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Jahresbericht der Deutschen Seewarte für 1901.
schiffes „Valdivia“ beschäftigt und mag bezüglich der Einzelheiten dieser Thätig-
keit auf den vorjährigen Jahresbericht, Seite 74 und 75, verwiesen werden.
Es sei hier erwähnt, dafs die Seewarte aus ihren Beständen an Instrumenten
an die Deutsche Südpolar-Expedition unter Herrn Prof, von Drygalski abgab,
was immer sie entbehren konnte.
Bericht über die Thätigkeit des Zeichners im Jahre 1901.
Es wurden angefertigt
für „Aus dem Archiv“: 4 Tafeln und 13 Textfiguren,
für die „Annalen der Hydrographie“; 18 Tafeln und 17 Textzeichuungen,
für den „Atlas des Atlantischen Ozeans“: 15 Tafeln,
für das „Handbuch der Südküste Irlands und den Bristol-Kanal“:
2 Tafeln über die Gezeitenströmungen;
ferner wurden unter Leitung des Direktors entworfen:
8 Karten der magnet. Elemente für 1902, für Deutschland,
3 » » » » » » für den Atlantischen Ozean.
Für zinkographifeche Herstellung wurden gezeichnet;
1 Plan der Umgebung der Seewarte und 15 Ansichten und Schnitte der
Gebäude, bezw. Bäume derselben.
In die Deutsche Admiralitätskarte der Barents-See und die der Jade-, Weser
und Elbe-Mündungen, wurden die Mifsweisungslinien eingetragen, und weiter 4 Be
richte über Angabe von Mifsweisung für die Kompafsorte in den Deutschen
Admiralitäts-Karten erledigt.
1 Tafel mit 12 Wetterkarten für die Zwecke der landwirtschaftlichen
Meteorologie und
1 Kartenskizze des Treibeises bei Neufundland wurden autographirt.
Als eine neue Arbeit kam im Berichtsjahre die Bearbeitung und Autographie
der monatlich herausgegehenen „Wetterausschau-Karten“ hinzu.
Der Lithograph Behnke hatte bis zum 1. April die Herstellung der täglichen
Wetterberichte, die Korrekturen und Nachträge zu denselben, die Eisberichte und
die internationalen Dekadenherichte für den Druck herzustellen, vom 1. April ab
wurden von demselben auch die Autographie von Tafeln für die „Ann. d. Hydr.“
und der „Wetterausschau“ vorgenommen, sowie an den Tafeln für den „Atlas des
Atlant. Ozeans“ gearbeitet, und verschiedene Textfiguren und kleinere Arbeiten
hergestellt, während der aushülfsweise beschäftigte Lithograph To dt vom 1. April
bis Ende des Jahres die Autographie der Wetterberichte und die Herstellung von
Formularen und kleineren Arbeiten übernahm.
Die dienstliche Thätigkeit des Mechanikers an der Seewarte.
Der Mechaniker der Seewarte war wie in den Vorjahren in erster Linie mit
der Instandhaltung sämtlicher Instrumente und Apparate des Instituts betraut.
An grösseren Arbeiten hatte der Mechaniker Seemann einen magnetischen Theodolit
nach Angabe des Direktors für die Expedition des Herrn Roald Amundsen-
Christiania anzufertigen. Dieser Herr wird sieb im Jahre 1903, wie verlautet,
nach dem magnetischen Nordpol der Erde begehen, um dessen Lage zu bestimmen.
Ueherdies war der Mechaniker vielfach in Anspruch genommen, durch Anfertigung
von Instrumenten für die Deutsche Südpolar-Expedition, die im Sommer des Be
richtsjahres Europa verliefs. Die Verpackung der von der Seewarte dieser Ex-