als im vorigen, so am 17. November und 27. Dezember 1881, am 20. Januar 1883 und am 21. Januar 1884; 
Gewittererscheinungen konnten indessen in keinem Falle konstatirt werden. 
b) Wärmere Jahreszeit. Das barometrische Maximum liegt, wie im Lustrum 1876/80, in den 
meisten Fällen über Zentral-Europa: unter 32 Fällen entfielen auf Südost- resp. Ost-Europa 4, Süd-Europa 10 
und auf Zentral-Europa 18. Das Maximum sowohl wie das Minimum zeigen im Allgemeinen eine geringere 
Intensität, und daher ist die Luftbewegung über ganz West-Europa schwächer als in der kälteren Jahreszeit. 
1) Maximum über Südost-Europa. In allen vorliegenden Fällen war das Wetter heiter und 
warm. Der ruhige Witterungscharakter wurde indessen in allen Fällen durch ausgedehnte Gewitter 
erscheinungen unterbrochen, welche zuweilen von heftigen Niederschlägen begleitet waren. Die Bildung 
einer Theildepression auf der Südseite des Hauptminimums, welche bei dieser Situation häufig vorzukommen 
scheint, hat in der Regel die Ausbildung von Gewitterböen zu Folge, welche ostwärts insbesondere über 
das nördliche Deutschland fortziehen. Beispielsweise stehen die Gewitter, welche am 21. Juni 1881 auf dem 
Streifen Vorpommern—Schweiz sich entluden, mit dem Vorübergange einer Zunge niederen Luftdrucks in 
Beziehung, welche sich am Nachmittage im Meridian von Braunschweig entwickelte, ebenso wurden die 
zahlreichen über ganz Deutschland sich ausbreitenden Gewitter vom 16. bis 18. Juli 1884 durch Theil- 
minima verursacht, welche ostwärts über Deutschland hinw r egzogen. 
Ausgezeichnet durch ungewöhnlich hohe Wärme war bei dieser Situation der 22. Juni 1881, an welchem 
Tage die Nachmittags-Temperaturen in Süddeutschland und Oesterreich überall 30° überschritten; ebenso 
waren der 16. und 17. Juli 1884 bei dieser Wetterlage sehr warm, am 16. wurden um 2 h p. m. aus Süd 
deutschland und Oesterreich Temperaturen von 31° und 32° berichtet, am 17. meldete Wien für dieselbe 
Zeit 34°. 
2) Maximum über Süd-Europa. Diese Situation unterscheidet sich von der eben besprochenen 
durch grössere Bewölkung, geringere Wärme, geringere Häufigkeit der Gewitter und durch lebhaftere Luft 
bewegung in unseren Gegenden. In der Regel ist die Bewölkung veränderlich und nimmt dann gewöhnlich 
ab, oder macht nebligem Wetter Platz, wenn das Maximum sich nach Zentral-Europa verlegt. Die Aen- 
derungen der Temperatur hängen hauptsächlich ab von der Bewegung des Maximums; bleibt dieses, wie es 
meistens der Fall ist, über Südwest-Europa stationär, so tritt Abkühlung ein, dagegen meist Erwärmung, 
wenn sich dasselbe nach Zentral-Europa oder nach Osten verschiebt, Niederschläge sind bei dieser Wetter 
lage häufig, insbesondere beim Erscheinen und beim Vorübergange der Depression, Gewitter sind nicht so 
häufig und ausgedehnt, wie bei der vorher besprochenen Situation, jedoch sind in etwa der Hälfte der Fälle 
in Deutschland irgendwo Gewitter zu erwarten. 
3) Maximum über Zentral-Europa. Diese Situation ist in der wärmeren Jahreszeit weitaus 
die häufigste und ist charakterisirt durch sehr ruhiges, heiteres und trockenes, nur im Frühjahr und Herbst
	        
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